Politiker kritisiert: „Belastung für die Menschen nicht mehr tragbar“
Sperrung der Bahnstrecke Olpe - Finnentrop
- Kreis Olpe, 05.05.2026
- Straße & Verkehr , Politik
- Von Wolfgang Schneider
Kreis Olpe. Die Menschen im Kreis Olpe stehen seit Wochen unter enormem Druck: Die Bahnstrecke zwischen Olpe und Finnentrop bleibt weiterhin gesperrt, gleichzeitig ist auch die Landesstraße zwischen Attendorn und Finnentrop wegen umfangreicher Bauarbeiten bei Altfinnentrop dicht. Vor allem der Ausfall der Regionalbahn RB 92 entwickelt sich zu einer beinahe unendlichen Geschichte.

Im August 2024 wurde der Zugverkehr wegen Brückenbauarbeiten eingestellt. Damals vermeldete der zuständige Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL): „Insgesamt ist ein Zeitbedarf von neun Monaten veranschlagt worden. In 2024 werden hiervon bereits vier Monate „abgearbeitet“, sodass in 2025 noch weitere fünf Monate Vollsperrung erforderlich sind.“
Die weiteren Arbeiten waren zwischen März und Juni 2025 geplant, doch dabei blieb es nicht. In einer Mitteilungsvorlage des NWL hieß es im September 2025: „Bei den Brückenarbeiten zwischen Finnentrop und Olpe hat es Verzögerungen gegeben, sodass auf dieser Strecke vor Dezember 2025 kein Zugverkehr angeboten werden kann.“

Das war jedoch zu optimistisch geschätzt. In der Verbandsversammlung im März 2026 wurde berichtet: „Leider hat sich gezeigt, dass die Schäden am Bauwerk umfangreicher als zunächst angenommen waren. Nach derzeitigem Stand ist ein Ende der Arbeiten für Ende Mai 2026 terminiert.“
Doch auch daraus wird nichts. Im April vermeldete die Hessische Landesbahn (HLB), die für den Betrieb der RB 92 zuständig ist: „Aufgrund von Bauarbeiten werden bis voraussichtlich mindestens 12. Dezember 2026 zwischen Finnentrop und Olpe alle Züge durch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen (SEV) ersetzt.“




Den heimischen Landtagsabgeordneten Dr. Gregor Kaiser ärgert die Situation sehr: „Pendler, Schüler sowie Beschäftigte verlieren täglich Zeit, müssen große Umwege fahren und erleben eine Mobilität, die kaum noch planbar ist. Die Belastung hat ein Ausmaß erreicht, das für viele nicht mehr tragbar ist“, erklärt er in einer Pressemitteilung.

Hinzu komme, dass der bisherige Ersatzfahrplan keinen guten Anschluss an den RE34 in Finnentrop biete. Dadurch verlängere sich die Reisezeit Richtung Dortmund erheblich. Eine pragmatische Lösung wäre nach Kaisers Meinung ein zusätzlicher zweistündiger Bustakt, der in Finnentrop kurze Umstiegszeiten auf den RE34 ermöglicht.
Der Landtagsabgeordnete aus Lennestadt meint: „Die Menschen in der Region haben ein Recht auf verlässliche Mobilität. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Abschnitt zwischen Attendorn und Finnentrop nicht längst wieder freigegeben wurde. Ein sofortiger Pendelbetrieb wäre ohne großen Aufwand möglich und würde die Situation deutlich verbessern.

Es ist unverständlich, dass es immer wieder zu weiteren Verzögerungen bei den Bauarbeiten kommt. HLB und NWL müssen jetzt pragmatisch handeln. „Die Region Südwestfalen braucht keine weiteren Verzögerungen, sondern konkrete Entlastungen.“
Angesichts von Kaisers Äußerungen hat sich am Dienstagnachmittag, 5. Mai, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Finnentrop, Christian Vollmert, bei LokalPlus gemeldet. Er schreibt in einem Statement:
„Es ist zu begrüßen, dass Dr. Kaiser den Vorschlag der Freien Wähler Finnentrop vom 10. März zur Öffnung der Bahnstrecke zwischen Finnentrop und Attendorn aufnimmt. Es wäre ein leichtes für ihn, über seinen Parteifreund „Olli“ Krischer, seines Zeichens grüner Landesminister für Verkehr, Druck auf die Deutsche Bahn AG zur Streckenöffnung auszuüben. Verwunderlich ist nur, warum Kaiser diese Initiative nicht schon lange ergriffen hat. Immerhin ist die schnellstmögliche Nutzung der Bahnlinie auch unter Umweltschutzaspekten sicherlich wünschenswert.“
