Passt euch nicht an – steht zu eurer Meinung!
Schüler-Kolumne „Die Meinung von morgen“
- Kreis Olpe, 07.04.2026
- Schule & Bildung , Verschiedenes
Kreis Olpe. LokalPlus gibt mit der Kolumnen-Reihe „Die Meinung von morgen“ Schülerinnen und Schülern aus dem Kreis Olpe eine eigene Stimme. Wöchentlich teilen Jugendliche unterschiedlicher Schulen aus dem Kreis Olpe ihre Gedanken zu Themen, die sie bewegen – von Demokratie über Digitalisierung bis hin zu Alltag, Freizeit und persönlichen Perspektiven.


Lara Schröder ist 15 Jahre alt und lebt in Olpe. Sie besucht die zehnte Klasse des Städtischen Gymnasiums Olpe. Sie schreibt:
Die eigene Meinung von Jugendlichen - darum soll es in dem Format von LokalPlus gehen. Aber haben überhaupt alle Jugendlichen eine eigene Meinung? Ich finde: Nein, eine eigene Meinung ist heutzutage nicht selbstverständlich, insbesondere nicht bei Jugendlichen.
Unter der eigenen Meinung verstehe ich eine subjektive Ansicht eines Menschen, der zuerst für sich selbst seine eigenen Prioritäten abwägt. Die eigene Meinung sollte also viel mehr als nur ein Bauchgefühl sein. Sie setzt sich oft aus eigenen Erfahrungen zusammen, kann aber auch sehr durch unser Umfeld beeinflusst werden. Unsere Meinung kann sich auch im Laufe der Zeit ändern – durch die Auseinandersetzung mit anderen Argumenten und Fakten.





Aber warum halte ich eine eigene ausgeprägte Meinung für so wichtig? Ich versuche das am Beispiel Alkohol zu erklären. Heutzutage geht schon für viele Jugendliche die Post ab. Unwissende Eltern, die vom Alkoholkonsum ihrer Kinder keinen Schimmer haben, sind keine Seltenheit. Vertrauensbrüche gehören doch dazu! Wir sind doch jung, wir müssen uns austoben, möchten cool sein.
Die ironische Note in diesen Sätzen kann man klar erkennen. Ich bin nicht der Überzeugung, dass das Widersetzen den Eltern gegenüber zielführend ist. Erwachsene sind mit vielen Dingen viel vertrauter als wir Jugendlichen und wollen uns meist nur vor Gefahren schützen. Allerdings gibt es auch das andere Extrem - Eltern, die den Alkohol verharmlosen oder es unterstützen, dass ihre Kinder Alkohol trinken.
Was man dabei nicht vergessen darf: Der Alkohol ist eine Droge. Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken, die er mit sich bringt, schmeckt er vielen nicht. Der Umgang mit Alkohol wird also viel zu harmlos dargestellt und ist meiner Meinung nach ein großes gesellschaftliches Problem.
Es gibt unterschiedliche Arten, wie Jugendliche mit dieser gesellschaftlichen Vorstellung umgehen. Ich habe diese in drei Kategorien eingeteilt.
1. Jugendlicher, der Alkohol trinkt, um seinen vermeintlichen Freunden zu gefallen, cool zu wirken und nicht negativ aufzufallen.
2. Jugendlicher, der keinen Alkohol trinkt.
3. Jugendlicher, der Alkohol aus eigener Überzeugung trinkt, ohne Hintergedanken, jemandem gefallen zu müssen.
Für den ersten Punkt gibt es die unterschiedlichsten Beweggründe. Aber meist hängt es mit der Gruppenzugehörigkeit und einem mangelnden Selbstbewusstsein zusammen.
Die Angst vor Ablehnung ist oft größer als das eigene Selbstwertgefühl. Seinen eigenen Standpunkt vertreten, ist heutzutage viel zu schwer und kompliziert. Das machen, was alle Jugendlichen machen, ist einfacher und cooler. Jugendliche mit einer eigenen Meinung scheinen also fast ausgestorben zu sein.



Mit dem Strom zu schwimmen ist einfacher als gegen den Strom zu schwimmen. Dies passt nicht nur zum Thema „Alkohol“, sondern auch zur allgemeinen Meinungsbildung. Das hängt sehr damit zusammen, wie man erzogen wurde oder auch, welches Umfeld einen prägt.
Wir sollten mehr zu unserer Meinung stehen. Manche Menschen (insbesondere Jugendliche) neigen dazu, ein Fähnchen im Winde zu sein und ihre Meinung in den unterschiedlichen Gruppen anzupassen. Wenn das die Lebensmentalität der Menschen ist und sie so ein besseres Leben haben, ist es legitim. Allerdings hat das für mich sehr wenig damit zu tun, zu sich selbst zu stehen, sondern eher mit dem Wunsch nach Anerkennung und Wertschätzung.
Dieser Bericht soll ein Appell sein, das zu machen, was man selber möchte und dazu zu stehen, was man denkt. Traut euch! Steht zu euren eigenen Bedürfnissen und zu eurer eigenen Meinung!
Lara Schröder
(Die hier veröffentlichten Inhalte geben die Position der Autorin/des Autors wieder und entsprechen nicht notwendigerweise der Ansicht der Redaktion.)

„Die Meinung von morgen“ – Mach mit!
Du bist Schülerin oder Schüler an einer weiterführenden Schule aus dem Kreis Olpe und möchtest an dem Projekt „Die Meinung von morgen“ teilnehmen oder interessierst dich dafür? Dann schreib uns gerne eine E-Mail an: info@lokalplus.nrw, Betreff: Die Meinung von morgen.
Wir freuen uns auf dich!
