NGG Südwestfalen kritisiert geplante Gesundheitsreform

Ablehnung durch Gewerkschaft


  • Kreis Olpe, 17.05.2026
  • Politik , Gesundheit & Medizin
Die NGG übt Kritik an der geplanten Gesundheitsreform. von NGG/Tobias Seifert
Die NGG übt Kritik an der geplanten Gesundheitsreform. © NGG/Tobias Seifert

Kreis Olpe. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Südwestfalen übt deutliche Kritik an den geplanten Änderungen der Bundesregierung im Gesundheitsbereich. Vor allem höhere Zuzahlungen für Medikamente sowie die geplante Teilkrankschreibung stoßen auf Ablehnung.


„Wer im Kreis Olpe zum Hausarzt geht, für den wird es teurer“, sagt NGG-Geschäftsführerin Isabell Mura. Hintergrund sind die geplanten Änderungen bei den Medikamentenzuzahlungen. Aktuell zahlen Versicherte in der Regel fünf Euro dazu, maximal jedoch zehn Euro pro Medikament.

Künftig könnten die Zuzahlungen laut den Plänen auf bis zu 15 Euro steigen, mindestens aber 7,50 Euro betragen. „Das läppert sich und drückt auf die Haushaltskasse“, warnt Mura. Statt höherer Kosten für Patienten spricht sich die Gewerkschaft für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel aus.

„7 statt 19 Prozent für das, was in den Apotheken im Kreis Olpe an Arzneimitteln über den Ladentisch geht“, fordert Mura. Dadurch könnten sowohl Verbraucher als auch gesetzliche Krankenkassen entlastet werden.

Kritik an Teilkrankschreibung

Besonders kritisch sieht die NGG die geplante Teilkrankschreibung. „Wer länger krank ist, schleicht – oder besser wohl: schleppt – sich dann in Etappen zurück zur Arbeit“, so Mura. Gerade in Berufen wie Bäckerei oder Gastronomie sei eine teilweise Arbeitsfähigkeit kaum praktikabel.

„Die Arbeit muss einfach gemacht werden. Sie nimmt keine Rücksicht auf Halb- oder Dreiviertel-Kranke“, erklärt die Gewerkschafterin. Die NGG-Geschäftsführerin verweist auf die Praxis: „Nehmen wir einen Bäcker oder eine Köchin im Kreis Olpe. Auch die sollen künftig zu 25, 50 oder 75 Prozent arbeitsfähig sein können, wenn sie eigentlich krank sind. Sie gehen dann also zur Arbeit“, so Isabell Mura.

Mehr Druck für Beschäftigte?

Aber in einer Backstube gebe es genauso wie in einer Restaurantküche „zu jeder Minute Zeitdruck und Stress“. Denn die Brote müssten morgens ab 2 Uhr in den Ofen und die Gerichte abends um 20 Uhr auf den Teller. „Die Arbeit muss einfach gemacht werden. Sie nimmt keine Rücksicht auf Halb- oder Dreiviertel-Kranke“, sagt die NGG-Geschäftsführerin. Das unterscheide die Arbeit in Bäckereien und der Gastronomie vom „Schreibtisch-Job im Rathaus“.

Zudem befürchtet die NGG, dass Beschäftigte unter Druck geraten könnten, früher an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Deshalb appelliert die Gewerkschaft an die Bundestagsabgeordneten der Region, die geplanten Regelungen noch einmal zu überdenken.

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