Nachverfolgung macht viel Arbeit – Impfzentrum wäre schnell startklar

Corona: 44 Prozent der Infizierten sind geimpft


  • Kreis Olpe, 03.11.2021
  • Gesundheit & Medizin
  • Von Wolfgang Schneider
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Kreis Olpe. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen im Kreis Olpe ist seit etwa zwei Wochen sehr hoch. Für das Gesundheitsamt bedeutet das viel Arbeit, denn in jedem einzelnen Positiv-Fall - 340 waren es in den vergangenen 14 Tagen - müssen alle Kontaktpersonen des Infizierten informiert werden. Und da es keine Kontaktbeschränkungen mehr gibt wie in Zeiten des Lockdowns, können das ganz schön viele Kontaktpersonen sein.


„Wir schaffen das derzeit personell zwar noch, aber wir laufen beim Abarbeiten der Kontaktlisten auf der letzten Rille“, machte Frank Japes, Fachdienstleiter Gesundheit bei der Kreisverwaltung, am Mittwochabend, 3. November, in der Sitzung des Arbeitskreises Corona deutlich. Es gebe Infizierte mit 30 bis 50 Leuten auf der Kontaktliste, berichtete Japes. In solchen Fällen sei die Nachverfolgung „sehr, sehr aufwändig“.

Durchschnittsalter bei 39 Jahren

Japes präsentierte im Arbeitskreis auch aktuelle Zahlen zum Infektionsgeschehen. Danach lag der Anteil der Neuinfizierten, die vollständig geimpft sind, in den vergangenen zwei Wochen bei etwa 44 Prozent. Das Durchschnittsalter der Infizierten liegt aktuell bei etwa 39 Jahren und damit deutlich niedriger als zu Beginn der Pandemie. In den Krankenhäusern in Olpe und Attendorn werden derzeit jeweils vier Corona-Patienten versorgt, in Altenhundem keiner.

Andreas Sprenger, als Fachdienstleiter Bauen und Wohnen zuständig fürs (ehemalige) Impfzentrum und jetzt fürs mobile Impfen, zog im Arbeitskreis eine positive Bilanz. Der Kreis Olpe sei bei der Impfquote Spitzenreiter in NRW und auch mit dem Impfmobil erreiche man immer noch zahlreiche Impfwillige. Sprenger: „Das ist eine gute Geschichte, die wir fortführen werden.“

Innenaufnahmen aus dem ehemaligen Impfzentrum des Kreises Olpe in Attendorn. von Kreis Olpe
Innenaufnahmen aus dem ehemaligen Impfzentrum des Kreises Olpe in Attendorn. © Kreis Olpe

Eine Wiedereröffnung des Impfzentrums in Attendorn für Booster-Impfungen ist für Sprenger derzeit kein Thema. Hier seien zuerst die niedergelassenen Ärzte am Zuge und der Kreis sehe sich nur als sekundäre Einrichtung.

Im Kreishaus wartet man auf einen Erlass aus Düsseldorf, der den rechtlichen Rahmen absteckt. Sprenger dazu: „Wir sind auf alles vorbereitet. Das ehemalige Impfzentrum ist voll betriebsfähig. Bei Bedarf könnten wir es innerhalb von zwei Tagen als Impfstelle reaktivieren.“

Häufung in Olper Firma

Auf die Frage von Arbeitskreis-Mitgliedern, ob es derzeit Infektionsschwerpunkte gebe, hatte Frank Japes keine eindeutige Antwort. „Das ist immer ein Auf und Ab in den Kommunen und kann sich alle paar Tage ändern.“ Allerdings habe es in der vergangenen Woche eine Infektionshäufung mit 29 Positiv-Fällen in einem großen Olper Unternehmen gegeben. Urlaubsrückkehrer aus dem In- und Ausland stellen nach den Herbstferien ca. 19 Prozent der insgesamt Infizierten.

Der Wegfall der Maskenpflicht am Sitzplatz in den Schulen stellt das Gesundheitsamt vor Herausforderungen. Bisher wurde bei Positiv-Fällen nur der betroffene Schüler in Quarantäne geschickt. „Ohne Maskenpflicht wird es komplizierter, für wen Quarantäne angeordnet werden muss“, fürchtet Japes.

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