Nach Klimakonferenz: Südwestfälische Wirtschaft muss sich umstellen

Peter Liese zu Ergebnissen in Glasgow


Dr. Peter Liese bei der Klimakonferenz in Glasgow. von Dieter Berger
Dr. Peter Liese bei der Klimakonferenz in Glasgow. © Dieter Berger

Kreis Olpe. „Auch die Wirtschaft in Südwestfalen muss sich in Richtung Klimaneutralität orientieren. Sie braucht dabei aber Unterstützung und Schutz vor unlauterem Wettbewerb.“ Dies erklärte der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Peter Liese nach Abschluss der Klimakonferenz in Glasgow.


„Wir sehen unter anderem in den Wäldern bei uns in Südwestfalen, dass der Klimawandel längst begonnen- und dass er dramatische Konsequenzen hat. Auch die Flutkatastrophe im Juli ist sehr wahrscheinlich schon auf den Klimawandel zurückzuführen“, so Liese, der vor drastischeren Folgen warnt.

Alle müssten Handeln, um gefährliche Treibhausgase zu reduzieren. Das gelte auch für die energieintensive Industrie in Südwestfalen, als zum Beispiel die Stahl-, Zement-, Papier- und Kalkindustrie.

„Für diese Sektoren ist es besonders schwierig klimaneutral zu werden. Deswegen braucht es Unterstützung auch durch europäischer und nationale Forschungsmittel und durch einen fairen gesetzlichen Rahmen“, so der auch umweltpolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten).

Liese wertet Ergebnisse positiv

Insgesamt wertete Liese die Ergebnisse von Glasgow grundsätzlich positiv. Es gebe noch viel zu tun. „Sehr positiv ist, dass Klimaneutralität mittlerweile von allen akzeptiert ist. Es ist das neue Normal. Als die EU Staats- und Regierungschefs in 2019 während der Klimakonferenz in Madrid Klimaneutralität für die EU beschlossen haben, waren wir fast alleine auf der Welt“, so Liese.

Mittlerweile hätten sich nicht nur Japan, Südkorea, die USA, Russland, Indien und Australien angeschlossen, sondern auch ein Schwellenland wie Südafrika wolle bis 2050 klimaneutral sein.

Zu wenig Ambitionen

„Das größte Problem ist aber, dass wir zu wenig Ambitionen für die Zeit bis 2030 haben. Wir müssen schneller handeln, damit unsere Kinder und Enkelkinder überhaupt noch eine Chance haben, den Klimawandel in den Griff zu bekommen“, so Liese.

Die Ambitionen der meisten Vertragsstaaten bis 2030 reichten nicht aus. Das wichtigste Ergebnis sei daher, das die Staaten nicht erst in einigen Jahren, sondern schon nächstes Jahr ambitioniertere Ziele vorlegen müssten.

„Praktisch kein größerer Emittent hat sich so klar und so ambitioniert positioniert, wie die Europäische Union mit ihrem Ziel von 55 Prozent. Bei der Umsetzung des Fitfor55 Pakets müssen wir daher sehr viel stärker darauf achten, wie wir andere Vertragspartner motivieren, ihre Ambitionen zu erhöhen“, so Liese.

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