Mobilität ohne Einschränkungen durch Mitfahrer App im Kreis Olpe
Unterwegs mit „mia“
- Kreis Olpe, 20.10.2023
- Verschiedenes
Kreis Olpe. Mit Hilfe der Förderung durch die Aktion Mensch hat der Caritasverband Olpe die Mitfahr-App „mia“ ins Leben gerufen, die ab sofort von allen Menschen kreisweit genutzt werden kann.




Sie soll mobilitätseingeschränkten Personen vielfältige Möglichkeiten bieten, von A nach B zu gelangen. Denn: „Mal eben“ zu Familie und Freunden in den Nachbarort gelangen, zur Arbeit oder zum Einkaufen in die nächstgrößere Stadt? Viele Personen stellen diese „Alltagsanforderungen“ im Kreis Olpe mitunter vor große Herausforderungen.
Wer auf den ÖPNV setzt, bleibt oftmals an Ort und Stelle sitzen. Die neue App vermittelt Fahrgemeinschaften und Mitfahrgelegenheiten für den Weg zur Arbeit, zu Veranstaltungen oder sonstige Fahrten innerhalb des Kreises Olpe. Automatisch, effizient und präzise.

Hier ist der Name Programm: „mia steht für Mobilität. Inklusion. Alle und schafft eine entscheidende Voraussetzung, um gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können“, so Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes Olpe und Mitinitiator der neuen App.
Speziell für die Bedürfnisse von Pendlern und mobilitätseingeschränkten Personen entwickelt, verbindet die smarte Plattform die Aspekte Technologie, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. „Und ermöglicht zudem noch soziale Kontakte“, ergänzt Theo Selter vom Projektteam.

Besonders Menschen mit Behinderung seien von der mangelnden Mobilität im Kreis Olpe betroffen, zumal der ÖPNV nur unzureichend funktioniert. Da bleiben regelmäßige und spontane Besuche bei Freunden oder der Kinobesuch oftmals Utopie.
Sandy Gattung, Beschäftigte in den Werthmann-Werkstätten unterstreicht die Notwendigkeit dieser „persönlichen und barrierefreien Mobilität“, die für jeden Menschen in allen Lebenslagen wichtig ist. Schließlich ist durch sie soziale Teilhabe möglich. „Ich wohne in Repe, dort fahren nur selten Busse. Da bin ich froh über jede Mitfahr-Gelegenheit“, so die junge Frau dankbar.
Marc Humpert ist tagtäglich mit der Fragestellung konfrontiert, wie eine soziale Teilhabe von Menschen mit Behinderung erfolgen kann. Stets bemüht, den Menschen bestmögliche Zugangschancen an der Lebens- und Arbeitswelt zu ermöglichen, ist eine verlässliche und sichere Mobilität Grundvoraussetzung. Doch die Realität sieht leider anders aus.

„Gerade in unserer eher ländlich geprägten Gegend ist das Thema Mobilität allgegenwärtig – und mehr als ausbaufähig. Mobilitätseingeschränkte Personen werden hier im wahrsten Sinne „sitzen gelassen“. Auch im Hinblick auf die Themen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, mit denen sich der Caritasverband seit Jahren intensiv befasst, sei es nun an der Zeit, Lösungskonzepte „auf die Straße zu bringen“.
Mit Hilfe der Förderung durch die „Aktion Mensch“ hat das Projektteam aus Mitarbeitern der Werthmann-Werkstätten und des focus-Netzwerkes Leben und Wohnen die smarte Mitfahr-App ins Leben gerufen, in welcher einfach per Chat kommuniziert werden kann.
„Unsere Lösung ist ein Angebot für alle Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Dies können Menschen mit Behinderungen sein, aber auch ältere oder andere Personen, die Probleme mit der persönlichen Mobilität haben“, berichtet Theo Selter. „Alle Interessierten können ab sofort über ihr Smartphone von der mia-App, die unkompliziert und leicht zu bedienen ist, profitieren“, erklärt Marc Humpert.
„Ein Fahrtwunsch wird eingegeben, den Rest erledigt der speziell entwickelte mia-Algorithmus.“ Der Abgleich zwischen Angebot und Anfrage dauert nur wenige Sekunden, dann wird sofort eine passende Mitfahrgelegenheit angeboten – sicher, präzise und effizient. „Zudem sind kreisweit alle ÖPNV-Verbindungen integriert, so dass auch mögliche Bus- und Bahnanbindungen genutzt werden können.“
