Mehr Straftaten, aber: Kreis Olpe ist sicherste Region im ganzen Land

Kriminalstatistik 2022 vorgestellt


  • Kreis Olpe, 21.02.2023
  • Blaulicht
  • Von Wolfgang Schneider
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 von Sven Prillwitz
© Sven Prillwitz

Kreis Olpe. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Straftaten im Kreis Olpe deutlich gestiegen – und zwar um 19 Prozent. 6.031 Delikte registrierte die Kreispolizeibehörde Olpe, 965 mehr als im Jahr davor. Das ist die höchste Zahl an Straftaten seit 2016. Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die am Dienstag, 21. Februar, vorgelegt worden ist.


Wichtig für einen Vergleich mit anderen Regionen ist die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner. Diese sogenannte Häufigkeitszahl ist im vergangenen Jahr im Kreis Olpe zwar von 3.799 auf 4.530 gestiegen. Das ist aber trotzdem der niedrigste Wert in NRW und der Kreis Olpe damit der „sicherste“ im Land. Zur Einordnung: Der Landesdurchschnitt liegt bei 7.624, einige Großstädte haben eine Häufigkeitszahl von mehr als 9.000.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Straftaten je 100.000 Einwohner (sogenannte Häufigkeitszahl) in den vergangenen Jahren. von Polizei Olpe
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Straftaten je 100.000 Einwohner (sogenannte Häufigkeitszahl) in den vergangenen Jahren. © Polizei Olpe

In Sachen Aufklärung stehen die heimischen Ermittler traditionell sehr gut da. Die Aufklärungsquote sank zwar leicht auf 62,08 Prozent (2021: 64,61 Prozent), doch damit liegt die Kreispolizeibehörde Olpe landesweit auf Platz 1 (Vorjahr Platz 2) unter allen 47 Polizeibehörden. Die Plätze 2 und 3 bei der Aufklärungsquote belegen mit Siegen-Wittgenstein (61,66 Prozent) und dem Oberbergischen Kreis (61,19 Prozent) zwei benachbarte Kreispolizeibehörden. Der Landesdurchschnitt liegt dagegen nur bei 51,99 Prozent.

Die meisten Straftaten – nämlich 28,4 Prozent aller Delikte - wurden im Bereich der Stadt Olpe verübt. Es folgen Attendorn und Lennestadt mit Anteilen von 22 bzw. 20,1 Prozent. Vergleichsweise ruhig war es in Finnentrop (9,5 %), Wenden (9,4 %), Drolshagen (6,1 %) und Kirchhundem (4,6 %).

So hat sich die Aufklärungsquote in den vergangenen zehn Jahren entwickelt. von Polizei Olpe
So hat sich die Aufklärungsquote in den vergangenen zehn Jahren entwickelt. © Polizei Olpe

Kriminalität bleibt eine männliche Domäne. Von den 2.644 ermittelten Tatverdächtigen waren drei Viertel Männer. Ein knappes Viertel (23,2 %) der Tatverdächtigen war unter 21 Jahre alt. Damit sind junge Leute überproportional vertreten, denn der Bevölkerungsanteil dieser Altersgruppe liegt im Kreis bei 20,1 Prozent. 29 Prozent der Tatverdächtigen hatte nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Bevölkerungsanteil der Nichtdeutschen liegt dagegen nur bei 9,8 Prozent.

Deutlich mehr Diebstähle

Durch die registrierten Straftaten ist laut Kriminalstatistik im vergangenen Jahr ein Schaden von 3,9 Millionen Euro entstanden (2021: knapp 3,4 Mio. Euro). Davon entfielen 1,72 Millionen Euro auf Diebstahlsdelikte und 1,45 Millionen Euro auf Betrug.

Diebstähle machen mit einem Anteil von 27,8 Prozent den größten Einzelposten der Statistik aus. Es folgen Roheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit mit 21,4 Prozent und Vermögens-/Fälschungsdelikte mit 14,5 Prozent. Während bei Widerstand und tätlichem Angriff die Zahl der Straftaten um 19,6 Prozent deutlich zurückging, gab es in anderen Bereichen starke Zunahmen: schwerer Diebstahl +30,8 Prozent, Wohnungseinbruch +27,8 Prozent, Betrug +20,7 Prozent und Sexualdelikte +15,1 Prozent.

Anstieg von häuslicher Gewalt

Bei 234 Straftaten handelte es sich um Fälle von Gewaltkriminalität, von denen 204 (= 87,2 %) aufgeklärt werden konnten. Außerdem wurden 861 Körperverletzungen registriert und 291 Fälle von häuslicher Gewalt. Im Jahr zuvor hatte es nur 172 Fälle von häuslicher Gewalt gegeben. „Dieses Deliktsfeld gerät damit noch mehr in den Fokus der polizeilichen Aufmerksamkeit als es ohnehin schon der Fall ist“, heißt es dazu seitens der Polizei.

Die Jahresstatistik verzeichnet außerdem 168 Sexualdelikte, darunter 24 Fälle (Vorjahr 14) des sexuellen Missbrauchs von Kindern und 13 (10) Vergewaltigungen/sexuelle Nötigungen.

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