LSC Attendorn-Finnentrop mit Kunstflug über dem Franzosenkopf

Weltmeister als Lehrmeister


Beim Kunstflug steht die Welt auch gerne einmal auf dem Kopf. von privat
Beim Kunstflug steht die Welt auch gerne einmal auf dem Kopf. © privat

Heggen. Während man die Segelflieger des LSC Attendorn-Finnentrop normalerweise am Wochenende über dem Flugplatz in Heggen gemütlich umhergleiten sieht, nutzten einige von ihnen jetzt den dreidimensionalen Luftraum voll aus. Looping, Rolle, Turn und Rückenflug hießen nur einige der Figuren, die auf dem Kunstfluglehrgang geflogen wurden.


In diesem Sommer tauschte der LSC ein fast 40 Jahre altes Schulungsflugzeug gegen einen Nachfolger desselben Flugzeugtyps. Die Schleicher ASK 21 B ist ein doppelsitziges Schulungsflugzeug, das auch für den Kunstflug zugelassen ist. Da lag es nah, dass einige der besten Piloten des Vereins sich eine Lizenz zum Kunstflug zulegen wollten. Segelkunstflug sollte man nicht mit der oft gezeigten Luftakrobatik auf irgendwelchen Flugshows vergleichen oder gar verwechseln.

Wie bei anderen Sportarten auch, wie etwa Kunstturnen, geht es hier vielmehr darum, durch sauber durchgeführte Figuren Punkte bei Wettbewerben zu sammeln. Es herrschen klare Regeln, die der Sicherheit der Piloten und Zuschauer gelten.
Keine Zirkusakrobatik
So darf unter einer Mindesthöhe von etwa 500 Metern kein Kunstflug mehr durchgeführt werden und jeder Kunstflug muss bei der Deutschen Flugsicherung angemeldet werden. Spektakuläre Tief- und Formationsflüge zum Vergnügen der Zuschauer gibt es hier nicht, dies wäre auch eher mit Zirkusakrobatik vergleichbar.
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Dennoch hat es den einen oder anderen Zuschauer auf den Flugplatz in Heggen angelockt und es gab staunende Gesichter. Der Lehrgang wurde von zwei sehr erfahrenen Ausbildern abgehalten, Helge Schulz zur Wiesch und Michael Spitzer. Michael, genannt „Spitzi“,  hat selbst in diesem Jahr an der Weltmeisterschaft im rumänischen Deva erfolgreich teilgenommen.

Er erlangte in der Klasse unlimited in der Einzelwertung Platz 3 und in der Teamwertung sogar Platz 1. Er ist also ein echter Weltmeister, der den Piloten vom LSC die Paradedisziplin Kunstflug beibrachte.
Anders als beim klassischen Segelfliegen nach oben keine Grenzen gesetzt
Wo es sich beim klassischen Segelfliegen meist mehr oder weniger um horizontal ausgeführte Flugbewegungen handelt, gibt es beim Kunstflug auch nach oben und unten keine Grenzen. Es gibt zahlreiche Flugfiguren, die in ihrer Ausübung unterschiedlich schwer sind und daher auf Wettkämpfen dem Piloten unterschiedlich viele Punkte einbringen. Dabei können Beschleunigungskräfte auftreten, sogenannte g-Kräfte, die ungeübte Personen schnell an ihre physischen Grenzen bringen.

Während des Lehrgangs fand Michael Spitzer auch die Zeit, ein paar andere interessierte Hobbypiloten des Vereins als Gastflieger in einem speziell für Kunstflug konstruierten Segelflugzeug mitzunehmen. Obwohl sie prinzipiell wussten, worauf sie sich bei diesem speziellen Flug einlassen, waren alle extrem beeindruckt.
Drei LSC-Piloten lassen sich auf Chance ein
Segelkunstflug ist sicher nichts für schwache Nerven und auch für Zuschauer beeindruckend anzusehen. Es ist aber auch eine Sportart wie viele andere mit den verschiedensten Meisterschaften. Einer der Teamweltmeister 2019 brachte drei erfahrenen Piloten des LSC Attendorn-Finnentrop in den letzten zwei Wochen das Handwerk des Kunstfluges erfolgreich bei.

„So können wir zukünftig regelmäßig mit dem Segelflieger in den Himmel gezeichnete Figuren über Heggen bestaunen. Die Mitglieder des LSC freuen sich sehr über interessierte Besucher und beantworten auch gerne alle möglichen Fragen zum Flugsport, nicht nur zum Segelkunstflug“, teilt der LSC Attendorn-Finnentrop mit.
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