Lebhafte Sommersitzung des Außenwirtschaftsausschusses
Corona-Erfahrungen
- Kreis Olpe, 17.08.2020
Siegen/Kreis Olpe. Zu ihrer Sommersitzung sind kürzlich 35 der im Juni neu berufenen Mitglieder des Außenwirtschaftsausschusses im Bernhard-Weiss-Saal der IHK Siegen zusammengekommen.




Nachdem Jens Brill, Leiter der IHK- Außenwirtschaft, den World Business Outlook des weltweiten Auslandshandelskammernetzwerkes vorgestellt hatte, berichteten die Ausschussmitglieder reihum von ihren Erfahrungen aus den vergangenen sechs Monaten. Dabei ging es ganz konkret um die Auswirkungen, die die COVID-19-Pandemie für die heimischen Unternehmen im Außenhandel mit sich brachte. Es wurde hierbei schnell deutlich, dass niemand von der Krise völlig verschont blieb.
Der Ausschuss erörterte Probleme mit Zulieferern, rechtliche und rein tatsächliche Unsicherheiten bei Mitarbeiterentsendungen und ganz besonders die erheblichen logistischen Einschränkungen im weltweiten Warenverkehr. Viel Beachtung fand insofern eine Darstellung der coronabedingten Schwierigkeiten von Transport und Verkehr, die Uwe Stupperich, Geschäftsführer des global agierenden Logistik-Dienstleisters MGI aus Siegen, der Runde bot.


Arnold Vetter, geschäftsführender Gesellschafter der Burbacher VETTER Industrie GmbH, blickte auf das große Ganze und zeigte sich besorgt: „Das Pandemiegeschehen ist nicht die einzige Geißel des Weltmarkts. Die politischen Unwägbarkeiten auf dem Globus nehmen zu; gerade der Protektionismus greift um sich und hindert vielerorts Marktzugang und Investitionen.“
Handelsabkommen voranzubringen und praxisnah auszugestalten, lautete eine einhellige Forderung an die Politik. Sodann gab Jens Brill einen Ausblick auf die von der Bundesregierung noch für diese Legislaturperiode angekündigte Gesetzesinitiative für ein Lieferkettengesetz, mit dem deutsche Unternehmen international zur Wahrung menschenrechtlicher Sorgfalt verpflichtet und hierfür auch haftbar gemacht werden sollen. Ohne Einschränkungen sahen die Ausschussmitglieder die Achtung der Menschenrechte als unabdingbare Grundlage ihres Handeltreibens an.
„Eine Benachteiligung des hiesigen Mittelstandes im internationalen Wettbewerb durch allein uns treffende Berichtspflichten, Kosten und Haftungsregime darf es nicht geben“, stellte Rainer Dango klar. Und auch IHK-Präsident Felix G. Hensel brachte die Haltung der Ausschussmitglieder auf den Punkt: „Unsere Wirtschaft steckt noch mitten in der Corona-Krise. Wir können nur hoffen, dass der Politik bessere Dinge einfallen, als den Unternehmen neuen Druck zu machen. Den Menschenrechten weltweit Geltung zu verschaffen ist gut und richtig. Diese Aufgabe unterfällt aber dem Primat der Politik und gehört nicht ausgelagert auf die einzelnen Wirtschaftsunternehmen.“
Zum Abschluss gab der Vorsitzende Rainer Dango der Hoffnung aller Ausdruck: „Die Zeiten sind keineswegs einfach. Doch Jammern hilft nicht, und das ist auch nicht unsere Art. Ich wünsche uns allen, dass uns ein erneuter Lockdown erspart bleiben möge, wir die Dinge anpacken und wir baldig wieder zum neuerlichen Austausch in Präsenz zusammenfinden können.“
