Lebensmüdigkeit. Der einzige Ausweg aus tiefer Verzweiflung?


Dr. Christine Menges, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie in Olpe. von Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen
Dr. Christine Menges, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie in Olpe. © Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen

Kreis Olpe. Dr. Christine Menges, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, erläutert in einem laienverständlichen Vortrag am 16. November ab 16.30 Uhr im Olper St. Martinus-Hospital, was hinter Suizidalität steckt und wie Angehörige und Betroffene damit umgehen können.


Dr. Christine Menges, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie am Olper St. Martinus-Hospital, erläutert in einem laienverständlichen Vortrag am 16. November, was hinter Suizidalität steckt und wie Angehörige und Betroffene damit umgehen können. Suizidalität, umgangssprachlich Lebensmüdigkeit genannt, kommt nicht, wie oft angenommen, nur bei depressiven Menschen vor. Die Auslöser für einen Suizid sind vielfältig und reichen von psychischen und oder physischen Erkrankungen bis hin zu Lebenskrisen wie Arbeitsplatzverlust oder Ehescheidung.

Wenn sich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit in der seelischen Entwicklung weit zugespitzt haben, scheint die Selbsttötung für die Betroffenen der einzige Ausweg zu sein. In Deutschland nehmen sich laut statistischem Bundesamt jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen das Leben. Die Zahl der Toten durch Suizid übersteigt damit deutlich die Zahl der Verkehrstoten.
Leben wirkt unaushaltbar
 „Wir erleben suizidgefährdete Menschen in einem frühen Stadium der Zuspitzung als innerlich hin und her gerissen. Das Leben wird auf der einen Seite als unaushaltbar empfunden, andererseits jedoch verspüren sie eine Art Selbsterhaltungstrieb und Verantwortung sich selbst und insbesondere ihren Angehörigen gegenüber“, erläutert Dr. Christine Menges, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Olper St. Martinus-Hospital.

„Der Umgang mit und die Therapie von suizidgefährdeten Menschen ist komplex. Grundsätzlich gehört jeder Suizidgefährdete in fachkompetente Hände, z. B. die eines Facharztes. In der Regel sind es aber zuerst Angehörige, Freunde und Bekannte, die erahnen, dass jemand suizidal ist.“ Bei Anzeichen von Suizidalität stehen diese jedoch zunächst hilflos und überfordert vor der Problematik und wissen nicht, wie sie mit den Betroffenen umgehen sollen.
Angebot für Angehörige
 Aus diesem Grund führt die Chefärztin am Mittwoch, 16. November, ab 16.30 Uhr im Konferenzraum des Verwaltungsgebäudes (2. OG gegenüber des St. Martinus-Hospitals) in einem Vortrag in die Thematik ein und gibt Hinweise zum Verständnis und besseren Umgang mit Betroffenen. Die kostenlose Veranstaltung richtet sich neben den Angehörigen, Freunden, Bekannten und Interessierten auch an Betroffene selbst.
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