Lars Martin: Perspektivlosigkeit im Hotel- und Gaststättengewerbe

Schaden muss komplett ersetzt werden


  • Kreis Olpe, 23.03.2021
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Lars Martin, stellvertretender Geschäftsführer der DEHOGA. von privat
Lars Martin, stellvertretender Geschäftsführer der DEHOGA. © privat

Kreis Olpe. „Wir fühlen uns abgeschrieben, verraten und verkauft, im Stich gelassen, hilflos und mutlos und ich kann das Wort perspektivlos nicht mehr hören“, fasst Lars Martin, stellvertretender Geschäftsführer der DEHOGA, seine Emotionen und die der gesamten Branche nach dem Bund-Länder-Gipfel am Montag, 22. März, zusammen.


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Nachdem die Hotel- und Gaststättenbranche bei den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels erneut wenig Beachtung - und wenn höchstens mit weiteren Einschränkungen - gefunden hat, und den Gastronomen und Hoteliers nicht ansatzweise eine Perspektive gegeben wird, macht Lars Martin, seinem Unverständnis erneut Luft.

Er bringt es auf den Punkt: „Die Perspektive für das Hotel- und Gaststättengewerbe ist weiterhin, dass hunderttausende Unternehmer und mit ihnen mehr als 2 Millionen Arbeitnehmer seit einem halben Jahr keine Perspektive haben.“

Alleiniger Blick auf Inzidenz reicht nicht aus 

Der stellvertretende Geschäftsführer der DEHOGA fasst die Ergebnisse der letzten Nacht aus seiner Sicht so zusammen, dass die Bundesregierung und die Länderchefs nicht Willens oder nicht in der Lage seien, sich abseits von unstreitbar steigenden Inzidenzwerten konstruktiv mit der Corona-Krise auseinanderzusetzen. Die DEHOGA hält das für falsch.

„Alleine der Blick auf die Inzidenz ist nicht ausreichend. Wir, und da haben wir zahlreiche Wissenschaftler auf unserer Seite, können nicht erkennen, dass von einem ordentlich geführten Hotelbetrieb, dass von einer Außengastronomie mit viel frischer Luft und einer ordentlichen Kontaktnachverfolgung irgendwo ein gesteigertes Infektionsrisiko ausgeht."

Die Schilder, wie hier bei Steinhoffs in Schönholthausen, sprechen eine eindeutige Sprache: Das Gastgewerbe vor dem Aus retten.  von privat
Die Schilder, wie hier bei Steinhoffs in Schönholthausen, sprechen eine eindeutige Sprache: Das Gastgewerbe vor dem Aus retten. © privat

"Und auch die klassische Gastronomie mit einer Kontrolle von Abständen, Luftfiltern und den weiteren Hygienemaßnahmen, die sich bewährt haben, wäre eine gute und sichere Alternative zu den Treffen in engen Wohnzimmern, die sich gerade über die Feiertage nicht verhindern lassen“, so Lars Martin.

Der stellvertretende DEHOGA-Geschäftsführer stellt auf den Prüfstand, wie lange sich der Staat das noch leisten könne und macht deutlich: „Die Betriebe können es nicht mehr. Der Unwillen und das Unvermögen uns endlich eine Öffnungsperspektive zu geben, bedeutet nun, dass unsere Unternehmer weiterhin ein Anrecht auf eine angemessene finanzielle Kompensation haben. Ich meine einen Schadensersatz, der sich nicht an willkürlichen Fixkosten, sondern am Vorjahresumsatz orientiert. Der entstandene Schaden muss komplett ersetzt werden und das muss die Politik in Bund und Land endlich kapieren und umsetzen“, so die klare Forderung der DEHOGA.

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