Landrat mit klarem Amtsbonus - Verteidigt CDU die absolute Mehrheit?
Kommunalwahl 2025: So ist die Situation auf Kreisebene
- Kreis Olpe, 21.08.2025
- Politik
- Von Wolfgang Schneider
Kreis Olpe. Im Vorfeld der Kommunalwahlen am Sonntag, 14. September, stellt LokalPlus in einer kleinen Serie die Ausgangslage in allen sieben Städten und Gemeinden sowie im Kreis Olpe vor. Heute beleuchten wir die Situation auf Kreisebene. Drei Kandidaten bei der Landratswahl und - je nach Wahlbezirk – sieben bis acht Parteien-Kandidaten – die Auswahl bei der Kommunalwahl auf Kreisebene ist umfangreich.




Landrat Theo Melcher geht mit einem ordentlichen Amtsbonus in die Wahl. In seiner ersten Amtszeit hat er vieles richtig gemacht und sich zudem zukunftsorientiert und dynamisch präsentiert. Der Fretteraner (Jahrgang 1960) gilt als ebenso bürgernah wie kompetent und fleißig.
Für Christdemokrat Melcher wird nicht die Frage sein, ob er wiedergewählt wird, sondern ob er sein Ergebnis aus dem Jahr 2020 (65,8 Prozent) halten oder sogar verbessern kann.

Die SPD schickt Nezahat Baradari ins Rennen. Die 60-jährige Kinderärztin aus Attendorn ist auf der politischen Bühne keine Unbekannte. Von 2019 bis Frühjahr dieses Jahres saß sie als Abgeordnete im Bundestag. Eben diese politische Erfahrung führen die Sozialdemokraten für ihre Kandidatin als Pluspunkt an, ebenso ihre familienfreundliche Vision für die Region.
Dritter im Kandidaten-Trio ist Klaus Heger. Der Wendener tritt für die AfD an und war in der Vergangenheit bereits zweimal Bundestagskandidat seiner Partei. Der 69-Jährige ist seit 2020 Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag.
Im CDU-dominierten Kreis Olpe dürften die Chancen von Baradari und Heger auf den Landrats-Posten eher überschaubar sein. Beide führen übrigens auch die Reservelisten ihrer Parteien bei der Kreistagswahl an.

Bei der Kreistagswahl vor fünf Jahren verteidigte die CDU mit 51,6 Prozent ihre absolute Mehrheit, büßte aber 2,6 Prozentpunkte ein. Die SPD rutschte von 23,3 auf 18,4 Prozent ab. Gewinner waren damals die Grünen, die von 7,0 auf 12,2 Prozent kletterten.

Einbußen von 1,6 Prozentpunkten musste die UWG hinnehmen, die 7,5 Prozent erreichte. Auf den hinteren Plätzen landeten die FDP mit 4,3 (+0,6 Punkte), die erstmals angetretene AfD mit 4,0 und die Linke mit 2,0 Prozent (-0,7 Punkte).
Die Kräfteverhältnisse im Kreistag sind klar: Die CDU hat mit 25 der 48 Sitze eine komfortable Mehrheit. Man darf gespannt sein, ob es ihr gelingt, die absolute Mehrheit zu verteidigen. Zweitstärkste Kraft ist die SPD mit neun vor den Grünen mit sechs Sitzen. Die UWG stellt drei, FDP und AfD stellen jeweils zwei Kreistagsmitglieder. Einen Sitz hat die Linke, die damit keinen Fraktionsstatus hat.

Auf Platz eins der CDU-Reserveliste steht Holger Mester. Der Halberbrachter ist seit dem Frühjahr Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und Nachfolger von Wolfgang Hesse. Spitzenkandidaten von UWG und FDP sind deren Fraktionsvorsitzende Meinolf Schmidt und Claudia Berling (beide Attendorn). Den Spitzenplatz bei den Grünen belegt Hiltrud Ochel aus Ottfingen und bei der Linken deren Kreistagsmitglied Thomas Bock (Attendorn).
Etwa ein Drittel der Wähler haben zudem noch eine weitere Alternative: das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Kandidaten des BSW treten in acht der 24 Kreistagswahlbezirke an – und zwar in den Bezirken 3 (Attendorn), 13 (Lennestadt), 16-19 (alle Olpe) sowie 22 und 24 (beide Wenden). Da es bei der Kreistagswahl nur eine Stimme gibt, mit der man den Wunschkandidaten (und dessen Partei) wählt, ist das BSW in den übrigen 16 Bezirken nicht wählbar.
