Kreis verteidigt Impfhandhabe: „Müssen uns an die Vorgaben halten“

Verärgerung bei einigen Feuerwehrleuten


  • Kreis Olpe, 19.04.2021
  • Gesundheit & Medizin
  • Von Wolfgang Schneider
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Kreis Olpe. Die kurzfristig freigewordenen Impftermine für Mitglieder von Sondergruppen haben am Wochenende, 17./18. April, offensichtlich zu Irritationen geführt. Betroffen waren mehrere Feuerwehrleute, die einen Termin gebucht hatten, aber entweder per E-Mail später eine Absage erhielten oder im Impfzentrum als nicht berechtigt zurückgewiesen wurden.


„Wir müssen uns an die Vorgaben des Landes halten. Die Feuerwehren sind als Sondergruppe noch nicht an der Reihe“, betonte der Leiter des Corona-Krisenstabes, Andreas Sprenger, auf Anfrage von LokalPlus. Einige Wehrleute hätten das offenbar nicht gewusst oder den Aufruf falsch verstanden und sich deshalb angemeldet. „Wir können aber keine vorrangige Priorisierung machen und uns über die entsprechenden Erlasse hinwegsetzen“, so Sprenger.

Noch nicht an der Reihe

Deshalb seien nicht berechtigte Impftermine entweder per Mail wieder storniert worden oder die betreffenden Leute im Impfzentrum wieder nach Hause geschickt worden. Das gelte sowohl für Feuerwehrangehörige als auch für Mitglieder anderer Berufsgruppe, die laut Minister-Erlass momentan noch nicht an der Reihe seien.

Nach LokalPlus-Informationen gab es aber auch einige Wehrleute, die am Wochenende ihre Impfung erhalten haben, während Kameraden der selben Einheit abgewiesen wurden. „Wo Menschen arbeiten, können auch Fehler passieren. Dann fällt auch schon mal jemand durchs Raster“, meinte Sprenger. Generell seien die Mitarbeiter sehr genau bei der Prüfung der Impfberechtigung.

Absprache mit Brandmeistern

Auch wenn die Feuerwehren laut Impfpriorisierung noch nicht an der Reihe sind, haben bereits viele Wehrmitglieder die erste Impfung erhalten. Das sei deshalb möglich, weil flexibel reagiert werden, wenn kurzfristig Impfstoff übrig sei. Dann würden nach Absprache mit dem Kreis- und dem jeweiligen Stadt- oder Gemeindebrandmeister einzelne Löschgruppen oder -züge angesprochen. Sprenger: „Wir machen die Impfung dann ganz kurzfristig und in Gruppen. Das hat bisher gut funktioniert und deshalb sind schon zahlreiche Wehrleute geimpft.“

Geimpft wird im Impfzentrum Attendorn derzeit bei der Erstimpfung ausschließlich Biontech oder Moderna. Das gilt für alle Altersgruppen. Deshalb, so Kreispressesprecher Hans Werner Voß, sei es auch möglich, Mitglieder von Sondergruppen, die unter 60 Jahre alt seien, kurzfristig zu impfen, wenn Impfberechtigte der Altersgruppe Ü 70 ihre Termine absagen.

AstraZeneca nur für Zweitimpfung

Der Impfstoff von AstraZeneca ist derzeit im Impfzentrum Attendorn knapp und wird deshalb nur für Zweitimpfungen eingesetzt. Außerdem hat man die Termine der Zweitimpfung mit AstraZeneca inzwischen von neun auf zwölf Wochen nach der Erstimpfung verlegt, da dieser Abstand laut Andreas Sprenger den bestmöglichen Impfschutz bietet.

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