Kreis Olpe ist finanziell solide aufgestellt
Prüfung durch gpaNRW
- Kreis Olpe, 11.06.2023
- Wirtschaft
Kreis Olpe. Die Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen (gpaNRW) hat sich vom Kreis Olpe im Rahmen der überörtlichen Prüfung ein genaues Bild gemacht.




Die wesentlichen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen wurden jetzt den Kreistagsmitgliedern durch die Projektleiterin Ute Ledebur, die gpa-Prüfenden Mathias Elbers, Julia Richter und Anika Wolff sowie gpa-Vizepräsidentin Simone Kaspar vorgestellt.
Im Fokus der Prüfung standen die Handlungsfelder Finanzen, Tax Compliance Management System, Informationstechnik, Hilfe zur Erziehung, Hilfe zur Pflege, Bauaufsicht, Vergabewesen sowie Verkehrsflächen mit Straßenbegleitgrün.
Die Haushaltssituation des Kreises Olpe ist gut. Es konnten überwiegend Jahresüberschüsse erzielt werden. Auch die Haushaltssituation der kreisangehörigen Kommunen im Kreis Olpe ist vergleichsweise gut. Die Eigenkapitalausstattung des Kreises ist im interkommunalen Vergleich unterdurchschnittlich. Auch aufgrund steigender Risiken – einsetzende Rezession und hohe Energiekosten – ist eine gute Haushaltssteuerung wichtig.

Das Themenfeld Tax Compliance Management System (TCMS), welches der Überwachung und Steuerung von Steuerrisiken dient, ist erstmals Teil der Prüfung. „Weitere Schritte in Form eines vollständigen Vertragsscreenings, eines umfassenden Fortbildungskonzeptes sowie eines regelmäßigen Berichtswesens sollten nun gegangen werden“, empfiehlt Julia Richter.
Der Kreis Olpe ist beim Thema Digitalisierung auf einem guten Weg zu einer medienbruchfreien bürgerfreundlichen Verwaltungsarbeit, wie die gpaNRW bescheinigt. Tatsächlich sind bereits viele Bereiche der Verwaltung digitalisiert – sogar über bestehende Vorgaben hinaus.
Das Handlungsfeld Hilfe zur Erziehung besitzt für nahezu alle Kreise eine große finanzielle Dimension. Beim Kreis Olpe stellte die gpaNRW ein grundsätzlich positives Bild fest.
Die gpaNRW begrüßt die engmaschige Präventionsarbeit von Jugendamt und Kooperationspartnern ebenso wie ein bereits gut positioniertes Fach- und Finanzcontrolling. Der Aufbau von weiteren Kennzahlen und aufschlussreichere Auswertungen könnten das Fach- und Finanzcontrolling weiter verbessern.

Auch der Bereich Hilfe zur Pflege war Bestandteil der gpa-Prüfung. „Der Kreis lebt seit geraumer Zeit den Grundsatz ‚ambulant vor stationär‘ mit einem qualifizierten Beratungsangebot. Die Transferaufwendungen des Kreises sind im ambulanten Bereich unterdurchschnittlich, während sie im stationären überdurchschnittlich sind. Das Fach- und Finanzcontrolling ist gut strukturiert“, beschreibt Ute Ledebur die Fakten.
Optimierungsmöglichkeiten sind in den Arbeitsabläufen der Bauaufsicht des Kreises vorhanden. Positiv ist, dass die Bauverwaltung eingehende Bauanträge digitalisiert und das sich anschließende Genehmigungsverfahren gänzlich digital führt.

Das Vergabewesen des Kreises Olpe ist unterteilt in die Vergaben der Kreisverwaltung sowie der Kreiswerke, die für Wasserversorgung, Straßenunterhaltung und Gebäudemanagement zuständig sind. „Die Vergabeprozesse der Kreiswerke basieren auf gut strukturierten Verfahren.

Das Verkehrsflächenmanagement des Kreises Olpe steht vor besonderen strukturellen Gegebenheiten durch mehr Verkehrsfläche je Einwohner als andere NRW-Kreise. Zur Steuerungsunterstützung im Umgang mit Straßenbegleitgrün empfiehlt die gpaNRW den Einsatz einer speziellen Bauhof-Software.
