Kauflaune im Keller - Einzelhandel hofft auf gutes Weihnachtsgeschäft

Umfrage der IHK


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Symbolfoto Shopping: Die Einkaufstaschen der Verbraucher sind aktuell nur spärlich gefüllt. von Pixabay.com
Symbolfoto Shopping: Die Einkaufstaschen der Verbraucher sind aktuell nur spärlich gefüllt. © Pixabay.com

Kreis Olpe/Siegen. Die schlechte Konsumstimmung liegt wie Mehltau über dem lokalen Einzelhandel. Die großen Unsicherheiten der Verbraucher und die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten bekommen die regionalen Händler deutlich zu spüren.


„39 Prozent der Einzelhandelsbetriebe melden geringere Umsätze im Vergleich zum Frühjahr. Fast jeder zweite Betrieb berichtet von einer verschlechterten Ertragslage. 69 Prozent geben ein zurückhaltendes Kaufverhalten der Kundschaft an.“ So kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener die Ergebnisse einer aktuellen IHK-Umfrage, an der sich knapp 60 Einzelhändler aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligt haben.

Konsumenten halten Geld zusammen

Die Befürchtungen der Einzelhändler vor einem schleppenden Sommergeschäft haben sich bestätigt. Die Konsumenten halten ihr Geld zusammen. Das Preisbewusstsein steigt und die Online-Konkurrenz ist groß. Insbesondere der Kfz-Einzelhandel meldet schlechtere Geschäfte. Neun von zehn Autohändlern berichten von einer trüben Konsumstimmung; sechs von zehn von Umsatzrückgängen im Vergleich zum Frühjahr. Zudem belastet die sinkende Baunachfrage den Einzelhandel mit Möbeln und Küchen.

Die ganzen Hoffnungen liegen auf einem guten Vorweihnachtsgeschäft. 27 Prozent erwarten in den kommenden Monaten steigende Umsätze. Klaus Gräbener: „Für zahlreiche Händler ist das Weihnachtsgeschäft existenziell wichtig. Noch hat der heimische Einzelhandel die Zuversicht auf ein Anspringen der Konsumlaune nicht aufgegeben. Aber: Euphorie fühlt sich anders an.“ Wichtig sei, dass die Lebenshaltungskosten wieder sinken oder zumindest nicht weiter steigen, damit die Kundschaft ihre Konsumzurückhaltung aufgebe.

Kostendruck wächst

Statistik-Experte Stephan Häger ergänzt: „Sorge bereitet uns zudem die angespannte Finanzlage. Um die Konsumlaune nicht komplett in den Keller zu drücken, können die Händler die hohen Energiekosten nur teilweise an den Endverbraucher weitergeben. Im Ergebnis müssen sie die Mehrkosten selbst schultern.“

Die Energie- und Rohstoffpreise werden mit Abstand als größtes Risiko (72 %) für die wirtschaftliche Entwicklung eingestuft. Ebenfalls große Sorgen bereiten den Händlern die Inlandsnachfrage (59 %), der Fachkräftemangel (58 %) und die hohen Arbeitskosten (47 %). Stephan Häger: „Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern wird auch im lokalen Einzelhandel immer herausfordernder. Mehr als die Hälfte meldet einen Personalbedarf.“

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