Industrie im IHK-Bezirk robust – Positive Entwicklung im Kreis Olpe
„Unternehmen im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld“
- Kreis Olpe, 04.09.2026
- Wirtschaft
Kreis Olpe/Siegen. Die Industrie im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen hat im ersten Halbjahr 2026 mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten erzielten von Januar bis Juni einen Gesamtumsatz von rund 8,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent. Ein wesentlicher Teil des Anstiegs ist auf die positive Entwicklung im Kreis Olpe zurückzuführen.

„Die Umsatzentwicklung ist noch stabil. Die Industrie in unserer Region zeigt sich auch im Vergleich zu NRW insgesamt robust“, betont Dr. Thilo Pahl, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen. „Zugleich bleibt die konjunkturelle Entwicklung herausfordernd. Die Unternehmen bewegen sich weiterhin in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.“
Während im Kreis Siegen-Wittgenstein der Gesamtumsatz lediglich um 0,4 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro zulegen konnte, verzeichnete die Industrie im Kreis Olpe ein Plus von 5,2 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro. Damit ist ein wesentlicher Teil des Anstiegs auf die positive Entwicklung im Kreis Olpe zurückzuführen.




Der Auslandsumsatz der Industrie im IHK-Bezirk erhöhte sich um 4,9 Prozent auf – im Kreis Olpe stieg das Exportgeschäft um 5,9 Prozent.
„Das Exportgeschäft liefert derzeit einen ganz entscheidenden Beitrag zur Umsatzentwicklung. Dennoch bleibt die Lage fragil. Die Unternehmen bewegen sich in einem Umfeld aus geopolitischen Risiken, Handelskonflikten und Unsicherheiten. Ob sich das Exportplus verstetigen kann, ist deshalb offen.“ Der Inlandsumsatz im IHK-Bezirk nahm lediglich um 0,5 Prozent zu (Kreis Olpe +4,8 Prozent).
Auch bei den einzelnen Industriebranchen zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung. Besonders dynamisch entwickelte sich der Maschinenbau. Sein Gesamtumsatz stieg um 12,5 Prozent. Auch die Elektrotechnik legte um 7,4 Prozent zu. Dagegen sank der Umsatz in der energieintensiven Metallerzeugung und -bearbeitung um 9,9 Prozent.

„Die positiven Zahlen einzelner Branchen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich größere Teile der Industrie weiterhin in schwierigem Fahrwasser befinden“, berichtet IHK-Referatsleiter Stephan Häger. „Für eine nachhaltige Erholung braucht die Industrie bessere Standortbedingungen – insbesondere bei Energiepreisen, Bürokratie und Investitionssicherheit.“

Die Beschäftigungsentwicklung in der Industrie bleibt ein Belastungsfaktor. Im Juni 2026 waren im IHK-Bezirk 50.658 Personen in Industriebetrieben mit 50 und mehr Beschäftigten tätig. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

„Die Unternehmen bleiben bei Neueinstellungen zurückhaltend und prüfen ihre Kostenstrukturen genau. Gleichzeitig verschärft der demografische Wandel den Fachkräftemangel“, so Stephan Häger.
