Immer weniger Frauen im Kreis Olpe gehen zur Krebsfrüherkennung
Bei Männern leichter Anstieg zu verzeichnen
- Kreis Olpe, 27.08.2022
- Verschiedenes
Kreis Olpe. Krebs ist bei Männern und Frauen im Kreis Olpe nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen unverändert die häufigste Todesursache. Umso verwunderlicher ist es, dass das Angebot zur Krebs-Früherkennung nur so wenig genutzt wird. Im Kreis Olpe war im vergangenen Jahr gerade einmal jeder fünfte Mann über 45 Jahren (19,8 Prozent) bei der Krebsvorsorge.





Die Inanspruchnahme ist immerhin im Vergleich zum Vorjahr mit 17,9 Prozent leicht gestiegen, liegt aber immer noch auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre. Bei den Frauen ist die Inanspruchnahme in 2021 sogar weiter gesunken.
„Sowohl Frauen als auch Männer sollten die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen. Denn wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen. Die Chance der frühen Diagnostik sollte unbedingt genutzt werden”, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider.





Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters NRW wurden im Jahr 2019 insgesamt 149.222 Krebs-Neuerkrankungen und 52.746 Todesfälle in Nordrhein-Westfalen erfasst. Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden jedenfalls aus. „Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, sagt Schneider.
Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Männer können ab 50 Jahren zweimal eine Darmspiegelung auf Kosten ihrer gesetzlichen Krankenkasse vornehmen lassen.

Die zweite Darmspiegelung wird frühestens 10 Jahre nach der ersten angeboten, sofern bei der ersten Darmspiegelung keine Auffälligkeiten gefunden wurden. Wahlweise kann jährlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen werden, ab 55 Jahren alle zwei Jahre.

Seit Anfang 2020 gibt es ein neues organisiertes Verfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Frauen haben ab dem Alter von 20 Jahren nach wie vor einmal jährlich Anspruch auf Krebs-Früherkennung. Dazu gehören Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals.

Ab dem 35. Lebensjahr findet der Abstrich alle drei Jahre statt, zusätzlich erfolgt ein Test auf humane Papillomviren (HPV). Ab dem 31. Lebensjahr ist ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen.
Von 50 bis 69 Jahren wird alle zwei Jahre eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screenings angeboten. Zur Darmkrebsfrüherkennung wird ab dem 51. Lebensjahr einmal jährlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten, ab 55 Jahren alle zwei Jahre. Alternativ ist ab 55 Jahren zweimal eine Darmspiegelung möglich. Die zweite wird frühestens 10 Jahre nach der ersten angeboten, sofern bei der ersten keine Auffälligkeiten gefunden wurden.
Bei besonderen Risiken oder Beschwerden sind Darmspiegelungen nach wie vor - unabhängig von den Krebs-Früherkennungsuntersuchungen - bei Männern und Frauen möglich. Zur regelmäßigen Darmkrebsvorsorge werden gesetzlich Versicherte von ihrer Krankenkasse schriftlich eingeladen.
