Groschek fordert Respekt vor Straßenwärtern

NRW-Verkehrsminister spricht von verantwortungsvollem und riskantem Job


Straßen im Winter von Schnee und Eis zu befreien, gehört ebenfalls zu den Aufgaben eines Straßenwärters. von Symbol Nils Dinkel
Straßen im Winter von Schnee und Eis zu befreien, gehört ebenfalls zu den Aufgaben eines Straßenwärters. © Symbol Nils Dinkel

Kreis Olpe. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek fordern, die Arbeit von Straßenwärtern mehr zu würdigen. Verkehrsteilnehmer sollten ihren Frust über Staus und stockenden Verkehr „nicht an denen auszulassen, die dafür sorgen, dass das Fahren auf nordrhein-westfälischen Straßen sicher bleibt“. Hintergrund dieses Appells ist die „Woche des Respekts", zu der die Landesregierung für den Zeitraum 14. Bis 18. November aufgerufen hat.


„Unsere Straßenwärter werden beschimpft und aggressiv angehupt, und das nur, weil sie ihren Job machen. Dieser Frustabbau an den Menschen, die für unser aller Verkehrssicherheit sorgen, ist für mich nicht akzeptabel", sagte Groschek. „Eine Gesellschaft kann nur zusammenhalten, wenn sie anständig und respektvoll miteinander umgeht“, so der Minister, der vor den Mitarbeitern des Landesbetriebs den Hut ziehe: „Ohne sie wäre der Verkehr auf den Straßen viel gefährlicher. Daran möchte ich alle Autofahrerinnen und Autofahrer erinnern."

Respektlosigkeiten gegenüber Straßenwärtern stünden in krassem Gegensatz zu Bedeutung, Verantwortung und Risiko ihrer Arbeit, fügte Elfriede Sauerwein-Braksiek hinzu. „Das Risiko eines Straßenwärters bei einem Arbeitsunfall ums Leben zu kommen, ist 13 Mal höher als in der gewerblichen Wirtschaft", sagte die Direktorin von Straßen.NRW. Seit 1993 sind Straßenwärter im Dienst in mehr als 500 Unfälle verwickelt worden. 19 Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Allein in diesem Jahr sind bereits vier Straßen.NRW-Mitarbeiter verletzt worden.
Hohe psychische Belastung bei Unglücksfällen
 Der Beruf des Straßenwärters könne in Unglücksfällen auch eine enorme psychische Belastung mit sich bringen, erklärte Sauerwein-Braksiek. Die Reaktionen auf traumatisierende Erlebnisse, aber auch auf Beschimpfungen und Respektlosigkeiten seien so unterschiedlich wie die Menschen selbst:  Die einen steckten es gut weg, die anderen suchen das Gespräch, wiederum andere trügen Belastungen mit sich herum. „Wir sorgen dafür, dass traumatisierte Kollegen schnellstmöglich psychologische Hilfe bekommen. Mit den Landschaftsverbänden und der Alexianer GmbH haben wir entsprechende Verträge. Außerdem gibt es bei Straßen.NRW ein Netz von geschulten Mitarbeitern, die als soziale Ansprechpartner oft erste Anlaufstation sind."

Alles, was Straßenwärter selber tun können, um ihre Sicherheit zu erhöhen, werde im sogenannten Sicherheitsparcours trainiert, so Sauerwein-Braksiek weiter. Die Einschätzung der eigenen und der Geschwindigkeit anderer sei für Straßenwärter eine überlebenswichtige Fähigkeit.
Aufgaben eines Straßenwärters bei Straßen.NRW
„Sie sind sich ihrer Verantwortung für die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer bewusst. Streckenkontrolleure ,kreisen´ im Streckennetz, um Schadstellen und Gefahren zu erkennen oder abgefallenes Ladegut oder Autoteile von der Autobahn einzusammeln. Bevor eine Fahrbahn repariert werden kann, müssen Straßenwärter die Baustellen verkehrssicher ,einrichten´ und bewegen sich dabei ganz nah am rasenden Verkehr. Schutzplanken werden repariert, Entwässerungsschächte gereinigt, Schilder und Leitpfosten geputzt und freigeschnitten, damit sie lesbar und reflektierend bleiben. Das ganz Jahr über, bei Wind und Wetter.

Im Winter sind Straßenwärter die ersten, wenn die Straßen bei Schnee und Glatteis geräumt und gestreut werden müssen. Speziell in den Wintermonaten schneiden die Fachleute Bäume und Sträucher zurück. Das Ziel der Gehölzpflege: Bäume müssen standsicher sein, Äste dürfen nicht den Blick auf Straße und Schilder behindern. Zur Absicherung der eigenen Arbeitsstellen warnen Absperrtafeln, riesige Blinkpfeile oder Warnschwellen die Autofahrer. Trotzdem müssen Straßenwärter immer mit einem Auge den Verkehr beobachten.“

(Quelle: Pressemitteilung Straßen.NRW vom 16. November 2016)
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