GM statt OE – „Völkerverständigung“ auf dem Nummernschild

LP-Randnotizen


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 von Grafik: Sarah Menn
© Grafik: Sarah Menn

Hier die Westfalen, dort die Rheinländer – über Jahrhunderte gab es an der Westgrenze des heutigen Kreises Olpe sozusagen einen „Eisernen Vorhang“. In Drolshagen, Olpe und Wenden bekam man mehr aus Schmallenberg oder Arnsberg mit als aus den direkt benachbarten Orten wie Eckenhagen und Bergneustadt.


Hier das kurkölnische Sauerland, dort die Grafschaft Gimborn und die Reichsherrschaft Homburg. Die Grenze war wie betoniert und grenzüberschreitende Aktivitäten waren die Ausnahme. Zwar pilgern die Saßmicker Wallfahrer seit 175 Jahren nach Marienheide und gehören die Wegeringhauser Schützen traditionell zum Oberbergischen Schützenbund, doch ansonsten gab es nur wenige Berührungspunkte.

In Scharen in den Nachbarkreis

Seit wenigen Wochen ist das anders, zieht es heimische Autokäufer in Scharen in den Nachbarkreis. Denn dort bietet sich nach dem Cyberangriff auf die Südwestfalen-IT die einzige Möglichkeit, ein neues oder gebraucht gekauftes Auto zuzulassen, bevor es sich beim Händler die Reifen plattsteht.

Ich finde es klasse, dass die Kreisverwaltung in Gummersbach den Kreis Olpe bei der Kfz-Zulassung unterstützt. Und sicherlich freuen sich auch alle Autokäufer, dass sie den Wagen, den sie gekauft haben, auch in Verkehr bringen können. Dass das neue Gefährt dabei kein OE-Kennzeichen bekommt, ist sicherlich zu verschmerzen. Denn ein rollender Wagen mit GM-Nummernschild ist allemal besser als ein wegen nicht verfügbarer OE-Kennzeichen stehendes Auto.

Nachbarschaftshilfe

In den vergangenen Tagen habe ich mich über den Wagen mit GM-Schild gewundert, der neuerdings in der Nachbarschaft parkt. Bis ich an der Buchstaben- und Ziffernfolge erkannte, dass er den Nachbarn gehört. GM ist also im Kommen – selbst beim Rettungsdienst des Kreises Olpe sind neue Einsatzfahrzeuge mit dieser Kennung unterwegs.

GM in OE, wenn das mal nicht eine besondere Art der „Völkerverständigung“ ist. Ich hoffe und wünsche, dass jeder von uns auf verlässliche Nachbarschaftshilfe zählen kann – und zwar nicht zur bei der Kfz-Zulassung, sondern im Alltag.

Wolfgang Schneider

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