GEW Olpe startet neues Jahresprogramm mit Streikaufruf

Lehrkräfte sollen in Dortmund demonstrieren gehen


Der neue Vorstand der GEW im Kreis Olpe; v.l.: Renate Kreutz, Michael Greve-Röben und Claudia Schürg. von privat
Der neue Vorstand der GEW im Kreis Olpe; v.l.: Renate Kreutz, Michael Greve-Röben und Claudia Schürg. © privat

Kreis Olpe. Der Kreisverband Olpe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ruft alle angestellten Lehrkräfte auf, sich am Donnerstag, 11. November, am Warnstreik in Dortmund zu beteiligen. Der Appell ging aus von der Jahreshauptversammlung der GEW, die coronabedingt nur in kleinem Kreis stattfand.


Auf der Tagesordnung standen Wahlen, Ehrungen, Berichte aus dem Schulalltag und Planungen für 2022. Bei den Vorstandswahlen wurden Renate Kreutz und Michael Greve-Röben in ihrem Amt bestätigt. Neu im Leitungsteam ist Claudia Schürg, Lehrerin an der Gesamtschule Wenden.

Auch Delegierte und Fachgruppenvorsitzende standen zur Wahl. In Zeiten des vollständigen oder teilweisen Lockdowns waren die Lehrkräfte stark belastet. Sie mussten den, ohnehin schon schwierigen, Unterricht sowohl online als auch in Präsenz vorbereiten und abhalten. Durch häufig sehr kurzfristige Anordnungen aus dem Schulministerium sei eine sichere Planung erschwert oder sogar unmöglich gemacht worden, berichteten die anwesenden Lehrer.

Sie beklagten auch den Stand der Digitalisierung. Zwar seien einige Schulen inzwischen recht gut mit Geräten ausgestattet, dennoch fehle es häufig an schlüssigen Konzepten und an passenden Fortbildungen für viele Kollegen. Stellenweise gebe es immer noch technische Probleme und unzureichende Ausstattung mit WLAN.

TdL möchte Geld sparen

In der aktuellen Tarifrunde fordern die Landesbediensteten, zu denen auch Lehrer gehören, unter anderem fünf Prozent mehr Gehalt. Doch die öffentlichen Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) haben auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.

„Auf viele Forderungen der Gewerkschaften sind sie nicht eingegangen“, so GEW-Vorstand Greve-Röben, der vermutet: „Im Gegenteil soll versucht werden, die zukünftige Eingruppierung zu verschlechtern und damit Geld zu sparen.“ Daher ruft die GEW als zuständige Gewerkschaft für den Schulbereich alle angestellten Lehrkräfte zu einem eintägigen Warnstreik am Donnerstag, 11. November, auf. Zusammen mit den Siegener Kollegen fährt die GEW des Kreises Olpe mit Bussen nach Dortmund.

Fokus auf Online-Veranstaltungen legen

Zu den Höhepunkten des Veranstaltungsprogramms im kommenden Jahres gehören zahlreiche Fortbildungen, eine Bildungsreise nach Berlin und verschiedene Diskussionsveranstaltungen. Im Vorfeld der Landtagswahlen werden kandidierende Politiker und Politikerinnen eingeladen und zur Bildungspolitik befragt.

Auf Wunsch der Kollegen sollen viele dieser Veranstaltungen online stattfinden, denn: „Das spart Zeit und Anreisekosten“, so Renate Kreutz aus dem Leitungsteam. Großen Wert legten die Teilnehmenden der Versammlung auf weiterhin gute Beratung in Rechtsfragen und allen Angelegenheiten des Schulalltags.

Neben der Planungen für den Streik und für das kommende Jahr stand auch die Ehrung von fünf Jubilaren an. Rudolf Seidenstücker trat bereits vor 60 Jahren, seine Frau Gisela Seidenstücker vor 50 Jahren in die Bildungsgewerkschaft ein. Linda Foerster, Egbert Plum und Michael Greve-Röben sind seit 25 Jahren Mitglieder.

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