Geschenk der Dankbarkeit: Auf Weihnachtstour beim ambulanten Pflegedienst

Arbeiten an Weihnachten (3)


  • Kreis Olpe, 25.12.2023
  • Verschiedenes
  • Von Pia Krämer
    Profilfoto Pia Krämer

    Pia Krämer

    Redaktion


    E-Mail schreiben
Topnews
Symbolfoto Altenpflege von Pixabay.com
Symbolfoto Altenpflege © Pixabay.com

Kirchhundem. Weihnachten daheim zu verbringen, ist für die allermeisten ein Muss. Doch was, wenn man selbst arbeiten muss, während die Familie zu Hause Weihnachten feiert? LokalPlus hat mit dem ambulanten Pflegedienst GFO mobil über die Arbeit während der Weihnachtstage gesprochen.


Vor der Filiale des ambulanten Pflegedienstes GFO mobil in Kirchhundem deutet schon vieles auf Weihnachten hin. Petra Schmitz öffnet lächelnd die Tür. Seit fast fünf Jahren ist die Maumkerin Teil des fünfköpfigen Teams aus Gesundheits- und Krankenpflegern am Standort Kirchhundem.

Hauptsächlich seien sie in der ambulanten Altenpflege und Betreuung tätig, erklärt Petra Schmitz. Und auch hauswirtschaftliche Aufgaben gehören zum Tagesgeschäft: „Dann wird man zwischendurch mal kurz zum Elektriker, zum Winterdienst, zum Zeitungsboten – macht kleine Dinge, nach denen sonst keiner guckt.“

Pascal Trost und Petra Schmitz vom Pflegedienst GFO mobil. von Pia Krämer
Pascal Trost und Petra Schmitz vom Pflegedienst GFO mobil. © Pia Krämer

Pascal Trost hat es mittlerweile ebenfalls durch das Schneetreiben geschafft und setzt sich dazu. Er ist Auszubildender zum Pflegefachmann im dritten Lehrjahr. „Die Pflege ist das Ehrlichste, was es an Berufen gibt“, findet er.

Oft sei man als Einzelkämpfer unterwegs. Doch im Vergleich zur Krankenpflege im Krankenhaus sei die Zeit bei der ambulanten Pflege nicht ganz so knapp bemessen. Genug Zeit also für ein kleines persönliches Gespräch hier und da – und „das gibt einem was“, finden beide.

Seit 25 Jahren an Weihnachten im Einsatz

Doch wie ist es, wenn man in der ambulanten Pflege auch an Weihnachten im Einsatz ist? Petra Schmitz kann es an einer Hand abzählen: In den letzten 25 Jahren erinnert sie sich an drei Jahre, in denen sie an Weihnachten ausnahmsweise mal keine Pflegetour gefahren ist. Für Pascal Trost wird es dieses Jahr das dritte Weihnachten sein, an dem er als Azubi im Dienst ist.

Symbolfoto von Shutterstock
Symbolfoto © Shutterstock

„Ich weiß nicht, ob ich das an Weihnachten könnte“ – das haben beide schon des öfteren von Freunden und Bekannten gehört. Wichtig sei, sich auf die Kollegen verlassen zu können, findet Petra Schmitz: „Man trifft sich vorher, macht Absprachen, wer wann an Weihnachten arbeitet. Dabei soll jeder mindestens einen Tag frei bekommen für die Familie. Wer kleine Kinder hat, auf den nehmen wir natürlich besondere Rücksicht.“

Auch ihre eigene Familie habe all die Jahre hinter ihr gestanden. „Das Verständnis, dass zum Beispiel das Weihnachtsessen wegen meiner Arbeit erst später starten kann, ist bei uns immer da gewesen“, betont Petra Schmitz.

Schöne Touren an Heiligabend

Wer die Arbeit an Weihnachten nicht selbst erlebt, finden Petra und Pascal, der kann vielleicht auch gar nicht verstehen, dass die Arbeit beim Pflegedienst besonders an Weihnachten sehr viel Schönes haben kann.

„Die Touren an Heiligabend und den Weihnachtstagen sind meistens dieselben, wie wir sie ansonsten auch fahren. Die Familien übernehmen aber an Weihnachten oft mehr unserer pflegerischen Aufgaben selbst.“ Sie zögen ihre pflegebedürftigen Angehörigen dann besonders schick an, brächten sie am Abend selbst ins Bett. „Für uns von der GFO ist dann manchmal Zeit zu bleiben, bis das Weihnachtsessen auf dem Tisch steht.“

Der Pflegedienst der GFO ist auch an den Weihnachtstagen unterwegs. von Pia Krämer
Der Pflegedienst der GFO ist auch an den Weihnachtstagen unterwegs. © Pia Krämer

Am Ende der Weihnachtstour frage Petra Schmitz sich dann manchmal: „Haste nicht wen vergessen?“ Das liege vielleicht daran, dass die Kunden in besonderer Weihnachtsstimmung sind und die Dienste an Weihnachten somit ruhiger und besinnlicher verlaufen als sonst.

Besondere Wertschätzung an Weihnachten

„Weihnachten ist für alle Menschen besonders“, findet Pascal Trost außerdem. Für seine Arbeit als Pfleger werde ihm an Weihnachten eine ganz andere Wertschätzung entgegengebracht. Er erinnert sich an einen sonst sehr stillen Kunden, der eines Heiligabends einen einzigen Satz zu ihm sagte: „An diesem Tag, der ja an sich wie jeder andere ist, ist es doch schön, dass heute ein Pfleger zu mir gekommen ist.“

Das sei zwar keine große Geste, sondern nur eine Kleinigkeit gewesen. Aber diese Dankbarkeit, sowas müsse jeder eigentlich einmal miterleben, sagt Pascal. „Dieses besondere Zwischenmenschliche spürt man wahrscheinlich nur dann, wenn man selbst mal eine Tour mit uns fährt“, vermutet er. „Und das ist es, was die ambulante Pflege an Weihnachten ausmacht.“

Miniserie „Arbeiten an Weihnachten“
Artikel teilen: