Frühling an der Ruhr: Wärmster April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Mai deutlich wärmer als langjähriges Mittel


Der Gesamtfüllstand aller Talsperren erreichte im April den diesjährigen Höchststand. von Symbol Nils Dinkel
Der Gesamtfüllstand aller Talsperren erreichte im April den diesjährigen Höchststand. © Symbol Nils Dinkel

Kreis Olpe. Der Frühling hat im Einzugsgebiet der Ruhr ganz unterschiedliche Facetten gezeigt – das ergaben die Auswertungen des Ruhrverbands für die Monate März, April und Mai. Während die Monatsmitteltemperatur im März unter dem langjährigen Mittel lag, sorgte Hochdruckeinfluss im April bereits oftmals schon für frühsommerlich warme Tage. Die Folge: Mit einer Abweichung um vier Grad zum langjährigen Mittel war der April im Ruhreinzugsgebiet der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.


Das Hochdruckwetter setzte sich auch im Folgemonat fort und machte den Mai zum zweitwärmsten seit Aufzeichnungsbeginn. Insbesondere am Ende des Monats Mai wurden schon hochsommerliche Temperaturen von über 30 Grad registriert. Unterm Strich ergab das für die drei Frühlingsmonate eine mittlere Temperatur von 9,9 Grad, das sind 1,8 Grad mehr als im Mittel. Seit Aufzeichnungsbeginn war nur der Frühling 2007 noch wärmer.

Was das Niederschlagsaufkommen angeht, präsentierte sich der März annähernd durchschnittlich.  Im April hingegen fiel knapp ein Drittel weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Auch der Mai  fiel trotz teils heftiger gewittriger Unwetter im Vergleich zum Mittelwert zu trocken aus. Insgesamt gab es  im Frühling im Einzugsgebiet der Ruhr knapp 17 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt der Jahre 1927 bis 2017.
Zuschusspflicht auch im Mai
Um die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabflüsse in der Ruhr bei Schwerte-Villigst einzuhalten, musste der Ruhrverband im Jahr 2018 in der letzten Aprildekade damit beginnen, Wasser aus der Nordgruppe seines Talsperrensystems abzugeben. Diese so genannte Zuschusspflicht setzte sich am Pegel Villigst im Mai fort. An diesem Pegel wurde bis Monatsende die vierthöchste Anzahl zuschusspflichtiger Tage in einem Mai seit Einführung des Ruhrverbandsgesetzes registriert. An der Mündung in den Rhein hingegen wurde im Mai nur eine geringe Anzahl von zuschusspflichtigen Tage verzeichnet. Die vorgeschriebenen Mindestabflüsse wurden im Frühling zu jeder Zeit eingehalten.

Der Gesamtfüllstand aller Talsperren stieg im März sowie in der ersten Aprilhälfte an und erreichte Mitte April mit gut 93 Prozent seinen höchsten Stand 2018. Im Anschluss begann der Stauinhalt aufgrund der erforderlichen höheren Talsperrenabgaben zu sinken. Dieser Rückgang setzte sich nahezu kontinuierlich bis Ende Mai fort. Am Donnerstag, 31. Mai, wies das Talsperrensystem einen Füllstand von 89 Prozent auf, der nahezu exakt dem langjährigen Mittel entspricht. „Das Talsperrensystem des Ruhrverbands ist damit auf eine mögliche Fortsetzung der Zuschusspflicht gut vorbereitet“, teilt der Ruhrverband mit.
Artikel teilen: