Florian Müller will nach Berlin: „Immer gern für meine Heimat engagiert“

CDU-Bewerber: „Akzeptanz gewinnt, wer Fehler eingesteht“


  • Kreis Olpe, 14.03.2021
  • Politik
  • Von Rüdiger Kahlke
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Florian Müller stellte sich den Fragen der LokalPlus-Redaktion. von Rüdiger Kahlke
Florian Müller stellte sich den Fragen der LokalPlus-Redaktion. © Rüdiger Kahlke

Kreis Olpe. Die Unterstützung aus dem Kreis Olpe scheint ihm sicher. Im Märkischen Kreis gibt es auch erste Voten für Florian Müller (33). Der Drolshagener möchte als Kandidat der CDU bei der Bundestagswahl am 26. September ins Rennen gehen - und hat die besten Chancen. „Einer von hier. Einer von uns.“, wirbt er auf seiner Homepage für sich.


Gleichermaßen bodenständig wie modern stellt sich Florian Müller vor. Im LokalPlus-Interview schildert der junge Vater, was ihn motiviert, als Nachfolger von Dr. Matthias Heider im Wahlkreis 149 (Olpe/Märkischer Kreis I) anzutreten. Die Kandidatenkür soll Ende März erfolgen.

In der Corona-Krise hat es nach gutem Start auch an vielen Stellen Kritik gegeben. Brauchen wir eine andere politische Kultur, bei der auch Fehler verzeihlich sind, wenn die Bereitschaft zu schneller Korrektur besteht?

Florian Müller: Verbietet das die gegenwärtige politische Kultur? Ich finde, dass jemand an Akzeptanz gewinnt, wenn er sich entschuldigt oder Fehler eingesteht. Das gilt fürs Private, fürs Berufliche und auch für die Politik.

Oft sind ja kleine Anlässe, verkürzte oder fehlerhafte Darstellungen Ursache großer Empörung, vor allem im Netz. Haben Sie Shitstorm-Erfahrung und wie gehen Sie damit um?

Wer klar Position bezieht, muss mit Gegenwind rechnen. Das war schon immer so. Auch persönliche Angriffe sind keine neue Entwicklung – man muss ja auch nicht über jedes Stöckchen springen. Für mich gilt: Ich freue mich über jede konstruktive Kritik.

Die CDU sollte ja weiblicher, jünger, bunter werden. Was können sie dazu beitragen und wo wird der Akzent im Wahlkampf liegen?

Der Altersdurchschnitt im Bundestag liegt zurzeit bei 49,4, in der CDU/CSU-Fraktion bei 50,0 Jahren. Sollte ich Bundestagskandidat werden und in den Bundestag gewählt werden, wird der Altersdurchschnitt schon dadurch in beiden Gruppen sinken. Über den Wahlkampf spreche ich, wenn ich Kandidat bin.

Hier soll der neue Arbeitsplatz von Florian Müller sein. von Montage: Rüdiger Kahlke
Hier soll der neue Arbeitsplatz von Florian Müller sein. © Montage: Rüdiger Kahlke

Politiker-Bashing ist ja „in“ - auf allen Ebenen. Zudem gehören geregelte Dienstzeiten ja auch nicht zur Stellenbeschreibung eines Abgeordneten. Warum wollen Sie sich das antun?

Ich habe mich immer gerne für meine Heimat engagiert. Hier bin ich aufgewachsen und mir ist es wichtig, dass wir eine Zukunft auf der Basis unseres heutigen Wohlstandes haben. Das Bundestagsmandat bietet die Möglichkeit, das umfassender zu machen. Und ich bin davon überzeugt, dass ich etwas für das Sauerland erreichen werde - mit meiner Berufserfahrung, meiner politischen Erfahrung sowie meinem Netzwerk aus Beruf und politischem Ehrenamt.

Wie weit hilft da die Erfahrung als Bürochef des Noch-Bundestagsabgeordneten Dr. Heider?

Das Umfeld in Berlin habe ich schon über vier Jahre kennenlernen dürfen. Die Prozesse und Abläufe kenne ich also und könnte deshalb gleich durchstarten. Dennoch ist die Rolle des Abgeordneten sicher eine andere als die des Mitarbeiters.

Gibt es noch Kontakte / Netzwerke in Berlin, auf denen Sie aufbauen können?

Natürlich. Ein Netzwerk hat in Berlin, in Düsseldorf und in Südwestfalen eine hohe Bedeutung. Mein Netzwerk hat sich durch meine Tätigkeit im Bundestagsbüro und durch meine ehrenamtliche Arbeit in der Jungen Union und der CDU aufgebaut.

Der Anwärter für das Bundestagsmandat kommt aus Drolshagen. von Rüdiger Kahlke
Der Anwärter für das Bundestagsmandat kommt aus Drolshagen. © Rüdiger Kahlke

Wo sehen Sie die Region und sich in vier Jahren?

Der Kreis Olpe und der Märkische Kreis sollen weiterhin Wirtschafts- und Wohlstandsregion im Grünen sein. Ich will eine Zukunftsperspektive mit einer gesunden Wirtschaftsstruktur, solide bezahlten Arbeitsplätzen und einer lebenswerten Natur. Ich möchte, dass wir noch digitaler werden, damit wir die neuen Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz und Echtzeitvernetzung durch Glasfaser und 5G besser nutzen können. Persönlich sehe ich mich mit meiner Familie und vielleicht einem Hund glücklich hier im Sauerland. Und vielleicht plane ich in vier Jahren ja gerade den nächsten Wahlkampf.  

Wir haben uns am Marktplatz in Drolshagen, ihrem Wohnort, getroffen, dem Mittelpunkt städtischen Lebens sozusagen. Wo liegt ihr Lebensmittelpunkt?

Ich bin trotz des Arbeitsplatzes in Köln beruflich viel unterwegs, meine Frau arbeitet bei einer Unternehmensberatung in Stuttgart. Ich freue mich gemeinsam mit meiner Frau im Falle meiner Kandidatur auf den dann einzigen Lebensmittelpunkt in Drolshagen – in der Mitte des Wahlkreises.

Im Kreis Olpe sind Sie bekannt. Wie wollen Sie im Märkischen Kreis für sich werben und wo wollen Sie im Wahlkampf Schwerpunkte setzen?

Mir war es wichtig, für meine Bewerbung zunächst die Unterstützung meiner Partei bei mir zu Hause in Drolshagen und im Kreis Olpe zu erhalten. Ohne diesen Rückenwind würde ich mich nicht bewerben. Jetzt führe ich viele und sehr gute Gespräche im Märkischen Kreis. Der Wahlkampf kommt nach der Aufstellungsversammlung. Wir müssen als Partei den neuen CDU-Kandidaten sowohl im Märkischen Kreis als auch im Kreis Olpe bekannt machen.


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