„Es müssen Autos sein“: Kfz-Mechatroniker ist Leor Ajvazis Traumberuf

LP-Serie stellt Ausbildungsberufe vor


  • Kreis Olpe, 06.04.2026
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Bei Ein Tag als... Azubi-Edition stellt LokalPlus verschiedene Auszubildende vor. Heute: Leor Ajvazi. von Nils Dinkel
Bei Ein Tag als... Azubi-Edition stellt LokalPlus verschiedene Auszubildende vor. Heute: Leor Ajvazi. © Nils Dinkel

Kreis Olpe/Altenhundem. „Was willst du nach der Schule machen?“ – Kaum eine Frage wird Jugendlichen öfter gestellt. Handwerk, Pflege oder doch raus in die Natur? Die Auswahl ist groß. LokalPlus stellt in der neuen Serie „Ein Tag als… Azubi-Edition“ spannende, traditionelle und besondere Ausbildungen im Kreis Olpe vor. Heute erzählt Leor Ajvazi von seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker im Autohaus Schmelter in Altenhundem.


Das Autohaus Schmelter ist vor 95 Jahren gegründet worden. Neben dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen liegt ein Schwerpunkt auf der Kfz-Werkstatt mit Reparaturen, Reifenwechsel und Service. Der Handwerksbetrieb bildet schon seit vielen Jahren aus.

Leor steht neben einer offenen Motorhaube. „Ich bin 16 und mache hier meine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker“, stellt er sich vor. Sein Weg in den Beruf war früh gezeichnet: „Ich war schon als Kind total begeistert von Autos.“ Erst habe er darüber nachgedacht, Automobilkaufmann zu werden – „aber am Ende wollte ich ein Handwerk, bei dem man richtig zupackt.“

Leor Ajvazi absolviert beim Autohaus Schmelter eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. von Nils Dinkel
Leor Ajvazi absolviert beim Autohaus Schmelter eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. © Nils Dinkel

Tatsächlich ist genau das sein Alltag: schrauben, prüfen, messen, tüfteln. Am meisten liebt Leor alles, „was im Motorraum passiert“. Da, wo es riecht, rattert, wo Öl glänzt und die Technik sichtbar wird. „Es ist spannend, da reinzugucken und zu sehen, wie alles zusammenarbeitet. Das ist einfach das Herz des Autos.“

Reifenwechsel-Saison: Wenn Arbeit eintönig wird

Doch natürlich gibt es auch Tage, die weniger aufregend sind. Gerade jetzt inmitten der Reifensaison – und damit Routinearbeit „Reifen runter, neue drauf, auswuchten – und das den ganzen Tag“, sagt Leor, der sich im ersten Ausbildungsjahr befindet und grinst. „Da wird’s irgendwann eintönig. Dann wünscht man sich schon mal eine andere Aufgabe.“

Derzeit hat Leor Ajvazi allerlei mit Reifen zu tun. von Nils Dinkel
Derzeit hat Leor Ajvazi allerlei mit Reifen zu tun. © Nils Dinkel

Sein Werkstattmeister Gerd Büdenbender, der ihn an diesem Tag begleitet, nickt: „Das gehört dazu. Aber wir schauen, dass die Jungs möglichst viel Verschiedenes sehen.“ Im ersten Lehrjahr gehe es aber vor allem darum, Grundlagen zu lernen – und Verantwortung Schritt für Schritt zu übernehmen sowie den anderen auch mal über die Schulter zu schauen.

Fingerfertigkeit, Technikverständnis und Leidenschaft gefragt

Was man für den Beruf mitbringen muss? „Auf jeden Fall Bock auf Autos“, sagt Leor sofort. Dazu technisches Verständnis, Fingerfertigkeit und Geduld. Besonders schwer fallen ihm aktuell noch die vielen Fachbegriffe. „Und das Gesamtverständnis der Technik – da bin ich noch am Anfang.“

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Der Meister ergänzt: „Er ist jetzt ein halbes Jahr dabei. Da ist es völlig normal, dass man die ganzen Assistenzsysteme und Zusammenhänge noch nicht vollständig versteht. Das kommt.“ Seine Ausbildung beeinflusst inzwischen auch sein Privatleben. „Wenn bei meiner Mama die Birne kaputt ist, bin ich der Erste, der guckt“, sagt Leor. „Oder wenn Freunde sagen: ‚Hör mal, da rappelt was‘.“

Der Meister lacht: „So war’s bei mir früher auch. Wenn man Kfz macht, wird man automatisch zum Familien-Mechaniker.“

Gute Übernahmechancen

Zweimal pro Woche besucht Leor das Berufskolleg in Lennestadt, später wird es nur noch einmal pro Woche sein. Die überbetrieblichen Lehrgänge finden im Berufsbildungszentrum in Arnsberg statt: „Zwei habe ich schon gemacht, der dritte kommt im Juli.“

Gearbeitet wird Montag bis Freitag von 7.45 bis 16.15 Uhr. „Wir haben eine große Pause und eine 15-Minuten-Pause“, sagt er.

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Der 16-Jährige befindet sich im ersten Ausbildungsjahr.

Die Chancen, übernommen zu werden, sind gut: „Die letzten vier Azubis wurden alle übernommen“, sagt der Werkstattmeister. Der Betrieb sei stolz darauf, so auszubilden, dass die Jugendlichen wirklich etwas können, wenn sie fertig sind.

Bewerbung aus Überzeugung

Leor hat mehrere Bewerbungen geschrieben – aber „vom Gefühl her war Autohaus Schmelter am sympathischsten“. Jetzt ist er froh, hier gelandet zu sein. Momentan macht er seinen Führerschein und freut sich aufs begleitete Fahren. „Ich wollte etwas machen, bei dem ich anpacken kann. Und hier bin ich genau richtig.“

Über die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker

Dauer: dreieinhalb Jahre (Verkürzung auf drei möglich), dual in Betrieb und Berufsschule.

Inhalte: Wartung und Reparatur von Fahrzeugen, Fehlerdiagnose, Arbeiten an Mechanik, Elektronik und Software, Einsatz moderner Mess- und Prüftechnik.

Voraussetzungen: Kein vorgeschriebener Schulabschluss; meist Realschulabschluss. Wichtig sind handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und Interesse an Elektronik.

Vergütung (ca., brutto): 760 bis 1.500 Euro

Perspektiven: Sehr gute Übernahmechancen, Weiterbildungen zum Meister, Techniker oder Hochvoltspezialisten.

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