Erste Osterfeuer wegen Auflagen zur Afrikanischen Schweinepest abgesagt

Reißleine in Kirchhundem und Herrntrop gezogen


  • Kreis Olpe, 27.02.2026
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  • Von Nils Dinkel
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Symbolfoto (KI-generiert): So manches Osterfeuer könnte der ASP im Kreis Olpe zum Opfer fallen. Erste Veranstalter zogen bereits die Reißleine. von Google Gemini/Foto mit KI erstellt
Symbolfoto (KI-generiert): So manches Osterfeuer könnte der ASP im Kreis Olpe zum Opfer fallen. Erste Veranstalter zogen bereits die Reißleine. © Google Gemini/Foto mit KI erstellt

Kreis Olpe. Die ersten Osterfeuer im Kreis Olpe sind abgesagt. Grund hierfür sind die wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschärften Regeln für Aufbau und Ausrichtung. So haben das Tambourcorps Kirchhundem und die Dorfgemeinschaft Herrntrop nun die Reißleine gezogen.


Stefan Droste von der Dorfgemeinschaft Herrntrop bedauert diesen Schritt, sieht aber keine Alternative. Die Auflagen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest seien für den kleinen Ort organisatorisch nicht zu stemmen gewesen.

„Für uns als personell als kleine Dorfgemeinschaft nicht durchsetzbar, das kriegen wir gar nicht geregelt“, erklärt er. Ausschlaggebend sei vor allem der Gesamtaufwand gewesen.

Nach Eingang der Vorgaben habe man diese in der Organisationsgruppe besprochen und schnell entschieden, die Veranstaltung abzusagen. Der Aufbau allein wäre laut Droste „eine Mordsnummer gewesen“, zudem hätten Besucher desinfiziert werden müssen.

Sanitäre Anlagen auf Freifläche?

Auch Anforderungen wie sanitäre Einrichtungen oder zusätzliche Infrastruktur seien für ein Osterfeuer auf freier Fläche kaum umsetzbar gewesen. „Das Abbrennen am Sonntag mit Besuchern, Desinfektion und sanitären Einrichtungen ist nicht möglich. Anmieten lohnt nicht. Daher haben wir entschieden, wir lassen es.“

Für das Dorf mit rund 120 Einwohnern sei die Absage ein spürbarer Einschnitt. Das Osterfeuer sei eine der wenigen gemeinsamen Veranstaltungen im Jahr gewesen und habe zuletzt 40 bis 60 Besucher angezogen. Grundsätzlich befürchtet Droste, dass solche Traditionen unter häufigeren Auflagen leiden könnten.

„Das ist eine Brauchtumsveranstaltung. Wir haben nur noch zwei bis drei Veranstaltungen im Dorf – das ist ein massiver Einschnitt.“ Man denke darüber nach, zumindest eine kleinere Alternative zu organisieren, konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

Regeln schwer nachvollziehbar

Unverständnis bleibe aber trotzdem. Droste sagt, man befinde sich auf einer Wiese ohne erkennbare Wildschweinaktivität, weshalb die strengen Regeln für viele schwer nachvollziehbar seien. Gleichzeitig betont er, dass der Kreis als zuständige Behörde die Vorgaben mache, an die man sich halten müsse – oder eben auf die Veranstaltung verzichten müsse.

Auch das Tambourcorps Kirchhundem verzichtet auf die Ausrichtung des Osterfeuers an der Kreuzbergkapelle. Der Verein verweist ebenfalls auf die aktuellen Vorgaben wegen der ASP.

„Die damit verbundenen Auflagen und Bedingungen sind für das Tambourcorps Kirchhundem organisatorisch und personell nicht umsetzbar“, heißt es im Kirchhundemer WhatsApp-Kanal. Daher sei nun auch die Anlieferung von Grünschnitt jeglicher Art untersagt.

Strenge Auflagen für Osterfeuer

Für Osterfeuer im ASP-Gebiet gelten strenge Auflagen: Fahrzeuge, Geräte und Helfer müssen beim Betreten von Wald oder offenem Gelände gereinigt und desinfiziert werden. Das Veranstaltungsgelände muss vorab auf Wildschweinspuren oder Kadaver kontrolliert werden. Besucher dürfen den abgesperrten Bereich möglichst nicht verlassen und müssen sanitäre Einrichtungen nutzen.

Zudem sind Desinfektionsmatten am Ausgang verpflichtend, die bei Regen geschützt werden müssen. Veranstalter müssen Gäste aktiv über die Regeln informieren und sicherstellen, dass kein Müll oder Essensreste zurückbleiben.

Eine Medienanfrage zur aktuellen Situation beim Kreis Olpe ist noch offen. LokalPlus berichtet nach.

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