Energieberater: „Mit einem E-Auto macht eigene Solaranlage am meisten Spaß“

Wärmepumpen bleiben das Top-Thema


  • Kreis Olpe, 02.06.2026
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Maren Thomassohn und Dirk Mobers von der Verbraucherzentrale NRW am Standort in Altenhundem. von Verbraucherzentrale NRW
Maren Thomassohn und Dirk Mobers von der Verbraucherzentrale NRW am Standort in Altenhundem. © Verbraucherzentrale NRW

Kreis Olpe. Die Nachfrage nach Energieberatungen im Kreis Olpe hat sich im vergangenen Jahr verändert – und nimmt aktuell wieder deutlich Fahrt auf. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Verbraucherzentrale NRW berichtete Energieberater Dirk Mobers über die wichtigsten Entwicklungen im Bereich Heizung, Photovoltaik und Gebäudesanierung.


Während die Zahl der Beratungen und Seminarteilnehmer im Jahr 2025 leicht zurückging, erlebt die Energieberatung derzeit einen deutlichen Aufschwung. Ursache dafür seien politische Entscheidungen und aktuelle Entwicklungen auf den Energiemärkten.

„Vor der Bundestagswahl herrschte bei vielen Menschen Unsicherheit über die Zukunft des Gebäudeenergiegesetzes“, erklärte Mobers. Die Ankündigung, das Gesetz möglicherweise abzuschaffen oder grundlegend zu verändern, habe dazu geführt, dass zahlreiche Hausbesitzer Investitionsentscheidungen zunächst aufgeschoben hätten.

Inzwischen sei jedoch wieder mehr Klarheit vorhanden. Die geplanten Regelungen des künftigen Gebäude-Modernisierungsgesetzes sowie die Vorgaben der Europäischen Union zeigten weiterhin deutlich in Richtung klimafreundlicher Heiztechnik.

„Die Verbraucher wissen mittlerweile, dass die Wärmepumpe beim Heizungstausch weiterhin die zentrale Lösung bleiben wird.”
— Energieberater Dirk Mobers

„Die Verbraucher wissen mittlerweile, dass die Wärmepumpe beim Heizungstausch weiterhin die zentrale Lösung bleiben wird“, so Mobers. Entsprechend stark habe sich die Nachfrage entwickelt. Fast die Hälfte aller Beratungen drehe sich inzwischen um den Austausch alter Heizungsanlagen.

Nach Angaben des Energieberaters entfallen rund 95 Prozent dieser Anfragen auf Wärmepumpen. Klassische Heizungswechsel von Gas zu Gas oder von Öl zu Öl spielten dagegen kaum noch eine Rolle.

Neben dem Heizungsbereich beschäftigt die Verbraucher zunehmend das Thema Photovoltaik. Dabei sorgt vor allem die Diskussion über die Zukunft der Einspeisevergütung für Verunsicherung. Die Bundesregierung hatte angekündigt, die feste Vergütung für neu installierte Solaranlagen möglicherweise auslaufen zu lassen.

PV-Anlagen günstiger geworden

Mobers sieht darin jedoch keinen Grund zur Sorge. „Photovoltaikanlagen sind in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden. Gleichzeitig sind die Strompreise gestiegen. Dadurch bleiben Solaranlagen auch ohne die bisherige Förderung wirtschaftlich attraktiv“, betonte er.

Dennoch empfehle er Interessierten, geplante Investitionen möglichst zeitnah umzusetzen. Besonders attraktiv sei die Kombination einer Photovoltaikanlage mit einem Elektroauto. „Mit einem E-Auto macht eine eigene Solaranlage am meisten Spaß, weil man den selbst erzeugten Strom direkt nutzen kann“, sagte Mobers.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Solaranlagen steigen allerdings auch die Anforderungen an die Technik. Neue gesetzliche Vorgaben zur Steuerbarkeit von Anlagen sowie intelligente Energiemanagementsysteme machen die Beratung komplexer. Themen wie Batteriespeicher, Wallboxen, Wärmepumpen und intelligente Stromtarife spielen daher eine immer größere Rolle.

Video- und Präsenztermine

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit bleibt die unabhängige Beratung vor Ort. Neben Videoberatungen bietet die Verbraucherzentrale weiterhin persönliche Gespräche in der Beratungsstelle sowie Vor-Ort-Termine bei den Ratsuchenden an. Gefördert wird das Angebot durch das Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen und den Kreis Olpe. Auch die Zusammenarbeit mit Kommunen und Klimaschutzmanagern spielt für den Energieberater eine wichtige Rolle.

Für die kommenden Monate kündigte Mobers zahlreiche weitere Veranstaltungen an. Im Rahmen der landesweiten Aktion „Mit Sicherheit erneuerbar“ beteiligt sich die Verbraucherzentrale mit mehreren Vorträgen und Informationsangeboten. Dazu gehören auch Klimaspaziergänge, bei denen Themen wie erneuerbare Energien, Hitzeschutz und Starkregenvorsorge praxisnah vermittelt werden.

Sein Fazit fällt trotz aller Herausforderungen positiv aus: „Die Energiewende bleibt für viele Menschen ein wichtiges Thema. Die Fragen werden anspruchsvoller, aber das Interesse an guten Lösungen ist ungebrochen.“

Kommunale Verteilung und Schwerpunkte

Regionale Verteilung der Energieberatung:

  • Attendorn 7 Prozent (2024: 10 Prozent)
  • Drolshagen 4 Prozent (5 Prozent)
  • Finnentrop 22 Prozent (15 Prozent)
  • Kirchhundem 8 Prozent (8,5 Prozent)
  • Lennestadt 32 Prozent (24 Prozent)
  • Olpe 21 Prozent (28 Prozent)
  • Wenden 9 Prozent (9,5 Prozent)


Schwerpunkte:

  • Photovoltaik und Steckersolar 21 Prozent (21 Prozent)
  • Gebäudesanierung 15 Prozent (25 Prozent)
  • Heizungstausch 49 Prozent (40 Prozent)
  • davon Wärmepumpe 95 Prozent (75 Prozent)
  • Sonstiges wie Heizkostenabrechnung, Energiesparen, Smart Home 15 Prozent (13 Prozent)
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