Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr drohen im Kreis Olpe
ver.di und EVG-Warnstreik am Montag
- Kreis Olpe, 24.03.2023
- Straße & Verkehr , Wirtschaft
- Von Nils Dinkel
Südwestfalen. ver.di ruft am zentralen Streiktag für den Verkehrs-/Infrastrukturbereich für Montag, 27. März, im Bezirk Südwestfalen zum ganztägigen Warnstreik auf. Angesprochen sind auch Beschäftigte der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd. Gleichzeitig treibt die EVG bei der Deutschen Bahn Beschäftigte zur Arbeitsniederlegung an mit dem Ziel, den Bahnverkehr zum Erliegen zu bringen.


Laut Gewerkschaft wird es zu erheblichen Einschränkungen im ÖPNV in den Regionen kommen. „Unser Ziel ist es, eine Lösung in der dritten Verhandlungsrunde zu erreichen“, so Bettina Schwerdt, stellvertretende Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Südwestfalen.
Das vorliegende Angebot der öffentlichen Arbeitgeber lasse keine andere Antwort zu, denn es sei respektlos und schüre damit den Tarifkonflikt. Der Unmut der Beschäftigten sei enorm und die Streikbereitschaft ebenfalls.
„Wir bitten für diesen Schritt um Verständnis bei den Fahrgästen. Wir appellieren aber auch an die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot machen“, so Schwerdt. Die Verhandlungen werden in der dritten Runde vom 27. bis 29. März in Potsdam fortgesetzt.




Die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd rechnen auch mit Beeinträchtigungen des Busverkehrs in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe. „Die Auswirkungen auf den Fahrplan in unserer Region werden sich allerdings in einem überschaubaren Rahmen bewegen, da ein Großteil der Fahrleistungen in unserem Verkehrsgebiet von privaten Busunternehmen erbracht wird, die vom aktuellen Tarifstreit nicht betroffen sind“, teilen die VWS auf ihrer Internetseite mit.
Rund 20 Prozent der Fahrplanleistung könnten allerdings dennoch vom Streik betroffen sein, so dass am Montag jederzeit mit Ausfällen, Verspätungen und auch vollen Bussen zu rechnen sein werde.
Dies betreffe insbesondere den Verkehr in Wittgenstein und im Sauerland, da dort zahlreiche Linien im Auftrag der VWS von der Westfalenbus GmbH (eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG) gefahren werden. Das Unternehmen habe angekündigt, dass sich ihre Beschäftigten voraussichtlich am Streik beteiligen.
„Fahrgäste der Hessischen Landesbahn müssen sich ebenfalls auf Zugausfälle, Verspätungen und Einschränkungen einstellen. Die Hessische Landesbahn empfiehlt Fahrgästen deshalb dringend, ihre Verbindungen vor Fahrtantritt zu überprüfen oder, sofern möglich, alternative Fahrtmöglichkeiten zu wählen“, teilt das Unternehmen mit.

Die Hessische Landesbahn ist ergänzend zum Regelfahrplan der DB Regio AG auf den Linien RB91 und RE 34 zwischen Siegen Hbf und Letmathe unterwegs.
Zudem betreibt das Unternehmen die Linie RB92 Olpe - Attendorn – Finnentrop. Neben dem RB91 und dem RE 34 sind auf der Ruhr-Sieg-Strecke auch Fernverkehrszüge unterwegs, die nicht fahren sollen.

Die HLB sei nicht direkt vom Streik betroffen und bemühe sich, alle Verbindungen nach Möglichkeit aufrecht zu erhalten. Probleme könnten entstehen, weil Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG auf Stellwerken oder Betriebsleitzentralen betroffen sein können.
Die Deutsche Bahn teilt mit: „Der Fernverkehr wird am 27. März wegen eines Streiks der Gewerkschaft EVG eingestellt. Der Nahverkehr wird bundesweit massiv beeinträchtigt sein. Wenn möglich, verschieben Sie bitte geplante Reisen.“

Auch bei DB Regio werde während des Streiks bundesweit größtenteils kein Zug fahren. Bereits am Sonntagabend seien laut Aussagen der Gewerkschaft erste Auswirkungen durch streikende Mitarbeiter möglich. Auch am Dienstag sei noch mit Nachwirkungen des Streiks zu rechnen - und mit Ausfällen.
