Die Jugend von heute, oder: Es lebe das digitale Zeitalter!

LP-Randnotizen


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Stolz hält der Vater seiner Tochter die Tageszeitung unter die Nase. „Guck mal, da bist du“, sagt er zu dem Mädchen und deutet auf ein Bild, das kaum größer als eine Briefmarke ist.

Die Tochter blickt auf. Nähert sich mit dem Gesicht dem Blatt, bis die Nase fast die Zeitungsseite berührt. Kneift die Augen zusammen, blinzelt ein paar Mal. „Aber wo denn?“, fragt sie ratlos.

Der Vater streckt den Zeigefinger aus und deutet auf einen bunten Punkt in der Mitte des Bildes. „Na, da! Eindeutig zu erkennen!“, ruft er.

Ein Fragezeichen im Gesicht der Tochter. Ein erneuter, genauer Blick auf die Zeitung. Nichts zu erkennen. Kurzerhand hebt sie ihre rechte Hand, legt Daumen und Zeigefinger auf das Foto und zieht beide auseinander, um das Foto wie auf dem Handy-Display zu vergrößern.

Verwirrt blickt sie auf: Warum bleibt die Briefmarke denn bloß weiterhin eine Briefmarke – und warum lacht der Vater plötzlich lauthals?

Es lebe das digitale Zeitalter! In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende!

Kerstin Sauer

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