„Die Feuerwehr steht viel mehr in der Öffentlichkeit“

Stadtbrandinspektor Georg Schüttler im Interview


  • Kreis Olpe, 04.11.2016
  • Specials , Specials
  • Von Barbara Sander-Graetz
    Profilfoto Barbara Sander-Graetz

    Barbara Sander-Graetz

    Redaktion

Rund 700 Brandbekämpfer zählt die Freiwillige Feuerwehr Attendorn. Das Foto zeigt eine Szene der Jahresabschlussübung 2016. von Barbara Sander-Graetz
Rund 700 Brandbekämpfer zählt die Freiwillige Feuerwehr Attendorn. Das Foto zeigt eine Szene der Jahresabschlussübung 2016. © Barbara Sander-Graetz

Attendorn. Seit achteinhalb Jahren ist Georg Schüttler mittlerweile Chef der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Attendorn. Bis mindestens 2020 soll er Stadtbrandinspektor bleiben, dann endet seine zweite Amtsperiode. Im LokalPlus-Interview spricht Schüttler, der sich seit 1976 in Sachen Brandbekämpfung engagiert, über Verantwortung, die Verarbeitung schlimmer Bilder und das Verständnis von Arbeitgebern für Feuerwehrleute.


Herr Schüttler, seit 2008 sind Sie jetzt Stadtbrandinspektor. Was hat sich seit Ihrem Amtsantritt besonders geändert?

Die Verwaltungsaufgaben und die Dokumentationen sind in vielen Bereichen wesentlich mehr geworden. Der Feuerwehrmann steht heute viel mehr in der Öffentlichkeit, gerade bei Einsätzen. Während  früher nach einem Einsatz berichtet wurde, werden wir heute schon von laufenden Kameras (Smartphone)empfangen. 

Sie übernehmen bei Einsätzen große Verantwortung. Wann ist ein Einsatz für Sie ein Erfolg?

Wenn ein Einsatz ohne Komplikationen abläuft und die Betroffenen sowie die eigenen Kräfte ohne Schaden oder Verletzungen aus dem Einsatz kommen. 

Sie haben bei Ihrer Arbeit in der Wehr viele schlimme Szenen nach Unfällen oder Bränden erlebt. Wie verarbeiten Sie die Bilder?

Es gibt immer diese Bilder, die einem nicht aus dem Kopf gehen. Mir hilft es, wenn ich mit den Kameraden über diese Einsätze im Nachhinein spreche. Heute haben wir sehr gut ausgebildetes Personal aus den eigenen Reihen die sich um uns kümmern.
 von Barbara Sander-Graetz
© Barbara Sander-Graetz
Was treibt eigentlich Männer und Frauen dazu, freiwillig in brennende Häuser zu gehen oder schreiende Menschen aus verunfallten Autos herauszuschneiden?

Die Überzeugung, anderen Menschen helfen zu können. 

Attendorn ist bemüht, auch weiterhin anstatt einer Berufs- eine Freiwillige Feuerwehr zu haben. Daher ist auch der Arbeitgeber gefragt. Akzeptieren Arbeitgeber es überhaupt noch, wenn sich ihre Arbeitnehmer mitten am Tag in den Feuerwehreinsatz verabschieden?

In Attendorn sind wir noch in der glücklichen Lage, viele Betriebe zu haben, die familiengeführt sind, und da haben die Inhaber mehr Verständnis für die Feuerwehr. Es gibt nur sehr selten ein Problem. Dafür sind wir sehr dankbar.

Sie investieren jeden Tag mehrere Stunden in Ihr Ehrenamt als Leiter der Feuerwehr. Eine schöne Aufgabe?

Ja, sonst würde ich es nicht machen. Natürlich gibt es nicht nur schöne Aufgaben, die überwiegen aber bei weitem. Es macht auch stolz, eine gut ausgestattete Feuerwehr mit über 700 Kameradinnen und Kameraden führen zu dürfen.
Artikel teilen: