DEHOGA-Kreisgruppe Olpe kritisiert Arbeitszeit-Regelungen im Koalitionsvertrag
„Idee geht an der Lebenswirklichkeit vorbei“
- Kreis Olpe, 15.03.2018
Kreis Olpe. Die Neuauflage der Großen Koalition ist beschlossen, die Ministerposten sind vergeben, und am Mittwoch, 14. März, zum vierten Mal in Folge zur Bundeskanzlerin gewählt worden. Jetzt äußert sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) im Kreis Olpe zum Koalitionsvertrag – und kritisiert vor allem mit Blick auf den Bereich Arbeitsrecht einige Aspekte.




Die geplante Regelung aus dem Koalitionsvertrag sieht nun vor, dass eine feste wöchentliche Arbeitszeit festgelegt wird, von der höchstens 20 Prozent nach unten und 25 Prozent nach oben abgewichen werden darf.


„In der Praxis haben Gastronomen häufig einen Pool von Aushilfen, auf den sie zurückgreifen können. Wenn es am Freitag so aussieht, als wenn das Wetter am Wochenende schön würde, fragt der Biergartenbesitzer bei seinen Aushilfen an, wer Zeit und Lust hat, zu arbeiten. Soll er künftig den Leuten, die arbeiten möchten sagen, dass sie nicht mehr arbeiten dürfen, weil sie in dieser Woche schon ihre 12,5 Stunden voll haben?! Manchmal frage ich mich, in welcher Märchenwelt unsere Politiker eigentlich leben“, moniert Martin. Und Bernhard Schwermer ergänzt: „Gerade Schüler und Studenten sind auch froh, wenn sie in lernintensiven Wochen vor Klausuren weniger und in weniger arbeitsintensiven Wochen mehr arbeiten können.“
Der Koalitionsvertrag sieht lediglich „Experimentierräume“ vor, in denen eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung möglich ist. „Bei den zu erbringenden Anforderungen hat an uns Kleinunternehmer augenscheinlich mal wieder keiner gedacht“, zeigt sich Bernhard Schwermer enttäuscht: „Mit diesen neuen Regelungen legt man uns bei der Schaffung von Arbeitsplätzen wieder einmal Steine in den Weg – abgesehen davon wird durch diese weiteren bürokratischen Regelungen das Gastgewerbe für Existenzgründer und Betriebsnachfolger sicher nicht attraktiver.““
