Das Schöllkraut: Die Pflanze des Monats Juni

Kräuterwelt


  • Kreis Olpe, 14.06.2020
  • Von Astrid Struck
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Das Schöllkraut ist die Pflanze des Monats Juni. von Astrid Struck
Das Schöllkraut ist die Pflanze des Monats Juni. © Astrid Struck

Kreis Olpe. Das Schöllkraut ist eine alte bedeutende Heilpflanze. Es wächst überall, Europa, Asien, Amerika. Auf den ersten Blick ist es nicht immer als Schöllkraut zu erkennen, da seine kleinen gelben Blüten leicht mit Hahnenfuß und Nelkenwurz verwechselt werden können. Man muss schon näher auf das Laub schauen, dann erkennt man es an der Blattform und der blaugrünen Farbe.


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Diese Farbe verrät, dass es zur Familie der Mohngewächse gehört. Wie die anderen Mohnpflanzen stellt es keine Ansprüche an den Boden, es wächst aus Mauerfugen, an Schuttplätzen, Hecken und Zäunen, ganz sicher bei Ruinen und verlassenen Gemäuern.

Wie der Schlafmohn und alle anderen echten Mohnpflanzen besitzt das Schöllkraut einen Milchsaft. Der Milchsaft des Schlafmohns ist weiß, aus ihm wird Opium gewonnen, der Milchsaft des Schöllkrauts ist orangegelb, wie frische Galle.

Wegen dieser Ähnlichkeit wurde der Saft jahrhundertelang als Galleheilmittel verwendet und die moderne Wissenschaft hat diese Heilkraft bestätigt. Wie Opium wirkt der Saft krampflösend, jedoch fehlt ihm das süchtig machende Potential.
Beruhigende und schmerzstillende Eigenschaft
Seine beruhigende, schmerzstillende und krampflösende Eigenschaft steht auch heute noch im Vordergrund. Sie wirkt im wesentlichen auf Leber, Gallenblase und Gallenwege (Gelbsucht, Steinleiden, Koliken), aber auch auf den Magen-Darm-Kanal und Bronchien. Auch gegen Rheuma und bei Augenleiden wurde das Schöllkraut verwendet.

In meiner Kindheit kannte ich das Schöllkraut als Warzenmittel. Wir betupften mit dem gelben Milchsaft unsere Warzen und konnten beobachten, wie sie verschwanden.
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Leider geriet das Schöllkraut in den letzten Jahren in Verruf, denn es enthält Alkaloide und ist somit eine Giftpflanze. Die Giftkonzentration variiert nach Standort und Jahreszeit. Im Herbst sind die Wurzeln besonders angereichert. Deshalb ist besonders bei innerer Einnahme Vorsicht geboten.

Aber hier ist ein Zitat von Paracelsus, dem berühmten Arzt des Mittelalters angebracht: „Alle Ding` sind Gift und nichts ohn` Gift – allein die Dosis macht, dass ein Ding` kein Gift ist.“

In neuerer Zeit wird Schöllkraut auch gegen Influenza-Viren und bei Tumoren eingesetzt. Weitere Einsatzmöglichkeiten werden zur Zeit geprüft. Grundsätzlich kann Schöllkraut als Tee, Tinktur und Salbe verwendet werden.
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Rezept:
Schöllkraut-Salbe (Hühneraugen, Warzen, Flechten)
  • Eine Handvoll blühendes Schöllkraut, 250ml Olivenöl, 25g Bienen-Wachs
  • Das Kraut klein schneiden, in ein Glas mit dem Olivenöl 1-3 Wochen ansetzen, täglich schütteln.
  • Abseihen, das Öl erwärmen und 25g Bienenwachs darin schmelzen.
  • In Tiegel füllen, erkalten lassen, verschließen und beschriften
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