Das Au-pair-Motto am Wochenende: Auf den Rucksack, fertig, los!
LokalPlus-Praktikantin berichtet
- Kreis Olpe, 29.07.2018
- Von Madeleine Hellenthal
Madeleine Hellenthal
Redaktion
Kreis Olpe. Kaum aus England zurück, hat Madeleine Hellenthal ihr Praktikum bei LokalPlus begonnen. Und was würde sich da mehr anbieten als ein Erfahrungsbericht über die elf Monate, die sie als Au-Pair nördlich von London verbracht hat? Im ersten Teil hat Madeleine von ihren Aufgaben und Erlebnissen bei ihrer Gastfamilie erzählt; im zweiten Teil schreibt sie über ihre Reiseerlebnisse in England.

„Sobald der Freitag einer Woche geschafft war, bedeutete das auch für mich: Wochenende. Nur selten baten mich meine Gasteltern an meinen freien Tagen, auf die Kinder aufzupassen, sodass ich meist Zeit hatte, neue Städte zu erkunden.
Glücklicherweise waren die Zugverbindungen der Stadt Biggleswade recht gut, sodass ich mich nach ungefähr 45 Minuten Fahrt zentral in London an „King’s Cross“ befand. An diesem Bahnhof befindet sich übrigens auch das „Gleis 9 ¾“, das eine bedeutende Rolle in den „Harry Potter“-Romanen spielt. Ich verbrachte viele wundervolle Wochenenden in London, und schnell wurde diese Stadt zu meiner Lieblingsstadt in England.




Am liebsten besuchte ich „Notting Hill“, das zum Bezirk Kensington und Chelsea gehört, und lief an endlos bunten Häusern entlang. Ich bestaunte Kunst- und Sammlerstücke an den unzähligen Ständen, die sich an den Wochenenden auf den Bürgersteigen aneinanderreihten. Der Stadtteil „Covent Garden“ zeichnet sich durch die vielen Künstler und Märkte aus und bildet immer eine schöne Kulisse für Fotos. Im Bezirk „Camden Town“ wanderte ich entlang des verzweigten und riesigen „food market“ (Lebensmittelmarkt) und besuchte die vielen Vintage-Läden.

Die Städte, die mich am meisten beeindruckten, waren Bath, Cambridge, Oxford, York und Liverpool. Bath war die erste Stadt, die ich in England besichtigte. Eines lernte ich dabei sofort: Reise nicht mit hohen Standarderwartungen, denn du wirst im Regelfall, was Hostels betrifft, enttäuscht werden.
Eine Nacht in einem Hostel zu verbringen, ist keine Luxusangelegenheit, sondern bedeutet schlichtweg, nur ein Dach überm Kopf zu haben. Blutige, mit Pflastern beklebte und durchgelegene Matratzen, eiskalte Zimmer und sehr dreckige Badezimmer waren keine Ausnahmen.
Cambridge und Oxford sind für ihre Bauten aus hellem Stein bekannt und außerdem beliebte Studentenstädte. So unternahm ich eine „Punting-Tour“ (Bootsfahrt) auf dem Fluss Cam, der durch Cambridge fließt, und betrachtete eine Universität nach der anderen. In Oxford streifte ich durch die vielen verzweigten Straßen und bestaunte die zahlreichen imposanten Gebäude.
York beeindruckte mich mit seinem typisch englischen Charme, den schmalen Straßen und kleinen Lädchen, Teestuben und Straßenmusikern und zog mich im Dezember nicht zuletzt mit seiner weihnachtlichen Stimmung in den Bann.
Liverpool war die letzte Stadt die ich vor meiner Abreise besuchte. Am Hafen gelegen, wehte mir die frische Seeluft um die Ohren, während ich den „Beatles“ auf der Spur war. Diese gründeten sich dort. Die Bars, in denen sie damals zuerst spielten, begeistern heute noch ein großes Publikum.
Schlussendlich kann ich nur sagen, dass das Au-pair-Jahr nach dem Abi für mich die beste Entscheidung war, die ich treffen konnte. Ich möchte weder die Familie noch die Freunde, die ich dort gefunden habe, oder die unvergesslichen Erlebnisse und Erfahrungen, missen."
