Dachdecker, Pizzabäcker und Co.: Wie meistern Berufstätige die Hitze?

Arbeiten im Hochsommer


  • Kreis Olpe, 27.07.2018
  • Von Madeleine Hellenthal
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    und Sina Schneider
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Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ist bei dieser Hitze besonders wichtig. von Piotr Chrobot/Unsplash
Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ist bei dieser Hitze besonders wichtig. © Piotr Chrobot/Unsplash

Kreis Olpe. Eins steht fest: Es ist heiß! Mit Rekordtemperaturen bis zu 40 Grad Celsius heizt der Sommer 2018 Deutschland gerade ein. Während die einen die heißen Temperaturen am Arbeitsplatz genießen, schwitzen und stöhnen die anderen. LokalPlus hat sich erkundigt, wie Berufstätige einen kühlen Kopf bewahren.


Krause Bedachungen (Lennestadt): Margret Krause beschreibt das Arbeiten bei dieser Wetterlage als „Extremsituation“. Anstatt von morgens 7 bis nachmittags um 17 Uhr werde bei dieser Hitze um 6 Uhr angefangen und um 14 Uhr Feierabend gemacht. Trotzdem sei der Sommer die Hauptarbeitszeit, da müsse das Geschäft „brummen“, so Krause. Den Dachdeckern stünden kalte Getränke zur Verfügung. Manche würden sich auch mit einem Kanister Wasser, der mit aufs Dach genommen wird, behelfen. Eine kurze Abkühlung oder ein nasser Hut seien da herzlich willkommen.

Pizzeria „Mini Capri“ in Altenhundem: „Das Wetter ist doch wunderbar. Wegen mir kann es so bleiben“, sagt der Pizzabäcker Baki Gashi. In seiner früheren Heimat, dem Kosovo, sei es noch deutlich wärmer, betont der 45-Jährige. Seine Mitarbeiter und er seien die heißen Temperaturen in der Backstube des Restaurants gewöhnt. Derzeit herrschten dort 39 Grad, wie ein Blick auf das Thermometer beweist. Durch das schöne Wetter sei die Außengastronomie immer gut besucht. Auch die Umsätze würden mit den Temperaturen steigen, erzählt Gashi.
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„Rose InduServ“ (Attendorn): Wie Industriearbeiterin Bettina Kupsch erzählt, sei das Arbeiten in einer großen Industriehalle auch bei heißen Temperaturen auszuhalten. „Wenn man zu wenig Wasser trinkt, lässt die Konzentration natürlich nach. Trinken ist das A und O“, betont die 50 Jährige. Auch das Alter spielt laut Kupsch eine Rolle: „Klar habe ich das mit 20 besser ausgehalten als jetzt mit 50.“ Doch ein spendiertes Eis und Wassermelone erleichterten die Arbeit und brächten Abkühlung. Das habe die 50-Jährige auch schon anders erlebt.

Back- und Caféhaus Tröster (Lennestadt): Trotz Klimaanlage sei es sehr warm hinter der Theke, sagt Laura Hesse. Besonders bis zur Mittagsstunde, wenn der Ofen noch genutzt wird. Der Ofen erreiche Temperaturen von bis zu 210 Grad, da komme man schon ordentlich ins Schwitzen, erzählt die Verkäuferin. Auch der Umsatz beim Kaffeekonsum leide unter den hochsommerlichen Temperaturen. „Natürlich gehen die Leute lieber erst ein Eis essen, bevor sie einen heißen Kaffee trinken“, erzählt Hesse.
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Café Heimes (Lennestadt): Antonia Heimes, 17, berichtet, dass es auch hinter der Eis-Theke „megawarm“ sei. Die Kühlung strahle nämlich nach hinten Wärme ab. Auch bei der Bedienung des Waffeleisens komme man ins Schwitzen. Das Kellnern hingegen sei erträglich, da man ja beim Laufen einen gewissen „Fahrtwind“ abbekomme, so die junge Frau. Besonders zwischen 13 und 15 Uhr suchten viele, die Lust auf ein Eis haben, das Café. Auch nach der Mittagspause sei ein kleines Eis immer beliebt.

Mode Fischer (Lennestadt): Verkäuferin Sehada Feratovic verbringt die Arbeitszeit am liebsten im unteren Stockwerk des Modegeschäftes, wo es durch die Lage im Keller angenehm kühl sei. Eine Klimaanlage habe das Geschäft nicht, wodurch man schon mal ins Schwitzen komme. Soweit möglich, versuchten die Mitarbeiter, ihre Arbeit in das Stockwerk im Keller zu verlagern.
„Auch die Blumen leiden unter der Hitze."
Wochenmarkt in Attendorn: Brigitta Heigwer verkauft Blumen auf einem Wochenmarkt. „Morgens beim Aufbauen geht es noch, doch gerade abends beim Abbau des Marktstandes in praller Sonne wird man schon mal langsamer“, erzählt die 49-Jährige über das Arbeiten bei brütender Hitze. „Die Wärme fängt sich unter dem Schirm“, berichtet die Verkäuferin weiter, „und auch die Blumen leiden unter der Hitze". Einmal am Tag werden die bunten Gewächse mit viel Wasser gewässert und vor allem die Schnittblumen halten sie und ihre Kolleginnen bei diesem Wetter aus der Sonne. Vor allem der Verkauf von Sträuchern und Blumen für den Garten leide unter den Rekordtemperaturen. „Wir verkaufen kaum Pflanzen für den Garten. Viele Böden sind momentan einfach zu trocken“, erzählt Heigwer.
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