Corona-Kontrollen: Der Kreis Olpe ist weiterhin diszipliniert

Polizei und Ordnungsämter im Gespräch


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 von Nils Dinkel
© Nils Dinkel

Kreis Olpe. Neue Corona-Schutzverordnung - neues Glück? Wohl kaum: Auf 21 Seiten wird dargelegt, was derzeit erlaubt, was verboten ist. Ausnahmen und Einzelfall-Regelungen inklusive. Am Montag, 8. März, ist die aktuelle Version der Schutzverordnung in Kraft getreten und bereits einen Tag später, am 9. März, gab es eine Ergänzung. Was bedeutet das für Polizei und Ordnungsämter? Wo wird kontrolliert, wie wird vorgegangen, und vor allem: Stoßen die Mitarbeiter überall auf Verständnis? LokalPlus hat nachgefragt.


„Für uns als Polizei gibt es bei den Kontaktbeschränkungen drei Ansätze“, erläutert Polizei-Pressesprecher Michael Klein. „Am häufigsten werden wir angerufen und uns wird mitgeteilt, dass sich vermehrt etwa Jugendliche an bestimmten Orten treffen.“

Damit einher ginge die Bitte, etwas zu machen. Im Anschluss stimme sich die Polizei mit dem jeweiligen Ordnungsamt ab. „Wenn die dann nicht können, rückt die Polizei aus“, so Michael Klein. Außerdem leiste die Polizei den Ordnungsämtern Amtshilfe – etwa bei renitenten Fällen.

„Wir schreiten natürlich auch selbstständig ein, wenn wir Verstöße feststellen. Das sind aber wirklich nicht dramatisch viele Fälle“, sagt der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Olpe.

Lennestadt

Immer mal wieder kleine Verstöße, insbesondere im Bereich der Abstandsregelungen, stellt das Ordnungsamt in Lennestadt fest. „Aber es hält sich im Rahmen“, sagt Leiter Ingo Wirth. Die Schwierigkeit, so erklärt er mit Blick auf die neue, 21-seitige Corona-Schutzverordnung, sei, „pauschale Regelungen immer auf den Einzelfall anzuwenden. Einzelfälle werden an uns heran getragen und müssen geprüft werden. Die Lockerungen machen es da noch schwieriger: Im Lockdown war alles verboten, jetzt gibt es Ausnahmen.“

Die Schwierigkeit liegt in der Auslegung: Oft entdeckt man in den Nebensätzen weitere Einschränkungen. Pauschale Erlaubnisse oder Verbote? Schwer zu finden. Lockerungen, so Wirth weiter, bedeuten gleichzeitig erhöhten Kontrollbedarf. Doch wenn Sportplätze wieder teilweise freigegeben sind – fallen dann auch die Skaterplätze darunter?

Täglich sind die Mitarbeiter des Lennestädter Ordnungsamtes – neben dem alltäglichen Geschäft, das auch während der Pandemie nicht ruht - unterwegs, gehen Hinweisen nach, überprüfen bekannte Sammelplätze, machen Quarantänekontrollen. „Da gibt es nur wenige Verstöße“, weiß Ingo Wirth. Hinweisen auf Leute, die sich nicht an die Quarantäne-Regeln halten, geht das Lennestädter Ordnungsamt sofort nach. „Aber wenn sich in dem Moment, wo wir ankommen, alle Familienmitglieder dort aufhalten – was können wir dann machen? Eine 24-Stunden-Überwachung durch das Ordnungsamt ist einfach unmöglich zu leisten.“

Kirchhundem

Die Kontrolle der Quarantäne stehe auch in Kirchhundem ganz oben auf der Agenda, sagt Verena Gräbener, Vertreterin des Bürgermeisters der Gemeinde Kirchhundem. Auch am Wochenende werde dies überprüft. „Wir erhalten tagtäglich Listen vom Gesundheitsamt, wer in Quarantäne ist. Stichprobenartig finden Kontrollen statt“, erzählt Verena Gräbener.

Vereinzelt seien Betroffene nicht angetroffen worden. „Das sind aber absolute Ausnahmefälle“, betont Verena Gräbener. Die Leute seien in der Gemeinde zu 99,9 Prozent diszipliniert. Auch an die Kontaktbeschränkungen halte man sich überwiegend.

Hotspots oder öffentliche Punkte, wo es in Großzahlen zu Probleme komme, gebe es nicht. „Und wenn, zeigten sich die Menschen einsichtig, wenn wir sie ermahnt haben“, so Verena Gräbener. Auch mit Blick auf Jugendliche gebe es keine Schwierigkeiten.

Olpe

Regelmäßig kontrolliert wird laut Juliane Hahn vom Olper Ordnungsamt auch in der Kreisstadt. Doch auch hier halten die Bürger meist die Kontaktbeschränkungen ein. Die Kollegen hätten Jugendliche und Erwachsene im Blick. Direkte Hotspots gebe es jedoch nicht in der Kreisstadt. „Die Gruppen lösen sich schon auf, sobald sie den Wagen des Ordnungsamtes sehen. Die sind schwer zu kriegen. Die nehmen die Füße unter die Arme und laufen“, erzählt Juliane Hahn.

Natürlich habe man auch einige Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Jetzt dürften sich fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, was die Situation etwas entzerre. Bei den Jugendlichen gelte weiterhin die Regelung mit zwei Beteiligten, es sei denn, es seien Geschwister darunter.

Wenden

Auch in der Gemeinde Wenden gibt es laut Wolfgang Grimstein vom Ordnungsamt regelmäßige Corona-Patrouillien. „Wir fahren Kontrollen, ja. Aber: Die Leute sollen ruhig spazieren gehen. Sie sollen sich an die Corona-Regeln halten, und das machen die meisten auch. Und darauf achten wir“, so Wolfgang Grimstein.

Es seien nur Einzelfälle, die man ahnde. Hotspots mit Menschenansammlungen gebe es in der Gemeinde nicht.

Drolshagen

In Drolshagen sei es in letzter Zeit ruhig zugegangen, so Claudia Heite, Fachbereichsleiterin für Sicherheit, Soziales und Bürgerbüro. Vereinzelt habe es Verstöße gegen die Maskenpflicht gegeben, die dann auch geahndet wurden. Grundsätzlich gebe es aber wenig Verstöße. Kontrollen erfolgen stichprobenartig, aber nicht in erhöhtem Takt. Auch anlassbezogene Kontrollen finden statt, das Ordnungsamt gehe dann den Hinweisen nach.

Attendorn

„Es passieren auch in Attendorn immer wieder Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung. In den meisten Fällen handelt es sich um Kontakt- oder Maskenverstöße“, so Danica Struck, stellvertretende Leiterin des Attendorner Ordnungsamtes. Ein großer Teil der Betroffenen werde mündlich verwarnt und auf das Fehlverhalten aufmerksam gemacht. Andere Verstöße wiederum wurden mit einer Geldbuße gemäß des Bußgeldkataloges geahndet.

Es gibt Bereiche in Attendorn, an denen sich vor allem Jugendliche oder junge Erwachsenen treffen. Diese Punkte werden regelmäßig kontrolliert. Dort ist an den Wochenenden, insbesondere freitags und samstags, eine höhere Frequenz zu verzeichnen und dementsprechend die Anzahl der Verstöße größer. Grundsätzlich sei das Ordnungsamt sieben Tage die Woche im Stadtgebiet im Einsatz.

Finnentrop

Schwerpunktmäßig wurde in den vergangenen Wochen die Einhaltung der Quarantäne-Regeln überprüft. Tatsächliche Verstöße seien hierbei nicht festgestellt worden, fasst Joachim Blume, Bereichsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung Finnentrop, die Situation zusammen.

Personen in Quarantäne, die nicht angetroffen wurden, würden noch einmal angeschrieben oder telefonisch kontaktiert. Häufungspunkte oder Hotspots gibt es aus Sicht des Ordnungsamtes nicht. Im Schulcampus trifft man hin und wieder kleinere Gruppen Jugendlicher. Eine deutliche Ansprache hat aber auch hier immer ausgereicht, um die Treffen aufzulösen. Für eine Verstärkung der Kontrollen gebe es deshalb derzeit keine Veranlassung.

Die aktuelle Version der Corona-Schutzverordnung für NRW ist hier nachzulesen

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