Caritas-Konferenzen: Sorge um die Helferinnen und die Bedürftigen

Großer Beitrag zum solidarischen Miteinander


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Die Leiterinnen der Caritas-Regionalkonferenzen, Cornelia Heider, Conny Behrens und Andrea Müller (von links), sind in Sorge. von Nicole Voss
Die Leiterinnen der Caritas-Regionalkonferenzen, Cornelia Heider, Conny Behrens und Andrea Müller (von links), sind in Sorge. © Nicole Voss

Die Leiterinnen der Caritas-Regionalkonferenzen, Andrea Müller, Regionalleiterin Attendorn/Finnentrop, Conny Behrens, Regionalleiterin Lennestadt/Kirchhundem , und Cornelia Heider, Regionalleiterin Olpe/Drolshagen/Wenden sorgen sich um die Helfer und die Bedürftigen.


Momentan ist die wichtige Arbeit der Caritas-Konferenzen auf Eis gelegt. Hausbesuche sind nicht möglich und die Angebote (Kleiderkammern, Warenkörbe, Tafel) sind geschlossen oder öffnen schrittweise wieder.

Dabei leisten die Caritas-Konferenzen nach wie vor einen erheblichen Beitrag zum solidarischen Miteinander in den Dörfern. Die Mitarbeiter und Helfer unterstützen finanziell, sind Gesprächspartner und geben Hilfestellung.
Auf Spenden angewiesen
Bei der Unterstützung von Familien, beispielsweise mit Lebensmittelgutscheinen, bei Ferien-Freizeiten von Kindern und Mutter-Kind-Kuren, sind die Caritas-Konferenzen, die übrigens ehrenamtlich und autark agieren, auf Spenden und die Erlöse aus den Sommer- und Adventssamlungen angewiesen.

Erstere würde jetzt eigentlich stattfinden, ist aber auf Grund der momentanen Lage nicht erlaubt. Stattdessen wird mit einem Spendenbrief um Unterstützung gebeten. Die Briefe rekrutieren aus der Caritas-Kampagne 2020 „Sei gut, Mensch“, werden verteilt und sollen in den Kirchen und Pfarrbüros ausliegen.
Konkrete Arbeit vor Ort fällt flach
Genau da liegt in gewisser Weise der nächste Knackpunkt. Die Helferinnen werden von vielen Spendern bereits erwartet. Es sind die Gespräche und die sozialen Kontakte, auf die sich die Menschen freuen, während sie die Arbeit der Caritas-Konferenzen mit einem Geldbetrag unterstützen.

„Unsere konkrete Arbeit vor Ort fällt flach und um den ein oder anderen machen wir uns Sorgen“, bedauert Conny Behrens und fügt hinzu: „Wir werden weiter gebraucht. Das ist unsere Triebfeder. Wir möchten nicht nur warten, bis die Menschen auf uns zukommen.“
Menschen, die einfach reden möchten
Ein Beispiel: Bevor die Kleiderkammer in Olpe unter Beachtung der Hygienevorschriften wieder öffnete, riefen Kunden an und baten um Kleidung für die wärmere Jahreszeit.

„Es gibt auch einige Menschen, die in Zeiten der Kurzarbeit ihre Miete nicht zahlen können und Arbeitslose, die einfach nur reden möchten. Vielen ist es finanziell nicht möglich, mal eben irgendwo hinzufahren. Die Menschen kommen aus ihrer Situation nicht mal eben raus“, weiß Cornelia Heider.
Bleiben die Helferinnen erhalten?
Andrea Müller betont stellvertretend auch für die Helferinnen: „Wir machen das aus Nächstenliebe.“ Ein Augenmerk lenken die Regionalleiterinnen auch auf die Helferinnen. Viele sind im Rentenalter und zählen schon zur Gruppe der Hochbetagten. Auch diesen älteren Aktiven, meistens Frauen, nehme die Situation die Struktur.

Und die Fragen: „Was passiert, wenn wir uns alle lang nicht mehr sehen? Bleiben uns die Helferinnen erhalten oder ziehen sich einige zurück?“, beschäftigen Conny Behrens und ihre Mitstreiterinnen auch. Neue Helfer sind also willkommen.
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