Bürgerinitiativen kritisieren „Windrad-Wahnsinn“ und kooperieren

BI: 1.300 neue Windräder im Regionalplan vorgesehen


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 von Sven Prillwitz
© Sven Prillwitz

Kreis Olpe. Die geplante Ausweisung von 89 sogenannten Windenergiebereichen (WEB) im Entwurf des Regionalplans für die Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und Mark ruft die örtlichen Bürgerinitiativen des Kreises Olpe auf den Plan. Sie haben sich zusammengeschlossen, um gegen den Windenergie-Ausbau im Südsauerland zu kämpfen.


„Wir wollen den Windwahn, den man sich in Arnsberg für unsere Teilregion ausgedacht hat, stoppen“, lautete der Tenor bei einem Treffen am Mittwoch, 17. März, an dem Vertreter der örtlichen Bürgerinitiativen Gegenwind Olpe-Drolshagen-Wenden, Rothaarwindwahn Kirchhundem, IG Gegenwind Frettertal, BI Lebenswertes Repetal, BI Saalhauser Berge und BI Gegenwind Oedingen-Cobbenrode teilnahmen. Als Sprecher des Zusammenschlusses der Bürgerinitiativen wurden Matthias Reißner aus Drolshagen und Frank Dubberke aus Kirchhundem gewählt.

8.730 Hektar für Windenergie

Der Regionalplan-Entwurf der Bezirksregierung für die Teilregion MK/OE/SI sieht zeichnerisch dargestellte „Windenergiebereiche“ (WEB) als Vorranggebiete für die Aufstellung von bis zu 250 Meter hohen Windrädern auf insgesamt ca. 8.730 Hektar vor. Es werden Bereiche in einer Größe von 20 bis knapp 500 Hektar dargestellt. Auch außerhalb der „Windenergiebereiche“ könnten trotzdem im Außenbereich weitere neue Windräder errichtet werden.

„Würde der Regionalplan-Entwurf beschlossen, könnten die Kommunen gegen Windräder in den dann im Regionalplan dargestellten Windenergiebereichen nicht mehr gegensteuern, selbst wenn sie die Windenergiebereiche in ihren Flächennutzungsplänen wirksam als Tabuzonen für neue Windräder ausgewiesen haben oder dies gerade planen“, heißt es in einer Pressemitteilung . Sie wären sogar dazu verpflichtet, die Bereiche als Standorte für Windräder in ihre eigenen Pläne zu übernehmen.

Protest von Windkraftgegnern beim Politischen Aschermittwoch 2017 der NRW-CDU.. von Sven Prillwitz
Protest von Windkraftgegnern beim Politischen Aschermittwoch 2017 der NRW-CDU.. © Sven Prillwitz

Die BI-Sprecher Reißner und Dubberke kritisieren: „Die Planung des Regionalrats entbehrt jeder rationalen Begründung. Es gibt keine rechtlichen Vorgaben für eine regionalplanerische Sicherung einer bestimmten Anzahl von Standorten für Windparks in den drei Kreisen. Zudem hat der Regionalrat den im Landesentwicklungsplan vorgesehenen Vorsorgeabstand von Windradstandorten zur Wohnbebauung von 1.500 Meter einfach pauschal auf 1.000 Meter reduziert“

Die Bürgerinitiative sieht grobe Abwägungsfehler in dem Entwurf. Der Vorsorgeabstand von 1.500 Meter dürfe nur nach einer einzelfallbezogenen Abwägung der örtlichen Verhältnisse und niemals pauschal für drei Landkreise unterschritten werden. Es sei zudem unverantwortlich, bekannte und touristisch relevante Naherholungsgebiete wie den Rothaarkamm in großen Teilen zu Windenergiebereichen zu erklären.

Rechtliche Schritte möglich

Die Bürgerinitiativen wollen den Entwurf „jetzt genau analysieren und die Bevölkerung darüber informieren, dass das Baurecht für umgerechnet über 1.300 neue Windräder bis zu 250 Metern Höhe in der Region geschaffen werden soll“. Ziel ist es, möglichst viele Einwendungen in Arnsberg einzureichen. Auch rechtliche Schritte gegen den Regionalplan (Normenkontrollklage) schließen die Windkraft-Gegner nicht aus, falls der Regionalplan verabschiedet werden sollte.

Gegen den Entwurf, der auf den Internetseiten der Bezirksregierung Arnsberg unter

einzusehen ist, können noch bis zum 30. Juni Einwendungen erhoben werden.

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