Bei Kopfschmerzen nur nach ärztlicher Rücksprache Schmerzmittel nehmen
Besser mit einfachen Mitteln vorbeugen
- Kreis Olpe, 05.09.2022
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Kreis Olpe. Es drückt, hämmert, pocht oder sticht im Schädel - schon Kinder und Jugendliche klagen häufig über Kopfschmerzen. Meist verschwindet der Schmerz wieder von allein. Medikamente gegen Kopfschmerzen sollten Kinder jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache bekommen, denn nicht jedes Medikament ist für junge Menschen geeignet.




Medikamente gegen Fieber und Schmerzen sind nach Medikamenten gegen Atemwegserkrankungen die am zweithäufigsten verordneten Arzneimittel für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Das belegt eine Auswertung der AOK NordWest. Danach wurden im Jahr 2020 im Kreis Olpe für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren insgesamt 8.043 Schmerz- und Fiebermittel verordnet.
Die Gründe für Kopfschmerzen sind vielfältig: Sie können durch äußere Reize wie grelles Licht, abgestandene Luft, Lärm, Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit oder starke Gerüche ausgelöst werden. Aber auch Hunger, zu wenig Schlaf und Bewegung, zu häufiges Sitzen und Lernen in der falschen Körperhaltung, Stress oder Ängste sind Auslöser für Kopfschmerzen.


Treten Kopfschmerzen plötzlich auf, sind sehr stark oder mit heftigen Nackenschmerzen, Erbrechen, Seh- oder Sprachstörungen verbunden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das Gleiche gilt, wenn Kopfschmerzen länger als drei Tage andauern.
Wenn Kinder oder Jugendliche zu Kopfschmerzen neigen, helfen oft schon einfache Maßnahmen zur Vorbeugung: zum Beispiel genug trinken, viel Bewegung an der frischen Luft, regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten und ausreichende Ruhepausen.

Eltern können zudem versuchen, den Stress für die Kinder zu reduzieren, indem sie für eine entspannte häusliche Atmosphäre sorgen und den Kindern Zeit für Entspannung und freies Spielen einräumen.
Bei akuten Kopfschmerzen können Ruhe und Schlaf helfen. Erleichterung bringt auch ein kühles Tuch auf der Stirn oder - wenn das Kind das mag - etwas Pfefferminzöl auf Schläfe oder Stirn (nicht in Augennähe). Hierbei ist aber auf individuelle Unverträglichkeiten und Überempfindlichkeit zu achten, außerdem sollte Pfefferminzöl nicht bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden.

Einer Studie der Technischen Universität Dresden zufolge gaben rund 68 Prozent der knapp 3.000 befragten Kinder und Jugendlichen an, in den vergangenen drei Monaten unter Kopfschmerzen gelitten zu haben. Mädchen waren mit 73 Prozent häufiger betroffen als Jungen (63 Prozent), Jugendliche mehr als Kinder.
Nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) haben bis zum 12. Lebensjahr sogar rund 90 Prozent der Jungen und Mädchen bereits Erfahrungen mit Kopfschmerzen, bis zu zwölf Prozent davon leiden unter Migräne.
