Autohändler: „Bekommen kein einziges Auto auf die Straße“
Folge des Hackerangriffs
- Kreis Olpe, 08.11.2023
- Wirtschaft
- Von Nils Dinkel
Kreis Olpe. Seit Montagmorgen, 30. Oktober, sind die Verwaltungen in den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerland, Soest und dem Märkischen Kreis offline. Auch Kfz-Zulassungen sind seither nicht mehr möglich. Während sich die Kreise im Hintergrund um eine Lösung bemühen, parken in den Autohäusern zahlreiche Fahrzeuge, die eigentlich schon auf den Straßen rollen sollten.

Kreis-Pressesprecher Holger Böhler sagte auf Anfrage, normalerweise gebe es täglich bis zu 200 Kfz-Zulassungen im Kreis Olpe. „Es ist schwierig hochzurechnen. Wir gehen von etwa 800 An- und Ummeldungen in der Woche aus“, so Holger Böhler. Seit dem Hackerangriff geht allerdings nichts mehr. Kein Neu- und Gebrauchtwagenkäufer kann sein Fahrzeug anmelden.





An einer Lösung werde gearbeitet, versichert Böhler. Ad hoc sei das allerdings nicht so einfach. Es gebe viele Gesetze und Regeln zu beachten. Es müssten unter anderem Schnittstellen mit Versicherungen und Co. geschaffen werden.



„Klar sind wir mit betroffen“, bringt es Steffen Baumhoff vom Autohaus Baumhoff in Altenhundem auf den Punkt. „Nicht direkt, aber von den Auswirkungen des Hackerangriffs. Wir bekommen kein einziges Auto auf die Straße!“
Der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen stocke jedoch nicht. „Die Autos werden ja gebraucht. Für die Menschen gibt es keine Alternative. Und zugelassen bekommen sie es ja anderswo auch nicht“, erzählt der Geschäftsmann. Er hofft auf eine baldige Lösung.

„Es ist eine große Herausforderung für alle die betroffen sind. Sicher auch für uns Autohäuser. Die Autos werden trotzdem angeliefert und müssen bezahlt werden. Wir brauchen Platz und es wird teuer. Wir können keine Rechnung schreiben, solange der Wagen auf dem Hof steht“, so Steffen Baumhoff.
Wenn das jetzt sechs bis acht Wochen dauere, werde das für alle Autohändler aus Platzgründen und auch finanziell eine große Herausforderung. „Der Schaden in Summe ist immens. Schon jetzt. Und dabei hat jeder nur seine kleine Brille auf“, so Steffen Baumhoff. Es stehe eine herausfordernde Zeit bevor, denn es müsse schließlich alles aufgearbeitet werden - wenn es wieder möglich ist.
