Nicht nur für den FC Finnentrop, sondern für den Frauenfußball im Kreis Olpe an sich war es eine besondere Begegnung, die am Dienstagabend, 16. August, auf dem Sportplatz am Schulzentrum ausgetragen wurde: Die heimischen Fußballerinnen, die in der Westfalenliga um Punkte kämpfen, trafen auf die U20-Nationalmannschaft Namibias. Vor rund 200 Zuschauern gewann die afrikanische Auswahl die Partie mit 4:0 (1:0). Allerdings war das Ergebnis ohnehin zweitrangig.
Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) war in Person von Alexandra Spiekermann auf den FC Finnentrop zugekommen. Der Club stimmte der Freundschaftsspiel-Anfrage umgehend zu und begann mit der Organisation. „Wir sind sehr stolz, dass wir dieses Highlight hier haben“, sagte Engelbert Schulte, 1. Vorsitzender des FC. Der Verein erhielt ein Lob von höchster Stelle: Bürgermeister Dietmar Heß bescheinigte dem Club, die Gemeinde Finnentrop sehr gut repräsentiert zu haben. Heß, der seine Begrüßungsansprache ebenso in Englisch hielt wie FC-Geschäftsführer Franz Vollmert, hatte die Fußballerinnen aus Namibia am Nachmittag im Rathaus empfangen. Hier trugen sie sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein.
Jacqueline Shipanga, Leiterin der namibischen Delegation, erklärte den Stellenwert, den Fußball in ihrem Heimatland genießt: „Die Fußballerinnen haben ein besseres Leben als manch andere Menschen bei uns“, sagte Shipanga. Aktuell gebe es zehn Erstligisten, die mittlerweile unter professionellen Bedingungen zu spielen versuchen, dabei aber noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, insbesondere mit den großen Entfernungen zwischen den einzelnen Spielorten. Shipanga lobte die Partnerschaft zwischen dem westfälischen und dem namibischen Verband. Diese trage auf jeden Fall zur Weiterentwicklung des Fußballs in dem afrikanischen Land bei. Shipanga: „Der große Wunsch ist es, dass die Vereine bei uns auch auf Internaten aufgebaut wären, wie das in Deutschland bereits der Fall ist.“