Auftaktveranstaltung der KlimaUnion Siegen-Wittgenstein-Olpe

Großes Interesse und viel Prominenz


Die Auftaktveranstaltung der KlimaUnion Siegen-Wittgenstein-Olpe hat in der Weißtalhalle stattgefunden. von privat
Die Auftaktveranstaltung der KlimaUnion Siegen-Wittgenstein-Olpe hat in der Weißtalhalle stattgefunden. © privat

Kaan-Marienborn/Kreis Olpe. Mehr als 60 Interessierte sind zur ersten öffentlichen Veranstaltung der KlimaUnion Regionalgruppe Siegen-Wittgenstein-Olpe in die Weißtalhalle gekommen, die unter der Überschrift „Klimapolitische Perspektiven Global – Regional – Kommunal“ gestanden hat.


Ein Grund für die vielen Besucher war sicherlich auch, dass der Hauptredner des Abends Prof. Dr. Klaus Töpfer, der langjährige Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UN) extra für diese Veranstaltung nach Siegen gekommen war.

Die Teilnahme der politischen Prominenz der Region - neben den Landtagsabgeordneten Jens Kamieth, Anke Fuchs-Dreisbach und Jochen Ritter waren auch der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese und der Vertreter der Region im Deutschen Bundestag Volkmar Klein - zeigt, wie wichtig das Thema Klimapolitik der CDU ist.

Prof. Töpfer ging in seiner Rede auf die Rolle von Wissenschaft und Politik ein. Wissenschaftliche Erkenntnisse, so Töpfer, seien immer nur eine Momentaufnahme: „Was vor 50 Jahren zu einem Nobelpreis führte, kann heute unter Klimaschutz-Perspektiven sehr kritisch betrachtet werden.“

Politik betrachtet viele Aspekte für Entscheidungsfindung

Politik müsse neben wissenschaftlichen Erkenntnissen immer auch weitere Aspekte in die Entscheidungsfindung einbeziehen - wirtschaftliche Themen, soziale Aspekte und nicht zu Letzt auch ethische Fragen. Im weiteren Verlauf nahmen dann Peter Liese die europäische Perspektive der Klima- und Energiepolitik in den Blick und Jens Kamieth zeigte auf, welche Erfolge die Landesregierung auf dem Gebiet der Klimapolitik aufweisen könne.

„Klimapolitik lässt sich am besten an guten und praktischen Beispielen zeigen“, erläuterte der Kanzler der Uni Siegen, Ulf Richter. Er stellte heraus, wie ein klimaneutraler Campus in der Siegener Innenstadt entstehen könne und dankte den Landespolitikern über Parteigrenzen hinweg für deren Unterstützung bei diesem Vorhaben, denn ohne das Land wäre dieses auch unter Klimaschutz Gesichtspunkten Leuchtturm-Projekt nicht möglich.

Workshop vorhergegangen

Vor der Veranstaltung fand ein Workshop mit Kommunalpolitikern und Klimaschutzmanagern aus den regionalen Verwaltungen statt. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie lassen sich klimapolitische Ziele in der Kommunalpolitik umsetzen? Einig wurden sich die Teilnehmer schnell, dass Klimaschutz ein Thema ist, dass quer zu allen anderen kommunalpolitischen Aufgabenstellungen liegt und bei sehr vielen Entscheidungen zu berücksichtigen ist.

Es komme darauf an, die Menschen auf dem Weg zu mehr Klimaschutz mitzunehmen und alle politischen Entscheidungen auch unter dieser Perspektive zu betrachten. Zwar hätten einige Kommunen bereits Klimaschutzkonzepte entwickelt, aber bei deren Umsetzung stünden die meisten noch am Anfang.

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Klaus Töpfer.

Die Essenz aus dem Workshop die unter den Punkten Herausforderungen und Perspektiven zusammengestellt wurde konnte den Referenten des Abends vorgetragen werden. Für die Workshopteilnehmer sehr spannend; es gab hierzu direkt eine Einschätzung von Prof. Dr. Klaus Töpfer, der mit seiner Erfahrung lobende und auch bedenkenswerte Worte fand.

KU hält Engagement für notwendig

Klaus Grünebach, der Koordinator der KlimaUnion SI-WI-OE war sehr zufrieden. „Die Resonanz sowohl bei der Teilnahme als auch bei der Diskussion nach den Vorträgen zeigt, das Klimapolitik in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.“

Sie bestärke das Vorhaben, faktenbasiert ohne Ideologie für Maßnahmen einzutreten, die ein besseres Klima bewirkten. Und es soll weitergehen: Die Diskussion zwischen Kommunalpolitikern und Vertretern der Verwaltung war erst ein Auftakt. Im Mittelpunkt der nächsten Veranstaltung stehen Fragen der Energiepolitik und der regionalen Wirtschaft. Denn auch hier müssen noch dicke Bretter gebohrt werden: „Ganz klar: Wir als KU sind gekommen, um zu bleiben. Denn unser Engagement ist notwendig.“

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