Au Pair, Ausbildung, Reisen: Wie Corona die Zukunftspläne gesprengt hat

Abiturienten berichten von ihren Alternativen


  • Kreis Olpe, 01.09.2020
  • Von Anna Neus
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Luisa Frey freut sich über ihren Auslandsaufenthalt in Spanien. von privat
Luisa Frey freut sich über ihren Auslandsaufenthalt in Spanien. © privat

Kreis Olpe. Viele Abiturienten im Kreis Olpe hatten große Pläne nach ihrem Abschluss: Ein Au-Pair-Jahr, eine Ausbildung oder einfach eine Reise ins Ausland - doch dann kam Corona. LokalPlus hat mit einigen Abiturienten aus dem Kreis gesprochen: Was war geplant und was ist jetzt?


Luisa Frey (18, St.-Ursula-Gymnasium Attendorn):
„Ich habe mir fest vorgenommen, nach dem Abi ein Auslandsjahr zu machen“, erzählt Luisa Frey. Ihr Plan war, für zehn Monate als Au Pair nach Spanien zu gehen. Das schien für eine Zeit lang aussichtslos zu sein. Nach der letzten Abiturklausur hat sich dann doch noch eine Familie gemeldet, seit ein paar Tagen ist Luisa in Spanien.

Aber: „Ein Auslandsjahr stellt man sich anders vor: Man muss ständig eine Maske tragen, man kann nicht reisen und es ist schwer, Freunde zu finden.“ Trotzdem: Die 18-Jährige zieht es durch. „Es ist ein Risiko, das ich eingehe, aber ich möchte das auf jeden Fall machen“, so Luisa Frey. Denn, so weiß die junge Frau: „Man hat nur nach dem Abitur die Chance, frei und unabhängig zu reisen. So eine Chance bekommt man nicht wieder.“
Janne Kilgus (Gymnasium der Stadt Lennestadt):
13 Monate ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Argentinien zu absolvieren: Das war der Plan von Janne Kilgus, der schon seit zwei Jahren fest stand. Nach einer Bewerbung bei einer Organisation im vergangenen Sommer standen Auswahltelefonate und -seminare an.

„Kurz vor Weihnachten kam für mich dann die Nachricht, dass ich angenommen wurde“, so Janne Kilgus, die im September anfangen sollte, in Buenos Aires mit Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen zu arbeiten. „Unter anderem setzt man sich damit auch für Kinder- und Frauenrechte in Argentinien ein“, erzählt Janne.
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Nach und nach wurde jedoch klar, dass das wegen Corona nicht klappt. Jetzt macht Janne Kilgus einen Bundesfreiwilligendienst in der Nähe von Hannover und versucht, wenigstens einen Teil von ihrem Traum durch die Arbeit mit Kindern zu realisieren.
Julia Scheppe (17, Städtisches Gymnasium Olpe):
Die Abiturientin wollte drei Monate durch Europa reisen und dann für drei Monate nach Norwegen gehen. „Ich hatte noch nichts Festes, aber schon einen Plan“, erzählt die 17-Jährige. Seit Anfang des Jahres hatte sie sich damit beschäftigt – doch Corona durchkreuzte ihre Zukunftsplanung.
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Ein abgeänderter Plan: 20 Tage durch Norwegen reisen. Aber auch da ist nicht klar, ob es überhaupt machbar ist. Julia Scheppe versucht, die Zeit zu überbrücken, und macht ein Vorstudium. Für eine Ausbildung nächstes Jahr hat sie sich auch schon beworben. „Ich habe schon ein bisschen damit abgeschlossen, dass ich überhaupt ins Ausland komme“, so die Abiturientin.
Paula Böhme (19, Städtisches Gymnasium Olpe):
Schon seit zwei Jahren ist Paula Böhme klar, dass sie reisen möchte. Ihr Plan war, in Südamerika oder Indien bei einem Hilfsprojekt zu arbeiten und durch das Land zu reisen. Doch dann kam Corona – und ihre Pläne wurden durchkreuzt: „Was soll ich machen? Man ist dann erst mal in einem Loch und total verloren.“ Fest stand für die Abiturientin, dass sie noch nicht sofort studieren möchte.
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Durch eine Freundin ist sie auf die Organisation „workaway“ - ähnlich einem Au Pair - gestoßen. Man hilft im Haushalt und macht Babysitting, aber man bekommt kein Geld, sondern eine Unterkunft. „In Schweden habe ich eine Familie gefunden, die mich sofort angesprochen hat“, erzählt Paula Böhme. Jetzt geht es für sie von Ende Oktober bis Dezember nach Schweden. Den Rest lässt sie auf sich zukommen.

Morgen geht's weiter: Dann erzählen vier weitere Abiturienten - vom Rivius-Gymnasium und von St.-Ursula Attendorn, vom Gymnasium Maria Königin Altenhundem und vom St.-Franziskus-Gymnasium Olpe - von ihren (nicht immer) neuen Plänen.
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