AstraZeneca-Impfstopp wirft Kreis Olpe deutlich zurück
Impfstoff war im Impfzentrum sehr gefragt
- Kreis Olpe, 16.03.2021
- Gesundheit & Medizin
- Von Nils Dinkel
Kreis Olpe. Der AstraZeneca-Impfstopp hat auch den Betrieb im Impfzentrum Attendorn knallhart erwischt. Auch die durch die Hausärzte zu erfolgenden Impfungen scheinen, so Stefan Spieren als Impfzentrumleiter und niedergelassener Arzt in Hünsborn, in weitere Ferne gerückt.




„Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Impfungen ausgesetzt. Auf Empfehlung haben wir bis Sonntag alle Termine storniert. Ob nächsten Montag weiter geimpft wird, wissen wir ebenso wenig wie die Antwort auf die Frage, was die zweite Impfung mit Astra Zeneca angeht“, so Spieren.
Man sei von der Entscheidung im Impfzentrum für den Kreis Olpe knallhart erwischt worden. Einige Patienten beim Impfzentrum seien persönlich informiert, weitere Betroffene telefonisch kontaktiert worden.


Bis Montagmittag sei im Impfzentrum alles super gelaufen. Außer üblicher Nebenwirkungen, wie Abgeschlagenheit, Fieber und Schmerzen an der Einstichstelle seien kritische Ausfallerscheinungen durch den Impfstoff AstraZeneca ausgeblieben. „Auch Termine für AstraZeneca-Impfungen waren immer innerhalb weniger Stunden ausgebucht. Wir hatten sogar mehr nachgeordert als uns eigentlich zusteht."
Durch geschickten Personaleinsatz und technische Mittel seien die beiden eingerichteten Impfstraßen überdurchschnittlich gut ausgelastet gewesen. Der Öffnung der beiden weiteren Impfstraßen habe nur der mangelnde Impfstoff im Wege gestanden.
„Es lief hervorragend. Jetzt grätscht uns die Meldung dazwischen. Das Impfen wurde im Kreis Olpe sehr gut angenommen, wir hätten noch mehr verimpfen können“, erzählt der Leiter des Impfzentrums. Und das auch ohne Öffnung weiterer Impfstraßen.
Erst am Montag seien für die kommenden drei Wochen neue Dosen von Biontech und AstraZeneca zugesichert und neue Termine freigeschaltet worden. „Gerade die über 80-Jährigen sollten sich telefonisch unter 116 117 Termine buchen“, so Spieren. Termine können auch online gebucht werden - und Sondergruppen müssen diesen Weg wählen.

Die Auslastung sei sehr gut. Die wenigen freibleibenden Termine gehen an Menschen auf einer Nachrücker-Liste des Kreises Olpe. Darauf stehen schwerstkranke Menschen, etwa Dialyse- oder Krebspatienten. „Sie oder die Hausärzte können sich melden und dann werden sie entsprechend geimpft. Wenn absehbar ist, dass Impfdosen übrig bleiben, bekommen sie gegen Abend einen Anruf mit der Bitte, vorbeizukommen."
Durch den Stopp der Impfungen mit AstraZeneca rückt auch der von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe prognostizierte teilweise Impfstart in den Arztpraxen in die Ferne. „Man kann davon ausgehen, dass sich das dadurch verschiebt“, weiß Spieren, der eine Praxis in Hünsborn betreibt.
Der Impfstoff AstraZeneca hätte wegen verschiedener Vorteile im Vergleich zu den anderen Vakzinen in den Arztpraxen eingesetzt werden sollen. Dies hätte auch Impfungen für Menschen ermöglicht, die das Impfzentrum nicht aufsuchen können. „Es mangelt nicht an denen, die impfen wollen. Es mangelt am Impfstoff. Das ist gerade für die ganze Impfkampagne nicht schön“, so Spieren.
