Arbeit nach Maß hilft Semih Atac zurück ins Leben

„Die Werkstatt war mein Rettungsanker“


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Semih Atac ist froh, Unterstützung und soziale Teilhabe in den Werthmann-Werkstätten zu erfahren. von Janine Clemens, Caritasverband Olpe
Semih Atac ist froh, Unterstützung und soziale Teilhabe in den Werthmann-Werkstätten zu erfahren. © Janine Clemens, Caritasverband Olpe

Kreis Olpe. Semih Atac aus Meggen hat am 27. April 2018 einen lebensverändernden Moment erlebt, als sein Auto sich neunmal überschlug. Ein schwerer Verkehrsunfall, der nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich Spuren hinterließ.


Eine zwölfmonatige Reha und zahlreiche Therapien waren nötig, um sich ins Leben zurückzukämpfen. Ursprünglich hatte der damals 22-jährige geplant, seinen Realschulabschluss nachzuholen und etwas im Bereich Elektronik zu machen.

Fünfeinhalb Jahre nach dem Unfall findet Semih Atac seine berufliche Heimat in der Elektromontage der Werthmann-Werkstätten in Olpe. Die Werkstatt wird für ihn zum Rettungsanker und Symbol für sein zweites Leben.

„Hier wird Arbeit möglich gemacht. Für jeden. Die Werkstatt interessiert sich für Menschen – sie hilft Menschen wie mir!“, betont Atac dankbar. Sein schweres Schädel-Hirn-Trauma zwang ihn in eine mehrwöchige Koma-Phase.

Trotz Herausforderungen optimistisch

Mit künstlicher Schädelplatte, Implantatschrauben und Gedächtnislücken kämpft er sich zurück. Trotz dieser Herausforderungen blickt er optimistisch in die Zukunft und schätzt das Leben nun umso mehr. Die Werthmann-Werkstätten spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Noch im geschützten Rahmen tätig, ist Atacs erklärtes Ziel ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis außerhalb der Werkstatt. Gemeinsam mit Gruppenleiter Bernd Niklas werden Möglichkeiten dafür ausgelotet. Die Werkstatt legt dabei Wert darauf, die Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeiter zu betonen, statt sich auf Defizite zu konzentrieren.

Heute: Int. Tag für Menschen mit Behinderung

Achim Scheckel, Abteilungsleiter der Werthmann-Werkstätten in Olpe, unterstreicht, dass Herr Atac zeigt, wie schnell jeder auf Unterstützung angewiesen sein kann. Der Internationale Tag für Menschen mit Behinderung am 3. Dezember wird genutzt, um Atacs Geschichte zu teilen.

Semih Atac betrachtet seinen Weg als Chance. Nach dem Eingangsverfahren hat er Praktika absolviert und sich schließlich für die Elektromontage entschieden. Wenn er Kabel für namhafte Industriekunden konfektioniert, leuchten seine Augen. Er schätzt die familiäre Atmosphäre in seinem 14-köpfigen Team.

Vor seinem Unfall kannte Atac die Werthmann-Werkstätten nicht. Nun weiß er um die wertvollen Möglichkeiten, die Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf dort erhalten. Ohne die Werkstatt hätte er keine Tagesstruktur, kein Sozialleben und wenig Selbstbewusstsein. Die sinnvolle Tätigkeit und der Ortswechsel tun ihm gut, motivieren ihn und ermöglichen soziale Teilhabe. Für Atac sind die Werkstätten sein Chancengeber, ein Lichtblick nach einem schweren Schicksalsschlag.

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