Ansteckende Katzenseuche im Kreis Olpe: Mehrere Katzen gestorben

Tierschützerin empfiehlt Impfung – auch für Hauskatzen


  • Kreis Olpe, 23.09.2026
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  • Von Nils Dinkel
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Eine erkrankte Katze. von privat
Eine erkrankte Katze. © privat

Kreis Olpe. Mehrere tote Katzen in Fretter, Elsperhusen und Beukenbeul: Tierschützer im Kreis Olpe beobachten derzeit mit Sorge Fälle der hochansteckenden Katzenseuche. Besonders junge und ungeimpfte Tiere sind gefährdet. Susanne Knappstein, ehemals im Vorstand der Katzenhilfe und heute unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Pfötchenclub des Tierschutzvereins aktiv, appelliert deshalb an Katzenhalter, den Impfschutz ihrer Tiere überprüfen zu lassen.


Die bekannten Fälle stammen aus den vergangenen drei Monaten. In Fretter starb nach Angaben der Tierschützerin ein kompletter Wurf mit drei bis vier Katzen. Der jüngste Fall dort liegt erst rund eineinhalb Wochen zurück. Ein Tier konnte noch lebend aufgenommen werden, ein weiteres lag bereits tot neben einer Futterstelle.

In Elsperhusen starben drei Katzen, eine weitere konnte aufgenommen werden. In Beukenbeul kämpften die Helfer um vier schwer erkrankte Kitten. Drei überlebten, eines starb. Die Tiere waren nach Angaben Knappsteins nicht nur an Katzenseuche erkrankt, sondern litten auch unter schwerem Katzenschnupfen und Giardien. Bei einem überlebenden Kitten konnte ein Auge nicht gerettet werden.

Diese Katze verlor ein Auge. von privat
Diese Katze verlor ein Auge. © privat

Die bekannten Fälle könnten laut Knappstein nur einen Teil des tatsächlichen Geschehens abbilden. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass im Kreis Olpe noch viele weitere Kitten an Parvovirose und anderen Infektionskrankheiten erkrankt und gestorben sind, von denen wir nie erfahren haben“, sagt Knappstein. Gerade bei freilebenden Katzen würden Würfe teilweise erst spät oder gar nicht entdeckt.

Hochansteckende Viruserkrankung

Die Katzenseuche, medizinisch feline Panleukopenie, ist eine hochansteckende Viruserkrankung. Betroffene Tiere können unter anderem hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall entwickeln. Besonders bei jungen, ungeimpften Katzen kann die Krankheit einen schweren und tödlichen Verlauf nehmen.

Hinzu kommt: Der Erreger ist äußerst widerstandsfähig und kann lange in der Umwelt überleben. Eine Übertragung ist daher auch indirekt über verunreinigte Gegenstände, Kleidung oder Schuhe möglich. Deshalb betrifft das Thema nicht nur Freigänger.

„Auch Wohnungskatzen sollten geimpft sein“, betont Knappstein. Eine Impfung könne eine Erkrankung zwar nicht in jedem Fall verhindern, reduziere aber das Risiko schwerer Verläufe deutlich. Eine einzelne Impfung reicht für einen dauerhaften Schutz zudem nicht aus. Katzenhalter sollten daher den Impfstatus und notwendige Auffrischungen mit ihrem Tierarzt besprechen.

Immer mehr Streuner verschärfen Situation

Parallel zu den Infektionskrankheiten bereitet den Tierschützern die wachsende Zahl freilebender Katzen Sorgen. Nach Angaben Knappsteins gibt es inzwischen so viele Anfragen, dass für zahlreiche Tiere keine Pflege- oder Unterbringungsplätze mehr gefunden werden können. Ohne freien Platz könnten manche Katzen nicht eingefangen werden und müssten zunächst draußen bleiben.

Erkrankte Katzen von privat
Erkrankte Katzen © privat

Damit steigt auch das Risiko, dass sich Krankheiten innerhalb der Streunerpopulation weiter ausbreiten. Knappstein appelliert deshalb zusätzlich an Halter, Freigängerkatzen kastrieren zu lassen. Unkastrierte Hauskatzen trügen zur weiteren Vergrößerung der Population bei. Immer neue Kitten würden draußen geboren – häufig ohne Impfschutz und damit besonders gefährdet.

Wie viele Tiere tatsächlich betroffen sind, lässt sich nicht beziffern. Katzenseuche ist nicht meldepflichtig. Die Tierschützer informieren sich daher untereinander über bekannt gewordene Fälle. Ihr Appell angesichts der jüngsten Todesfälle: Katzen impfen lassen, den Impfschutz regelmäßig überprüfen und Freigänger kastrieren lassen.

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