Anbau, Umbau, neue Konzepte: Ausreichend OGS-Plätze im Kreis Olpe vorhanden

Ganztag-Umsetzung teilweise mit hohen Kosten verbunden


  • Kreis Olpe, 09.03.2026
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Kreis Olpe. Ab August haben Erstklässler den Anspruch auf einen Platz in der offenen Ganztagsbetreuung (OGS). Damit dafür ausreichend Plätze vorhanden sind, wurden an den Schulen neue Mensen gebaut, bestehende vergrößert oder andere Lösungen gefunden. Trotzdem fehlen bundesweit 150.000 OGS-Plätze, besonders in NRW. Wie sieht es im Kreis Olpe aus? Gibt es ausreichend Plätze? Welche Maßnahmen wurden in den Kommunen getroffen? LokalPlus hat nachgefragt.


Die Stadt Attendorn teilt mit, dass die OGS-Anmeldungen für das kommende Schuljahr nicht abgeschlossen seien, so dass es keine belastbaren Zahlen gibt. „Wir gehen aber davon aus, dass wir den OGS-Bedarf im kommenden Schuljahr noch decken können, ohne an die Maximalgrenze zu gelangen“, berichtet Frank Burghaus, Leiter des Amts für Bildung, Sport, Kultur und Veranstaltungsmanagement.

Je nach konzeptioneller Ausrichtung soll jede Grundschule durch entweder bauliche oder aber organisatorische Maßnahmen neu aufgestellt werden.

Mehr Anmeldungen in Drolshagen

Die Stadt Drolshagen teilt mit, dass das bestehende OGS-Angebot der Gräfin-Sayn-Verbundgrundschule am Hauptstandort in Drolshagen und am Teilstandort in Hützemert insgesamt 205 Schüler und Schülerinnen nutzen. Der Teilstandort Schreibershof bietet eine Vormittags- und eine Nachmittagsbetreuung, die 44 Kindern besuchen.

Bisher konnte somit jedem ein Platz angeboten werden. Man rechne in den kommenden Jahren allerdings mit steigenden Anmeldezahlen für die OGS.

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In Hützemert wurden die Kapazitäten durch Baumaßnahmen erweitert und auch am Hauptstandort in Drolshagen sollen neue Räumlichkeiten für Schule und OGS geschaffen werden. In Schreibershof wird weiterhin die Vormittags- und Nachmittagsbetreuung angeboten. Schreibershofer Schüler können alternativ die OGS der anderen Standorte zu nutzen.

Ausreichend Plätze in Finnentrop

In der Gemeinde Finnentrop nutzen von insgesamt 677 Schülern 239 das OGS-Angebot der drei Grundschulen mit ihren jeweiligen Haupt- und Teilstandorten. Für den OGS-Ausbau hat die Gemeinde keine An- oder Neubauten geplant oder umgesetzt, da die vorhandenen Kapazitäten ausreichend seien.

Stattdessen werde, laut Sachstandsbericht des Bereichsleiters Schule und Soziales Dominik Trepels, auf die Schaffung zusätzlicher Raumkapazitäten mithilfe von modernen Ausstattungskonzepten gesetzt, die in den vergangenen Jahren mit Ganztagsplanerin Monika Söller erarbeitet wurden. In Einzelfällen bestehe die Option, Räumlichkeiten anzumieten.

Maßnahmen in Lennestadt geplant

Die Stadt Lennestadt ist Trägerin von fünf Grundschulen mit insgesamt acht Standorten. An der Oene-Elspe-Tal-Schule (Elspe und Oedingen), der Franziskus-Schule (Meggen und Maumke) und am Hauptstandort der St.-Agatha-Schule in Altenhundem gibt es ein umfangreiches OGS-Angebot, das 216 von insgesamt 941 Schülern wahrnehmen, berichtet die Pressestelle der Stadt Lennestadt auf Anfrage von LokalPlus.

Um- und Anbaumaßnahmen seien jedoch an der St.-Nikolaus-Schule Grevenbrück, dem Teilstandort der Marien-Schule in Saalhausen und der St.-Agatha-Schule in Bilstein notwendig. Die Maßnahmen befinden sich in der Planung.

Kirchhundem investiert 2,22 Millionen

In der Gemeinde Kirchhundem werden alle drei Grundschulstandorte (Heinsberg, Kirchhundem und Welschen Ennest) seit dem Schuljahr 2011/2012 als offene Ganztagsgrundschulen geführt.

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In Heinsberg stehen 50 Plätze, in Kirchhundem und Welschen Ennest jeweils 75 Betreuungsplätze zur Verfügung (insgesamt 200). Die bestehenden Kapazitäten seien jedoch nicht ausgereizt, da aktuell 123 Schülerinnen und Schüler die OGS besuchen. In Vorbereitung auf den Ganztagsanspruch hat die Gemeinde an allen drei Standorten insgesamt rund 2,22 Millionen Euro in neue Mensen investiert.

Olpe erwartet keine steigenden Zahlen

Im laufenden Schuljahr 2025/26 besuchen 259 Kinder die OGS an den vier Grundschulen der Stadt Olpe. Für alle konnte ein Platz zur Verfügung gestellt werden, es gibt keine Warteliste.

Um auf wider Erwarten steigende Zahlen reagieren zu können, wurde vor allem flexibles Mobilar angeschafft und Anpassungen im Essensbereich vorgenommen. Die größte bauliche Maßnahme ist der Erweiterungsbau auf dem Schulhof der GGS Am Hohenstein. Hier wurden zwei zusätzliche Räume für die OGS geschaffen. An allen Grundschulen war eine Ganztagsberaterin vor Ort und in die Planungen involviert.

Bedarf in Wenden wächst kontinuierlich

In der Gemeinde Wenden sei der Bedarf an Ganztagsplätzen im Gemeindegebiet in den vergangenen Jahren kontinuierlich leicht gestiegen. Aktuell besuchen 274 Schüler die schon bestehenden OGS-Angebote der drei Schulstandorte der Gemeinde.

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Um dem gerecht zu werden, wurden neben der Optimierung von Raumkonzepten und der Mehrfachnutzung vorhandener Räumlichkeiten auch bauliche Maßnahmen umgesetzt. Deshalb gehe man davon aus, dass alle Anfragen bedient werden können. Aber, so heißt es in der schriftlichen Antwort der Gemeinde: „Die Umsetzung des Rechtsanspruchs bleibt für alle Beteiligten eine Herausforderung und in den kommenden Jahren sind die Verzahnung von Vor- und Nachmittag sowie weitere Baumaßnahmen unverzichtbar.“

Förderschulen müssen Plätze einrichten

Anders verhält es sich bei den Förderschulen des Kreises Olpe, bei denen der Kreis die Trägerschaft innehat. Die St.-Laurentius-Schule in Attendorn wird bereits als Ganztagsschule geführt, weshalb hier laut unterer Schulbehörde keine Maßnahmen fällig waren. Bei der Martinus Schule in Attendorn und der Janusz-Korczak-Schule in Grevenbrück müssen diese Betreuungsplätze jedoch erst eingerichtet werden.

Ganztagsförderungsgesetz

„Das Ganztagsförderungsgesetz beinhaltet die stufenweise Einführung eines Anspruchs auf ganztägige Förderung für Kinder in Horten oder Ganztagsgrundschulen ab dem Jahr 2026. Er gilt zunächst für die erste Klassenstufe und wird bis zum Schuljahr 2029/30 jährlich um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Der Anspruch tritt am 1. August 2026 in Kraft.

Der Bund unterstützt die Länder und Kommunen durch eine Beteiligung an den Kosten für Ausstattungsinvestitionen sowie für Um- und Neubauten mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro.“

Quelle: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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