Aktionstag: Pflegeeinrichtungen lassen Besuche nur vor der Tür stattfinden

Belastung durch Bürokratie


Pflege, Pflegerin, Pflegepersonal, Symbol, Alt, Alter, Seniorin, demografischer Wandel, Betreuung, Krankheit, Fürsorge von Kzenon / Fotolia
Pflege, Pflegerin, Pflegepersonal, Symbol, Alt, Alter, Seniorin, demografischer Wandel, Betreuung, Krankheit, Fürsorge © Kzenon / Fotolia

Kreis Olpe. Einige Einrichtungen von Caritas, GFO und KHS machen am Mittwoch, 7. September, mit einem gemeinsamen Aktionstag auf die Zusatzbelastungen der Einrichtungen durch Bürokratie und fehlende Refinanzierung aufmerksam und lassen „Besuche nur vor der Tür“ stattfinden. Ein Wachrütteln für die Öffentlichkeit und Politik.


Während die Corona-Schutzverordnungen in den Einrichtungen der Langzeitpflege mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz weiterhin umgesetzt werden müssen, ist deren Refinanzierung in Teilen ausgelaufen.

Altenhilfe-Träger, wie der Caritasverband für den Kreis Olpe, die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) und die Katholische Hospitalgesellschaft (KHS) befürchten, dass Zusatzaufgaben dauerhaft vom Einrichtungspersonal ihrer Seniorenhäuser gestemmt werden müssen.

Teilnehmende Einrichtungen sind: das St. Franziskus Seniorenhaus in Lennestadt, das Seniorenhaus Gerberweg in Olpe, das Haus Elisabeth in Wenden, das Josefinum in Lennestadt, der Franziskaner-Hof in Attendorn sowie das Seniorenzentrum St. Gerhardus in Drolshagen.

Dauerhafte Refinanzierung gefordert

Karin Arens, Pflegedienstleitung im St. Franziskus Seniorenhaus in Lennestadt beklagt: „Während Corona in der Mitte der Gesellschaft keine tragende Rolle mehr zu spielen scheint, ist die Pandemie in der Pflege noch lange nicht vorbei. Unsere Mitarbeitenden arbeiten seit zweieinhalb Jahren über ihr Limit hinaus.“

Als Zeichen gegen die Überlastung der Langzeitpflege lassen zwei Caritas-Seniorenhäuser und vier Einrichtungen der GFO/KHS am 7. September Besuche nur draußen vor der Tür stattfinden. Gemeinsam mit den Angehörigen weisen die Einrichtungen auf die prekäre Personalsituation hin.

In einem offenen Brief fordern die Träger der Altenhilfe und gleichzeitig größten Arbeitgeber des Kreises Olpe vom Bund eine Verringerung der Bürokratie und eine dauerhafte und sichere Refinanzierung der coronabedingten Mehraufwendungen.

Info

Zum Hintergrund:

Am 8. September stimmt der Bundestag über das geänderte Infektionsschutzgesetz ab. Einrichtungen der Langzeitpflege müssen weiterhin zeitintensive Maßnahmen zum Infektionsschutz, wie Einlasskontrollen, Zertifikatskontrollen und Dokumentation der Vorgänge, umsetzen. Bis Juni 2022 konnten Pflegeeinrichtungen die Aufwendungen, die durch die Umsetzung der Coronamaßnahmen entstanden, sowie coronabedingte Mindereinnahmen über den Pflegerettungsschirm geltend machen. Das ist durch das Auslaufen des Rettungsschirms nun nicht mehr möglich.

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