15. Sportgespräch des Kreissportbundes Olpe: Geld ist nicht alles

Viele Fakten und interessante Ansätze


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Stehende Ovationen für die Haupt- und Ehrenamtlichen beim 15. Sportgespräch. von Nicole Voss
Stehende Ovationen für die Haupt- und Ehrenamtlichen beim 15. Sportgespräch. © Nicole Voss

Attendorn. „Wertschätzung für die Ehren- und die Hauptamtlichen ist das Wichtigste.“ Dieses Fazit hat Peter Niklas, Vorsitzender Gemeindesportverband Wenden und und stv. Vorsitzender im Kreissportbund, aus dem 15. Sportgespräch gezogen. Dazu hatte der Kreissportbund am Mittwoch, 4. September, in den Alten Bahnhof in Attendorn eingeladen. Gesprächspartner waren dabei Landratskandidatin Nezahat Baradari und Landrat Theo Melcher. Auch die Gäste kamen zu Wort.


Zur Untermalung seines Fazits ließ Peter Niklas die Gäste im vollbesetzten Saal jeweils 30 Sekunden für die Ehrenamtlichen und die Hauptamtlichen in allen Bereichen des Sports applaudieren.

Beim Gespräch wurden viele Facetten beleuchtet und interessante Ansätze formuliert. So stellte Theo Melcher fest: „Geld ist ja nicht alles.“ Hier einige Auszüge:

Moderator Peter Niklas im Gespräch mit Landratskandidatin Nezahat Baradari und Landrat Theo Melcher. von Nicole Voss
Moderator Peter Niklas im Gespräch mit Landratskandidatin Nezahat Baradari und Landrat Theo Melcher. © Nicole Voss

Wie ist der Stellenwert des Sports im Kreis Olpe?

Theo Melcher: „Die Stellung des Sports wird unterschätzt. Etwa 58.000 Menschen im Kreis Olpe sind Mitglieder in Sportvereinen. Die gepflegten Anlagen im Kreis Olpe sind gut in Schuss. Wir sind gut aufgestellt, weil wir die Mittel dafür noch zur Verfügung stellen können.“

Nezahat Baradari: „Im Kreis Olpe brauchen wir uns nicht zu verstecken, aber es gibt noch Luft nach oben. Sehr gut ist das Programm „Sports4kids“ (Förderprogramm für Kinder von 0 bis sechs Jahren und für Vereine, um neue Angebote zu schaffen). Wichtig ist auch, dass die Kinder wohnortnah Schwimmen lernen.“

Peter Niklas: „Die sportliche Förderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Konsum elektrischer Medien hat bei Kindern stark zugenommen – das ist bewegungsfreie Zeit. Sport fördert auch Toleranz und Disziplin.“

Rolf Kantelhardt, Vorsitzender des Kreissportbundes Olpe. von Nicole Voss
Rolf Kantelhardt, Vorsitzender des Kreissportbundes Olpe. © Nicole Voss

Welche Anreize sind bei der Gewinnung weiterer Ehrenamtlicher denkbar?

Nezahat Baradari: „Höhere Übungsleiterpauschalen, die Förderung des Ehrenamts, Bürokratieabbau, zusätzliche Rentenpunkte und der kostenlose Zugang zu öffentlichen Angeboten, beispielsweise Schwimmbädern, wären Möglichkeiten. Wir brauchen Entbürokratisierung und Digitalisierung und müssen die Zugezogenen einbeziehen, die etwa 30 Prozent der Gesellschaft ausmachen.“

Auch die politischen Vertreter setzen auf „pink gegen Rassismus“. von Nicole Voss
Auch die politischen Vertreter setzen auf „pink gegen Rassismus“. © Nicole Voss

Theo Melcher: „Wir haben viel ehrenamtliches Engagement. Die Haftung, Versicherungsfragen und die Bürokratie schrecken die Menschen ab, Ämter zu übernehmen. Wenn wir den Stand halten können, können wir zufrieden sei. Eine Gesellschaft, die nur nach Geld ruft, ist eine arme Gesellschaft. Der Kreissportbund kümmert sich und macht den Vereinen das Leben etwas leichter. Die Städte und Gemeinde sind auch ansprechbar.“

Jens Selter, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Attendorn: „Es ist schwer junge Menschen zu begeistern. Eine Chance sehe ich, in der engeren Verknüpfung der Vereine mit den Schulen. In den Schulen sollte mehr über das Ehrenamt gesprochen werden. Der Sport spielt bei der Integration eine große Rolle. Die Menschen gehen zuerst zu den sportlichen Angeboten.“

Viele interessante Themen und Ansätze, denen das Auditorium aufmerksam zuhörte, wurden diskutiert. von Nicole Voss
Viele interessante Themen und Ansätze, denen das Auditorium aufmerksam zuhörte, wurden diskutiert. © Nicole Voss

Haben wir Sanierungsstau auf den Sportstätten?

Theo Melcher: Ich kann keinen Sanierungsstau entdecken, aber wir wissen alle nicht, wie es weitergeht.“

Nezahat Baradari: „Nicht aufhören, sondern im Rahmen der Möglichkeiten weitermachen.“

Was passiert mit dem Sondervermögen des Bundes?

Finales Thema war das Sondervermögen des Bundes in Höhe von 100 Milliarden für zwölf Jahre und der mögliche Nutzen für die Vereine:

Theo Melcher: „Nach dem Königssteiner Schlüssel erhält der Kreis Olpe etwa 6,5 Millionen Euro. Wir müssen klären, wo die Investitionen am notwendigsten sind. Wir werden die Sportstätten nicht vernachlässigen.“

Nezahat Baradari: „Das wird nicht alle Probleme lösen, aber es ist eine Chance zu investieren, wenn wir das Geld klug einsetzen.“

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