11 Menschen starben 2025 auf Straßen im Kreis Olpe

Weniger Unfälle, mehr Tote


Topnews
Nach einem Verkehrsunfall in Olpe am 28. August musste ein 76-Jähriger reanimiert werden. Er starb jedoch. von Lorena Klein
Nach einem Verkehrsunfall in Olpe am 28. August musste ein 76-Jähriger reanimiert werden. Er starb jedoch. © Lorena Klein

Kreis Olpe. Im Kreis Olpe hat es im Jahr 2025 deutlich weniger Verkehrsunfälle gegeben – gleichzeitig ist die Zahl der tödlich Verunglückten auf elf gestiegen. Das geht aus der aktuellen Verkehrsunfallbilanz der Kreispolizeibehörde Olpe hervor.


Insgesamt registrierte die Polizei 3.183 Verkehrsunfälle. Das sind rund 16,2 Prozent weniger als im Jahr 2024 mit 3.800 Fällen und gleichzeitig Tiefstwert der vergangenen fünf Jahren. Durchschnittlich ereigneten sich etwa neun Unfälle pro Tag im Kreisgebiet.

Trotz dieses Rückgangs zeigt die Statistik auch eine besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der Verkehrstoten hat sich mehr als verdoppelt und den Höchstwert der vergangenen fünf Jahre erreicht. 2025 kamen elf Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, im Jahr zuvor waren es fünf.

Drei Tote in acht Tagen

Bereits Anfang Februar kam es innerhalb weniger Tage zu drei tragischen Ereignissen. Am 3. Februar starb eine 75-jährige Frau bei einem Rangierunfall in Elspe. Zwei Tage später, am 5. Februar, kam eine 34-jährige Frau nach einem Frontalzusammenstoß auf der L 715 zwischen Wenden und Altenhof ums Leben. Am 11. Februar starb zudem eine Beifahrerin bei einem Verkehrsunfall auf der L 539 zwischen Attendorn und Heggen.

Am 9. März verunglückte ein Motorradfahrer auf der Kreisstraße 13 bei Dumicke. Der Mann stürzte und starb noch an der Unfallstelle. Ein 56-jähriger Motorradfahrer kam am 21. März auf der B 55 bei Wegeringhausen zu Fall. Er erlag später seinen schweren Verletzungen.

Am 27. April verunglückte ein 58-jähriger Motorradfahrer auf der L 512 bei Hohen Hagen so schwer, dass er noch an der Unfallstelle starb.

Bei einem Frontalzusammenstoß am 30. November bei Oberveischede starb ein 58-jähriger Beifahrer. von Kai Osthoff
Bei einem Frontalzusammenstoß am 30. November bei Oberveischede starb ein 58-jähriger Beifahrer. © Kai Osthoff

Ein weiterer Motorradunfall ereignete sich am 13. Juli auf der Bundesstraße 54 kurz vor Altenkleusheim. Ein 36-jähriger Fahrer wurde dabei so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb. Am 28. August kam es außerdem zu einem tödlichen Verkehrsunfall auf der Martinstraße in Olpe. Ein 76-jähriger Mann verlor dabei sein Leben.

Am 29. August ereignete sich in Attendorn ein tragischer Arbeitsunfall: Bei der Belieferung eines Lebensmittelmarktes machte sich ein Lastwagen selbstständig. Der 53-jährige Fahrer kam dabei ums Leben.

Bei einem Unfall auf der Finnentroper Straße am 11. Februar starb die Beifahrerin. von Kai Osthoff
Bei einem Unfall auf der Finnentroper Straße am 11. Februar starb die Beifahrerin. © Kai Osthoff

Ein Mensch starb am 15. Oktober nach einer Kollision zwischen einem Pkw und einem Lastwagen in Attendorn. Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich am 30. November bei Oberveischede. Dort starb ein 58-jähriger Mann bei einem Frontalzusammenstoß.

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg von 381 auf 424. Durch die Unfälle wurden 422 Menschen leicht und 99 schwer verletzt. Besonders betroffen waren auch ältere Verkehrsteilnehmer: 80 Menschen ab 65 Jahren wurden im Straßenverkehr verletzt. Zudem verunglückten 42 Kinder unter 14 Jahren, davon 7 schwer.

Unfallfluchten auf hohem Niveau

Ein besonderer Schwerpunkt bleibt das Thema Unfallflucht. Insgesamt 601 Fahrer entfernten sich nach einem Unfall unerlaubt vom Unfallort. Bei Unfallfluchten mit Personenschaden lag die Aufklärungsquote laut Polizei bei mehr als 65 Prozent, landesweit im vorderen Bereich. Die gesamte Aufklärungsquote aller Unfallfluchten betrug 39,27 Prozent.

Entgegen des Landestrends stieg im Kreis Olpe die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Pedelec- und Fahrradfahrern von 76 auf 94 an.

Prävention und Kontrollen

Als häufigste Unfallursachen nennt die Statistik nicht angepasste Geschwindigkeit (134 Fälle) sowie Vorfahrtsverstöße (102). Auch Fehler beim Abbiegen oder Wenden sowie zu geringer Abstand spielten häufig eine Rolle.

Die Polizei kündigt an, weiterhin auf eine Kombination aus Prävention und Kontrollen zu setzen. „Nur durch das Zusammenspiel von Prävention und Repression lässt sich eine nachhaltige positive Unfallentwicklung erreichen“, so Landrat Theo Melcher.

Artikel teilen: