Zwei Mütter starten Spendenaktion: „Wir brauchen auch hier vor Ort Hilfe“

Sammelstelle für Geflüchtete


  • Kirchhundem, 18.03.2022
  • Ukraine
  • Von Christine Schmidt
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Susanne Beyer und Judith Picker haben privat eine Spendenaktion für die Ukraine organisiert. von Tine Schmidt
Susanne Beyer und Judith Picker haben privat eine Spendenaktion für die Ukraine organisiert. © Tine Schmidt

Kirchhundem. Wenn man finanziell nicht groß helfen kann, dann eben auf eine andere Art: Das haben sich die beiden Freundinnen Susanne Beyer und Judith Picker aus Kirchhundem gedacht. Die beiden Mütter haben privat eine Spendenaktion organisiert. Ihnen ist es wichtig, dass den Menschen aus der Ukraine auch hier vor Ort geholfen wird.


Was sonst von Familie Beyer für Kindergeburtstage genutzt wird, dient jetzt als kleine Kleiderkammer. Susanne Beyer stellt ihre privaten Räume als Sammelstelle zur Verfügung. Hier stapelt sich Kleidung für Flüchtlinge aus der Ukraine.

Die Kleidung soll allerdings nicht ins Grenzgebiet gebracht werden, erklären die beiden Frauen. „Nein, wir glauben, dass die Menschen, wenn sie hier zu uns nach Deutschland, nach Kirchhundem kommen, auch noch viel benötigen“, so Picker. Und dafür wollen sie sammeln.

Auch andere Gruppen bedenken

„Die Menschen kommen hier an und haben wahrscheinlich kaum etwas dabei“, fasst Beyer die tragische Situation zusammen. Daher lagern die beiden Frauen alles, um ankommende Flüchtlinge gut zu versorgen – alle Altersgruppen bedacht.

„Wir nehmen auch Kleidung für Herren oder Jugendliche an“, erklärt Susanne Beyer. Bei vielen Aktionen würden vorwiegend Frauen mit kleinen Kindern bedacht, was auch wichtig sei. Dennoch kämen auch ältere Kinder und Herren sowie Jugendliche, an die beide Mütter ebenso denken möchten.

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Susanne Beyer und Judith Picker haben privat eine Spendenaktion für die Ukraine organisiert.

Vor rund zwei Wochen starteten die zwei Kirchhundemerinnen die Aktion – nur privat. Im WhatsApp-Status geteilt, meldeten sich nach kurzer Zeit viele Freunde und Bekannte. „Was braucht ihr noch? Ich hätte hier noch...“, trudelten die Nachrichten am laufenden Band ein.

„Wir sind immer noch überwältigt“, sagt Judith Picker. Die Frauen zeigen auf die hohen Berge an Kleidung: „Das ist alles nur durch unseren Bekanntenkreis gekommen.“ Mit viel Mühe hätten die Leute ganze Koffer gepackt. Auch jetzt holen die Frauen volle Koffer und Säcke aus ihren Autos. Nicht nur Kleidung auch Spielzeug für Kinder, Hygieneartikel und Süßigkeiten werden entgegengenommen.

Gemeinde Kirchhundem involviert

Picker freut sich: „Wir haben nagelneue Sachen erhalten. Manche Leute waren extra einkaufen.“ Die beiden Mütter sortieren in ihrer Freizeit alles nach Geschlecht, Alter und Größe – so behalten sie den Überblick und könnten direkt das Passende raus suchen.

„Die Gemeinde Kirchhundem weiß von unserer Aktion“, sagte Susanne Beyer. „Sobald Bedarf da ist, kommen sie auf uns zurück. Die sind begeistert, was wir hier machen.“

Susanne Beyer und Judith Picker nehmen auch weiterhin Spenden nach Terminabsprache entgegen. „Wir denken weiter und orientieren uns an den Menschen, die noch zu uns kommen werden“, so die beiden Frauen. Darauf wollen sie vorbereitet sein und helfen, so gut wie sie können.

Info

Terminabsprachen zwecks Abgabe bei Susanne Beyer unter Tel. 0171/810 23 96

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