Musikalische Mördersuche im Schrabben Hof
Konzert mit Pianist Wolfgang Nieß
- Kirchhundem, 20.02.2024
- Kultur
Silberg. Selbst Klassikmuffel wissen, dass Mozart ein Komponist war, und viele halten seine Musik für leichtfüßig, eher fröhlich-unbeschwert. Aber war Mozart ein Mordopfer? Die Besucher wurden bei dem gemütlich-familiären Nachmittag Teilhaber des Prozesses, bei dem Pianist Wolfgang Nieß Ankläger und Verteidiger zugleich war.




Bereits bei den ersten Tönen wird deutlich, welch erfahrener und versierter Tastenmeister hier Mozarts Musik darbietet: rasend schnelle Tonfolgen, dramatische Wendungen, melancholische Passagen – Nieß meistert sie mit Leichtigkeit.

Doch der Pianist verwöhnt sein Publikum nicht nur mit den unsterblichen Melodien Mozarts – einige hat er selbst für Klavier bearbeitet – sondern auch mit spannend-unterhaltsamen Ausführungen zu dem bis heute ungelösten Rätseln um das viel zu frühe Ableben des berühmten Meisters. Mozart selbst glaubte, er sei vergiftet worden.
Des Mordes verdächtig erscheinen verschiedene Freunde und Wegbegleiter. Doch immer wieder überzeugt Nieß als Verteidiger die Geschworenen vom Gegenteil. Und jedes Mal hat der Künstler die passende Musik von Mozart ausgesucht – die berühmte Arie der Königin der Nacht aus der Zauberflöte, Confutatis und das schmerzliche Lacrimosa aus seinem Requiem beispielsweise.

Dem Protagonisten gelingt es mit Leichtigkeit, die Gäste in Mozarts Lebenswelt hineinzuziehen, so lebendig, fesselnd und faszinierend ist seine musikalische Interpretation und die Erzählungen.



Zum Schluss bleibt es dem Publikum überlassen, ein endgültiges Urteil zu fällen - die wahren Hintergründe bleiben ungewiss. Jedoch können alle dem Fazit des Pianisten zustimmen, dass Mozart letztendlich durch seine Musik unsterblich ist.

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